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Tragsessel in europäischen Herrschaftszentren - Vom Spätmittelalter bis Anfang des 18. Jahrhunderts
Seite - 137 -
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Tragsessel in der spanischen Monarchie des 16 und 17 Jahrhunderts 137 carrero, Gentilhombre de Boca, der eine zweijährige Lizenz erhielt, Diego Sillero, könig- licher Baumeister, dessen Tragsessel „schlicht und unbedeckt“ sein sollte, sowie Cristóbal Perea, Contino des Königs, der in den Genuss einer zweijährigen Lizenz kam.181 Martín de Alagón, Gentilhombre de la Cámara, wurde ebenfalls eine Lizenz zugesprochen, wie auch Pedro de Espinosa, Gentilhombre de la casa-acroys, dessen Lizenz später verlängert wurde.182 Rund ein Dutzend Tragsessellizenzen ging an Personen, die der Krone in Regierungs- ämtern gedient oder andere Aufgaben für sie erfüllt hatten, wie Jerónimo de Labastida aus Valladolid, der als Corregidor in mehreren Städten tätig gewesen war und der eine Lizenz für die Dauer von drei Jahren erhielt. Miguel de Vargas, Ritter des Santiagoordens und Komtur von Castilleja de la Cuesta, war ebenso Lizenzempfänger wie Juan de Gaviria, Komtur des Calatravaordens in Las Casas de Talavera, der eine einjährige Lizenz erhielt, die jedoch auf Messgänge beschränkt war.183 Bedeutende Dienste für den König leisteten auch der aus Aachen stammende Deut- sche Giraldo Paris, der dank seiner Kenntnisse auf den Gebieten des Bergbaus und der Alchemie eine Lizenz für ein Jahr erhielt, und Pedro López de Vilanova, der in Flandern Dienste verrichtete und der eine dreijährige Lizenz erhielt.184 Militärische Dienste als Maese de Campo leistete Alonso de Luzón, dem man 1608 eine Lizenz für zwei Jahre ausstellte, die 1610 zunächst für sechs Monate und im April 1611 schließlich für zwei weitere Jahre ver- längert wurde, was sehr enge Beziehungen zum Hof vermuten lässt.185 Unter den mit Lizenzen ausgestatteten Personen fehlte es auch nicht an Bankiers und Kaufleuten, die der Krone wohl mit ihrem Vermögen aushalfen, etwa der in Sevilla an- sässige, aus Genua stammende Asentista Cosme Centurión, der eine einjährige Lizenz erhielt.186 Adam Becquer, einem ebenfalls in Sevilla wohnhaften flämischen Kaufmann, wurde 1607 eine zweijährige Lizenz ausgestellt, die 1611 für die Dauer einer Erkrankung verlängert wurde.187 Auch Fabio Neli de Espinosa, Bankier aus Valladolid, erhielt 1610 eine Lizenz. Er beantragte später eine Lizenz auf Lebenszeit, erlangte schließlich im Jahr 1611 181 AHN, Consejos, Leg. 4417, Nr. 170, 54; AHN, Consejos, Leg. 4418, Nr. 91. 182 1610 Februar 15; AGS CC, Libro 179, fol. 15v; 1611 April 16; AGS CC, Libro 179, fol. 209v. 183 AHN, Consejos, Leg. 4417, Nr. 43 und 125; AHN, Consejos, Leg. 4418, Nr. 250. In der spanischen Monarchie war der Corregidor ein Vertreter des Königs, der dem Regidor gegenüberstand, welcher die städtischen Interessen vertrat. 184 AHN, Consejos, Leg. 4418, Nr. 15 und 130. 185 AHN, Consejos, Leg. 4418, Nr. 82; AGS CC, Libro 179, fol. 201 f. 186 AHN, Consejos, Leg. 4417, Nr. 153. Asientos waren Verträge, die zwischen der kastilischen Regie- rung und Bankiers oder Kaufleuten abgeschlossen wurden. Dabei handelte es sich um kurzfristige Vorschüsse, die meist mittels Anweisung auf in Sevilla ankommende Edelmetalllieferungen be- glichen wurden. 187 AHN, Consejos, Leg. 4418, Nr. 133; AGS CC, Libro 178, fol. 300. Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Tragsessel in europäischen Herrschaftszentren Vom Spätmittelalter bis Anfang des 18. Jahrhunderts
Titel
Tragsessel in europäischen Herrschaftszentren
Untertitel
Vom Spätmittelalter bis Anfang des 18. Jahrhunderts
Autor
Mario Döberl
Herausgeber
Alejandro López Álvarez
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20966-9
Abmessungen
17.5 x 24.7 cm
Seiten
432
Kategorien
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