Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Vor 1918
Tragsessel in europäischen Herrschaftszentren - Vom Spätmittelalter bis Anfang des 18. Jahrhunderts
Seite - 174 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 174 - in Tragsessel in europäischen Herrschaftszentren - Vom Spätmittelalter bis Anfang des 18. Jahrhunderts

Bild der Seite - 174 -

Bild der Seite - 174 - in Tragsessel in europäischen Herrschaftszentren - Vom Spätmittelalter bis Anfang des 18. Jahrhunderts

Text der Seite - 174 -

174 Alejandro López Álvarez 1621 – zunehmend komplexer geworden war. Wie bereits erwähnt, hatte dies in den vor- hergegangenen Jahren dazu geführt, dass Hofdamen nicht nur durch die Ausstattung ihrer Tragsessel, sondern vor allem auch durch die Zahl ihrer Begleiter glänzen und sich voneinander abheben wollten, wie dies auch Lisón y Biedma im Jahr 1630 kritisierte. Er schilderte, wie er sich im Traum an den Conde-Duque de Olivares wandte, um ihm Stra- tegien und Ideen für einen Ausweg aus dem Niedergang Spaniens zu unterbreiten. Unter anderem schlug er ihm vor, dass für die Begleitung von Tragsesseln ältere Personen heran- gezogen werden sollten, um keine jüngeren Arbeitskräfte zu vergeuden: […] noch vor nicht allzu langer Zeit wurde es als würdevoll erachtet, zehn oder zwölf alte Männer vor dem Tragsessel vorangehen zu lassen, wobei der Älteste von ihnen der beförder- ten Person den Arm darbot. Auf diese Weise könnten die kräftigen jungen Männer, die heute als Begleiter fungieren, andere, der Öffentlichkeit nützlichere Tätigkeiten verrichten, bis sie schließlich in einer Verfassung sind, in der sie sich Begleitdiensten widmen könnten, denn vor Erreichen der Altersschwäche sind sie von Geburt an verpflichtet, dem König und der Republik zu dienen.427 427 „[…] que no es muy añeja la memoria de cuando era aumento de la gravedad, el llevar diez o doce hom- bres ancianos delante de la silla y ser el bracero el más antiguo dellos, con que la lozana juventud de los que hoy acompañan se daría a otras ocupaciones útiles al público bien, hasta llegar a estado que pudiesen ocuparse de esta, para que en toda edad, antes de llegar a la decrepitud, sirviesen al rey y a la república, a quien nacieron obligados“. Lisón sprach sich auch dafür aus, Personen, die sich Tragsessel aufgrund ihrer sozialen Stellung nicht leisten konnten, den Zugang dazu zu verwehren. Er forderte außer- dem, dass für Ehefrauen von Handwerkern die Zahl der Begleiter gekürzt werden sollte, damit die Standesunterschiede sichtbar blieben. Auch empfahl er, dass nur ältere Personen als Begleiter ein- gesetzt werden sollten, um so einen Verlust junger Arbeitskräfte zu vermeiden: „[…] und gleich- zeitig zu verordnen, dass keine dieser Frauen mit einem Knappen ausgehen darf, denn abgesehen von den vielen Besoldungen und Taglöhnen, die dafür aufgewendet werden, gebührt es sich auch, dass ein Unterschied zwischen ihnen und jenen, die vornehm sind, besteht; und dass tageweise ge- mietete oder für ein Jahr angestellte Knappen bereits ergraut sein sollten, denn es ist eine Schande, so viele junge Männer, die arbeiten könnten, Schlampen und Huren den Arm reichen zu sehen.“ („[…] y juntamente mandar que ninguna destas mujeres pueda salir con escudero, porque, demás de los muchos salarios y jornales diarios que en esto se gasta, conviene que también haya diferencia entre las que son principales y ellas; y que los escuderos que se alquilan por días o asalarian por año, hayan de ser, por lo menos, que ya pinten canas; porque es cosa vergonzosa el ver tan gran número de hombres mozos, que podrían trabajar, ocupados en ser braceros hasta de tusonas y cantoneras“.) Mateo de Lisón y Biedma, El Tapaboca que azotan. Respuesta del bachiller ignorante, al Chitón de las taravillas, que hizieron los Licenciados Todo se sabe, y Todo lo sabe, 1630. In: Luis Astrana Marín, La vida turbulenta de Quevedo (Madrid 1945), S. 583–620, hier S. 603 f. Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
zurück zum  Buch Tragsessel in europäischen Herrschaftszentren - Vom Spätmittelalter bis Anfang des 18. Jahrhunderts"
Tragsessel in europäischen Herrschaftszentren Vom Spätmittelalter bis Anfang des 18. Jahrhunderts
Titel
Tragsessel in europäischen Herrschaftszentren
Untertitel
Vom Spätmittelalter bis Anfang des 18. Jahrhunderts
Autor
Mario Döberl
Herausgeber
Alejandro López Álvarez
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20966-9
Abmessungen
17.5 x 24.7 cm
Seiten
432
Kategorien
Geschichte Vor 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Tragsessel in europäischen Herrschaftszentren