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Transdifferenz und Transkulturalität - Migration und Alterität in den Literaturen und Kulturen Österreich-Ungarns
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Maren Ahlzweig426 diese Reflexion und Selbstreflexion kann der Beobachter sich und seine Beobach- tung verändern, die Beobachtung wird als Prozess verstanden beziehungsweise das Beobachtete als wandelbar. Auch diese Perspektive, diese Rolle, impliziert eine Veränderung des Selbst (in diesem Fall des Beobachters) und erhält damit eine identitätskonstituierende Funktion. Genau in diesem Sinne wird über diese teilnehmende Beobachtung und das unruhestiftende Moment auch von den Leserinnen und Lesern eine Reflexion über das Selbst angeregt und abverlangt. In den drei Romanen erleben wir jeweils den inneren Prozess von Protagonisten, die die Marginalisierung als Lebensart für sich akzeptieren oder akzeptiert haben und darin eine eigene, sehr individuelle Realität finden. Marginalisierung bedeutet hier nicht nur eine Positionierung am Rande der Gesellschaft, sondern auch eine Definition des Selbst über das/den Andere/n. Dieses ist somit bereits Teil der Selbstkonstitution. Aufgrund der oben ausgeführten Analyse der Texte kann der Begriff der Grenzlite- ratur hier nur infrage gestellt werden, wenn sich die Protagonisten dieses Raumes für die Alteritätserfahrung entscheiden und sich ganz bewusst »hinter« den Gren- zen positionieren. Der Begriff der Grenzliteratur impliziert das Bewusstsein von Grenzen, die in den Texten aber aufgelöst (nicht ausgelöscht!) und überschrieben werden.59 Wenn die Alterität als Teil des Eigenen erfahren und akzeptiert wird, verschwimmen die Grenzen. Die drei Texte weisen insofern Transdifferenzen auf, als sie die Grenzordnung zum Oszillieren bringen und das Andere, Fremde als Eigenes in sich aufnehmen. Es geht in der Identitätsfindung dieser Romane nicht darum, Identität als ein starres Ich auszuhandeln, sondern um die Akzeptanz des Anderen als Teil des Selbst, welches aber stets einem Prozess unterliegt und somit auch schwer strukturell fassbar ist. liTeraTur Basaglia, Franco (Hg.): Die negierte Institution oder Die Gemeinschaft der Ausge- schlossenen. Ein Experiment der psychiatrischen Klinik in Görz [1968]. Frank- furt a.M.: Suhrkamp 1971. Bopp, Jörg: Antipsychiatrie: Theorien, Therapien, Politik. Frankfurt a.M.: Syndikat 1980. Foucault, Michel: Wahnsinn und Gesellschaft. Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft [1961]. Übers. v. Ulrich Köppen. Frankfurt a.M.: Suhr- kamp 1969. Foucault, Michel: Von anderen Räumen. Übers. v. Michael Bischoff. In: Dünne, Jörg/Günzel, Stephan (Hg.): Raumtheorie. Grundlagentexte aus Philosophie und Kulturwissenschaften. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 2006, S.  317-329. Guagnini, Elvio: Kulturelle Komponenten und verschiedene ethnische Gruppen einer Stadt und einer Region: Triest und Friaul-Julisch Venetien. Übers. von Julia Sielaff. In: Borsò, Vittoria/Brohm, Heike (Hg.): Transkulturation. Literari- sche und mediale Grenzräume im deutsch-italienischen Kulturkontakt. Biele- feld: transcript 2007, S.  111-130. 59 | S. hierzu auch Lösch: Begriff und Phänomen der Transdifferenz, S. 26.
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Transdifferenz und Transkulturalität Migration und Alterität in den Literaturen und Kulturen Österreich-Ungarns
Titel
Transdifferenz und Transkulturalität
Untertitel
Migration und Alterität in den Literaturen und Kulturen Österreich-Ungarns
Autoren
Alexandra Millner
Katalin Teller
Verlag
transcript Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8394-3248-8
Abmessungen
15.4 x 23.9 cm
Seiten
454
Schlagwörter
transdifference, transculturality, alterity, migration, literary and cultural studies, Austria-Hungary, Transdifferenz, Transkulturalität, Alterität, Migration, Literatur- und Kulturwissenschaften, Österreich-Ungarn
Kategorie
Kunst und Kultur
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