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Transdifferenz und Transkulturalität - Migration und Alterität in den Literaturen und Kulturen Österreich-Ungarns
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Der tote Fetisch 409 tät und Kultur bereit, dem die archaische, düstere, sumpfige Welt der Zigeuner und Zigeunerinnen als ein kategorial anderes, in seiner Fremdheit unbewegliches und unbegreifliches Fremdheitsphantasma entgegengesetzt wird. Die Noblesse der Aristokratie erweist sich noch in ihrem Niedergang: Wenn Alexander am Ende des Romans die aufgegriffene Zigeunerin Marischka nicht identifiziert, schenkt er der Mörderin Joschkos Freiheit und Leben. Obwohl sie sein Vorhaben, Joschko auszu- stopfen und im Diesseits zu verewigen, sabotiert hat, indem sie den Leichnam im Moor versenkte und damit ihren Anspruch auf Joschkos Körper gegen Alexanders Anspruch auf den Körper seines Leibeigenen durchsetzte, bestätigt er in seiner wissentlichen und willentlichen Falschaussage ein weiteres Mal den Herrschafts- anspruch des Feudalherrn: Er begnadigt sie.32 Die zynische kulturpessimistische Diagnose des Romans endet mit Sympathien für eine soziale Schicht, die ihre Zeit hinter sich hat, aber sich angesichts eines nicht zu begreifenden Fremden als ver- trautes Übel empfiehlt. liTeraTur Adorno, Theodor W.: Über epische Naivetät. In: ders.: Noten zur Literatur. Gesam- melte Schriften. Bd. 11. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1974, S.  34-40. Brittnacher, Hans Richard: Leben auf der Grenze. Klischee und Faszination des Zigeunerbildes in Literatur und Kunst. Göttingen: Wallstein 2012. Brittnacher, Hans Richard: Zu Grunde gehen in Sumpf, Schlamm und Fluten. Zur longue durée apokalyptischer Metaphorik. In: Briese, Olaf/Faber, Richard/Po- dewski, Madleen (Hg.): Aktualität des Apokalyptischen. Zwischen Kulturkritik und Kulturversprechen. Würzburg: Königshausen & Neumann 2015, S.  99-116. Brittnacher, Hans Richard: Zum Sumpf wird hier die Zeit. Zur Rückkehr riskanter Natur in neueren deutschen Romanen. In: Hille, Almut/Jambon, Sabine/Mey- er, Marita (Hg.): Globalisierung – Natur – Zukunft erzählen. München: Iudici- um 2015, S.  164-179. Doppler, Alfred: George Saiko: ›Auf dem Floß‹. Literatur als Reflex und Produzent der Erinnerung. In: Sprachkunst 34/2 (2003), S.  249-257. Frenzel, Elisabeth: Der überlegene Bediente. In: dies.: Motive der Weltliteratur. Ein Lexikon dichtungsgeschichtlicher Längsschnitte. Stuttgart: Kröner 6[HOCH- GESTELLT]2008, S. 37-49. Goltschnigg, Dietmar: Psycho- und sozialanalytische Erzähltechnik in George Sai- kos Romanen. In: Strelka, Joseph (Hg.): George Saikos magischer Realismus – zum Werk eines unbekannten großen Autors. Bern u.a.: Peter Lang 1990, S.  93-103. Hannig, Alma: Franz Ferdinand. Die Biographie. Wien: Amalthea 2013. Hansel, Michael: Unbequem und unzeitgemäß. Bemerkungen zu Nachlaß, Werk und Wirkung. In: ders./Kastberger (Hg.): George Saiko, S.  70-86. Hansel, Michael/Kastberger, Klaus (Hg.): George Saiko. Texte und Materialien. Wien: Sonderzahl 2003. 32 | Vgl. dazu Knafl, Arnulf: Von Vögeln, Rehfiepen und anderen Doubles. Wirklichkeit und Abstraktion im Roman Auf dem Floß. In: Hansel/Kastberger (Hg.): George Saiko, S. 42-58, hier S. 47.
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Transdifferenz und Transkulturalität Migration und Alterität in den Literaturen und Kulturen Österreich-Ungarns
Titel
Transdifferenz und Transkulturalität
Untertitel
Migration und Alterität in den Literaturen und Kulturen Österreich-Ungarns
Autoren
Alexandra Millner
Katalin Teller
Verlag
transcript Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8394-3248-8
Abmessungen
15.4 x 23.9 cm
Seiten
454
Schlagwörter
transdifference, transculturality, alterity, migration, literary and cultural studies, Austria-Hungary, Transdifferenz, Transkulturalität, Alterität, Migration, Literatur- und Kulturwissenschaften, Österreich-Ungarn
Kategorie
Kunst und Kultur
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