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Transdifferenz und Transkulturalität - Migration und Alterität in den Literaturen und Kulturen Österreich-Ungarns
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Antagonismen und (Trans-)Differenzen 287 den sich als »das Ergebnis der Durchsetzung politisch-kultureller Deutungsmus- ter in den diskursiven Praxen der Intellektuellen«.98 Dass sich kulturelle und »sociale« Wirkung unmittelbar auf das politische Leben beziehen, beweist eine kurze Notiz in Šenoas Rezension des illustrierten politisch-satirischen Wochenblattes Humoristické listi (Humoristische Blätter), in der Šenoa die politische Richtung der damals sehr populären Zeitschrift als »Födera- tivprincip« definiert, das sich als das »nachdrücklichste Oppositionsmittel gegen die Centralisation«99 versteht. In diesem Sinne lobt Šenoa die Innenpolitik des Staatsministers Graf Belcredi als die »herrlichste Mission«, nämlich »die Versöh- nung«100 des Zentrums und der »Provinzen«.101 Diese Einschätzung ist mit Šenoas strikter Ablehnung der austrozentrischen Politik des Reichministers Anton Ritter von Schmerling zu erklären. Im Jahre 1866 erschien die Zeitschrift Slavische Blätter nur noch zweimal mo- natlich und wurde im August dieses Jahres eingestellt, da die Zahl der Abonne- ments zu niedrig war. Im ersten Jahr waren insgesamt 24 Nummern in Folio publi- ziert worden, im Jahre 1866 lediglich elf. Šenoas Beiträge werden in den Nummern im Jahr 1866 nur noch anonym veröffentlicht und sind oft als Berichte von seinen Reisen in südslavische Länder konzipiert. So schreibt er in einem Brief aus Prag vom 25. Jänner 1866 von der Missachtung der Rechte der Völker in der Provinz, die für die zentrale Macht nur »geographische Begriffe« seien und dass von dieser »alles historische Recht verhöhnt, verlacht«102 werde. In der letzten Phase der kurz- lebigen Zeitschrift beharrt der Autor auf der Idee der notwendigen Solidarität der um Autonomie kämpfenden slavischen Bevölkerung der Monarchie. Im Aufruf der Redaktion An unsere Leser beziehungsweise an das »patriotische Publikum« und an »alle Freunde des slavischen Fortschrittes« wird mit der »Zweckmässigkeit« der Idee argumentiert, indem die Notwendigkeit, »unser[…] Unternehmen[…]«103 zu unterstützen, hervorgehoben wird. Dafür wird von der Redaktion versprochen, jeden »slavische[n] Stamm« zu informieren und »jedes interessante Ereigniss im Slaventhume in den Kreis unserer Betrachtungen zu ziehen«.104 Jedoch wird Abel Lukšić das ehrgeizige Unternehmen der Slavischen Blätter als einer »Zeitschrift für die Gesammt-Interessen des Slaventhums« schon in diesem Jahr einstellen müs- sen. Šenoa kehrt unverzüglich nach Zagreb zurück und erinnert sich später an sei- ne Zeit in Wien v.a. unter einem politisch-sozialen Vorzeichen als eine Zeit, in der 98 | Münkler, Herfried/Mayer, Kathrin: Die Konstruktion sekundärer Fremdheit. Zur Stiftung nationaler Identität in den Schriften italienischer Humanisten von Dante bis Machiavelli. In: Münkler, Herfried (Hg): Die Herausforderung durch das Fremde. Berlin: Akademie 1998, S. 27-129, hier S. 29. 99 | NN [August Šenoa]: Böhmische Literatur. In: Slavische Blätter 18 (1865), S. 702. 100 | NN [August Šenoa]: Wien, 14. Jänner. In: Slavische Blätter 1 (1866), S. 19-20, hier S. 20. 101 | Ebd., S. 19. 102 | NN [August Šenoa]: Prag, 25. Jänner. In: Slavische Blätter 2 (1866), S. 41-42, hier S. 41. 103 | Die Redaktion: An unsere Leser. In: Slavische Blätter 1 (1866), S. 1. 104 | Ebd.
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Transdifferenz und Transkulturalität Migration und Alterität in den Literaturen und Kulturen Österreich-Ungarns
Titel
Transdifferenz und Transkulturalität
Untertitel
Migration und Alterität in den Literaturen und Kulturen Österreich-Ungarns
Autoren
Alexandra Millner
Katalin Teller
Verlag
transcript Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8394-3248-8
Abmessungen
15.4 x 23.9 cm
Seiten
454
Schlagwörter
transdifference, transculturality, alterity, migration, literary and cultural studies, Austria-Hungary, Transdifferenz, Transkulturalität, Alterität, Migration, Literatur- und Kulturwissenschaften, Österreich-Ungarn
Kategorie
Kunst und Kultur
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