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Transdifferenz und Transkulturalität - Migration und Alterität in den Literaturen und Kulturen Österreich-Ungarns
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Der tote Fetisch Die Macht der Vergangenheit in George Saikos Auf dem Floß Hans Richard Brittnacher Der von den namhaftesten Romanciers seiner Zeit hochgeschätzte und von Her- mann Broch protegierte George Saiko (1892–1962) ist heute nahezu vergessen. Zu seinen Befürwortern, die in ihm einen der großen österreichischen Erzähler des 20. Jahrhunderts erkannten, zählen Avantgardisten und Traditionalisten, darunter Elias Canetti und Heimito von Doderer, Robert Musil und Thomas Mann. Auch die Literaturwissenschaft ist sich, wenn die Rede auf Saiko kommt, in ihrer Wert- schätzung einig – aber die Rede kommt nicht mehr häufig auf ihn.1 Saikos erster Roman, Auf dem Floß, schon Ende der 1920er Jahre begonnen, dann in 20-jähriger Arbeit fertiggestellt, fand mit Mühe einen Verleger, der das auf holzreichem Papier gedruckte, fast unverkäufliche Werk bald einstampfte. 1954 nahm sich der Marion von Schröder-Verlag des Romans an, bestand jedoch – bezeichnend für das miefige literaturpolitische Klima der Adenauer-Ära und ihrer Debatten über Schund und Verderblichkeit der Literatur – auf der Streichung beziehungsweise der Entschär- fung einiger drastischer Passagen. Aber auch diese Beschönigungen waren dem Absatz des Romans nicht zuträglich. 1970 erschien im Benziger Verlag eine von der Kritik akklamierte integrale Ausgabe, und schließlich besorgte Adolf Haslinger von 1987 bis 1992 eine Gesamtausgabe, die sich nur schwer verkaufte.2 Kindlers Literatur Lexikon von 1988 verzeichnet immerhin noch einen Eintrag zu seinem Roman Auf dem Floß, in der neueren Ausgabe von 2009 ist auch dieser Eintrag verschwunden. Klaus Zeyringers und Helmut Gollners große Literaturgeschichte Österreichs widmet ihm einen Absatz von 16 Zeilen.3 Die Entscheidung der österrei- chischen Post, zum 100. Geburtstag des Dichters 1992 eine Sonderbriefmarke her- 1 | Auf einen neueren Sammelband mit Aufsätzen und Dokumenten, der gewissermaßen als Ausnahme die Regel bestätigt, sei nachdrücklich hingewiesen: Hansel, Michael/Kastberger, Klaus (Hg.): George Saiko. Texte und Materialien. Wien: Sonderzahl 2003. 2 | Zur misslichen Publikationsgeschichte der Werke Saikos vgl. Hansel, Michael: Unbe- quem und unzeitgemäß. Bemerkungen zu Nachlaß, Werk und Wirkung. In: ders./Kastberger (Hg.): George Saiko, S. 70-86. 3 | Vgl. Zeyringer, Klaus/Gollner, Helmut: Eine Literaturgeschichte Österreichs seit 1650. Innsbruck/Wien/Bozen: Studien Verlag 2012, S. 628.
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Transdifferenz und Transkulturalität Migration und Alterität in den Literaturen und Kulturen Österreich-Ungarns
Titel
Transdifferenz und Transkulturalität
Untertitel
Migration und Alterität in den Literaturen und Kulturen Österreich-Ungarns
Autoren
Alexandra Millner
Katalin Teller
Verlag
transcript Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8394-3248-8
Abmessungen
15.4 x 23.9 cm
Seiten
454
Schlagwörter
transdifference, transculturality, alterity, migration, literary and cultural studies, Austria-Hungary, Transdifferenz, Transkulturalität, Alterität, Migration, Literatur- und Kulturwissenschaften, Österreich-Ungarn
Kategorie
Kunst und Kultur
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