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Tragsessel in europäischen Herrschaftszentren - Vom Spätmittelalter bis Anfang des 18. Jahrhunderts
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Tragsessel an den Höfen der österreichischen Habsburger 215 tigung von Sesselträgern fehlen dort jedoch zur Gänze.23 Auch die spärlichen Informa- tionen, die über die Fuhrparks habsburgischer Höfe vom Spätmittelalter bis zu Anfang des 17. Jahrhunderts vorliegen, deuten darauf hin, dass Tragsessel zu jener Zeit keines- wegs zur Standardausstattung von Haushalten österreichischer Fürsten und Fürstinnen zählten. Hierfür seien einige Beispiele angeführt. Herzogin Katharina (um 1420–1493), die Schwester Kaiser Friedrichs III., erhielt etwa anlässlich ihrer 1447 erfolgten Hochzeit für die Reise zu ihrem Bräutigam nach Baden vier teils äußerst prunkvolle Wagen, aber keinen Tragsessel zur Verfügung gestellt.24 Auch zur Stallausstattung, welche die beiden Prinzessinnen Maria von Ungarn (1505–1558) und Anna Jagiello (1503–1547) im Jahr 1521 für ihre Brautreisen zu Ludwig II. Jagiello (1506–1526) beziehungsweise Erzherzog Ferdi- nand (1503–1564) erhielten, zählten zwar jeweils eine Pferdesänfte und fünf Wagen, von denen einige äußerst kostbar ausgeführt waren, jedoch ebenfalls keine Tragsessel.25 Relativ 23 Vgl. etwa die zahlreichen handschriftlichen Hofstaatsverzeichnisse von 1519 bis 1615 in ÖStA, HHStA, OMeA, SR, K. 181–184; ergänzend dazu die gesammelten Hofstaatsverzeichnisse Kaiser Rudolfs II. in Jaroslava Hausenblasová, Der Hof Kaiser Rudolfs II. Eine Edition der Hofstaats- verzeichnisse 1576–1612 (Fontes Historiae Artium 9, Prag 2002). Die vollständigsten und zuver- lässigsten Informationen zu den besoldeten königlichen und kaiserlichen Hofdienern finden sich in den Hofzahlamtsbüchern der Jahre 1543 bis 1622 (die nachfolgenden Hofzahlamtsbücher liefern nur unzureichende Informationen zum am Kaiserhof beschäftigten Personal) in ÖStA, FHKA, HZAB, Bd. 1–71. Das die Frauen der Fürsten bedienende Stallpersonal war in der Regel im Hof- staat des Herrschers inbegriffen. Aber auch die wenigen erhaltenen Hofstaatsverzeichnisse von Frauen aus dem 16. Jahrhundert führen keine Sesselträger an. Vgl. etwa den Hofstaat von Kaiserin Bianca Maria Sforza (1472–1510) von 1504, in Gatt 1943 (wie Anm. 15), S. 38; oder den Hofstaat von Maria von Spanien, der Frau des späteren Kaisers Maximilian II., aus dem Jahr 1560, in ÖStA, FHKA, NÖHA, W 61/a/36/a, fol. 469–473. Auch auf Tragsessel selbst bieten die Quellen bis zur Regierung Kaiser Matthias’ keine Hinweise. Durchgesehen wurden in diesem Zusammenhang unter anderem die Protokoll- und Indexbände der königlichen- beziehungsweise kaiserlichen Hof- finanz: Für die Zeit von 1531–1575 und 1612–1619 vgl. ÖStA, FHKA, Hoffinanz Österreich, Bd. 180–320, 635–690. Für den dazwischenliegenden Zeitraum siehe Lydia Gröbl/Herbert Haupt, Kaiser Rudolf II. Kunst, Kultur und Wissenschaft im Spiegel der Hoffinanz. Teil I: Die Jahre 1576 bis 1595. In: Jahrbuch des Kunsthistorischen Museums Wien, Bd. 8/9 (2006/2007), S. 205–353; Herbert Haupt, Kaiser Rudolf II. Kunst, Kultur und Wissenschaft im Spiegel der Hoffinanz. Teil II: Die Jahre 1596 bis 1612. In: Jahrbuch des Kunsthistorischen Museums Wien, Bd. 10 (2008), S. 227–399. 24 Herbert Haupt, Der „goldene Wagen“ der österreichischen Herzogin Katharina (1420–1493). In: Livrustkammaren 14/7–8 (1977), S. 173–194. 25 ÖStA, FHKA, NÖHA, W 61/a/36/a, fol. 17–44; ÖStA, FHKA, NÖHA, W 61/a/11/b, fol. 3–18. Siehe dazu auch Orsolya Réthelyi, „… Maria regina … nuda venerat ad Hungariam …“. The Queen’s Treasures. In: Orsolya Réthelyi/Beatrix F. Romhányi/Enikö Spekner/András Végh (Hg.), Mary of Hungary. The Queen and Her Court 1521–1531 (Ausstellungskatalog, Budapest History Museum/Slovenská národná galéria, Budapest 2005), S. 121–127; Orsolya Réthelyi, Die Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Tragsessel in europäischen Herrschaftszentren Vom Spätmittelalter bis Anfang des 18. Jahrhunderts
Titel
Tragsessel in europäischen Herrschaftszentren
Untertitel
Vom Spätmittelalter bis Anfang des 18. Jahrhunderts
Autor
Mario Döberl
Herausgeber
Alejandro López Álvarez
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20966-9
Abmessungen
17.5 x 24.7 cm
Seiten
432
Kategorien
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