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Transdifferenz und Transkulturalität - Migration und Alterität in den Literaturen und Kulturen Österreich-Ungarns
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Maren Ahlzweig416 analysiert werden, die die Frage nach der (Triestiner) Identität auf unterschiedliche Art angehen, aber doch zu sehr ähnlichen Ergebnissen kommen. An den Texten soll aufgezeigt werden, mit welchen literarischen Mitteln Identität und Alterität konstruiert werden. Es wurden dazu drei Romane ausgewählt: Tema na Pomolu (1995) (beziehungsweise in der italienischen Fassung Scacco al buio, 2002) von Dušan Jelinčič, Ballando con Cecilia (2000) von Pino Roveredo und Das verschmutz- te Denken (2014) von Ingram Hartinger. Während Dušan Jelinčič und Pino Rover- edo slovenisch- und italienischsprechende Triestiner sind, ist Ingram Hartinger Österreicher, der aber einige Jahre in Triest das Experiment der Psychiatrieöffnung begleitet hat. Die drei Texte wurden aufgrund ihrer Thematisierung der Stadt Triest in Verbindung mit psychoanalytischen und antipsychiatrischen Konzepten ausge- wählt. Gleichzeitig erschienen die drei Romane alle nach der Psychiatrieöffnung, in der also Konzepte von Marginalisierung und Alterität bereits überdacht worden waren. Die Modelle der Identität und der Alterität implizieren traditionell eine binäre Struktur. Das Konzept der Transdifferenz soll nach Lösch die Möglichkeit bieten, diese binären Strukturen in ihrer Analyse nicht zu reproduzieren, sondern die Bi- narität aufzulösen.13 Das Konzept verlangt also von demjenigen, der die Strukturen betrachtet und analysiert, einen transkulturellen Blick, durch den die Auflösung derartiger Binaritäten erkannt und in der Analyse zum Vorschein gebracht werden kann. Das Konzept der Transdifferenz soll hier also als Arbeitsmethode verstanden werden, um diese Strukturauflösungen anhand der Texte sichtbar zu machen. 2. duŠan Jelinčičs roman tema na pomolu Dušan Jelinčičs Roman Tema na pomolu (1995) (Scacco al buio, 2002)14 erzählt von dem Protagonisten Abele, der – wahrscheinlich Mitte der 1980er Jahre, da wieder- holt die Schachturniere zwischen Karpov und Kasparov thematisiert werden – in der fiktiven Hafenstadt Aron als Vertretungslehrer für Literatur eingesetzt wird. Über die ersten Bekanntschaften, die er an seinem neuen Wohnort knüpft, wird ihm der Kontakt zu Torelli, dem Chefredakteur der größten Stadtzeitung, vermit- telt. Dieser bietet ihm an, sowohl Artikel für die Zeitung zu schreiben als auch sein persönlicher Berater im Schachclub zu werden. Abele, ein leidenschaftlicher und guter Schachspieler, nimmt die Herausforderung an, hegt jedoch eine persönliche Abneigung gegen seinen Chef. Über die Vergangenheit des Protagonisten erfährt der Leser oder die Leserin wenig, und doch taucht in dessen Gedanken immer wieder sein Vater auf, dem gegenüber Abele Schuldgefühle empfindet. An einem Abend im Schachclub wird Abele von Torelli mit den Worten beleidigt: »Du bist 13 | Vgl. ebd., S. 22f. 14 | Dieser Analyse liegt die italienischsprachige Übersetzung zugrunde, die in dem Triesti- ner Verlag Hammerle erschienen ist. Eine deutsche Übersetzung des Romans liegt noch nicht vor. Dušan Jelinčič (geb. 1953 in Triest) publiziert seit den 1980er Jahren. Die meisten seiner Romane beschäftigen sich mit dem Bergsteigen, und so gilt Jelinčič als ein Triestiner Vertreter des österreichisch-ungarischen Alpinismus. Dušan Jelinčič schreibt in seiner Muttersprache Slovenisch, seine Romane und Essays sind ins Italienische und vereinzelt auch ins Deutsche übersetzt worden.
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Transdifferenz und Transkulturalität Migration und Alterität in den Literaturen und Kulturen Österreich-Ungarns
Titel
Transdifferenz und Transkulturalität
Untertitel
Migration und Alterität in den Literaturen und Kulturen Österreich-Ungarns
Autoren
Alexandra Millner
Katalin Teller
Verlag
transcript Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8394-3248-8
Abmessungen
15.4 x 23.9 cm
Seiten
454
Schlagwörter
transdifference, transculturality, alterity, migration, literary and cultural studies, Austria-Hungary, Transdifferenz, Transkulturalität, Alterität, Migration, Literatur- und Kulturwissenschaften, Österreich-Ungarn
Kategorie
Kunst und Kultur
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