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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860 - Aufbruch in eine neue Zeit
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5.5. DIE KANZEL FÜR NATURGESCHICHTE UND LANDWIRTSCHAFTSLEHRE 205 Thun jedoch bald in tiefes Misstrauen gegenüber Pichler um, sodass Thun Pichler wegen seiner liberalen und deutschnationalen Schwärmerei am liebsten aus dem Schuldienst entfernt hätte.175 Allerdings scheint dieses spä- tere Misstrauen im Fall der Nachfolge von Fuchs noch nicht der ausschlag- gebende Grund für die Bevorzugung von Joseph Köhler gewesen zu sein, sondern vielmehr Köhlers gute Beziehungen in das Unterrichtsministerium. Joseph Köhler wurde 1792 in Tachau/Böhmen geboren. Nach einem Stu- dium der Medizin wurde er 1818 in Prag promoviert. Nach praktischen Jah- ren als Arzt wurde ihm 1836 die Professur für Vorbereitungswissenschaf- ten176 in Prag verliehen.177 Diese Stelle am niederen chirurgischen Studium war allerdings mit einem Ablaufdatum versehen, denn schon 1848 war be- schlossen worden, die niederen chirurgischen Studien gänzlich aufzulassen, insbesondere an den Orten, wo es ein höheres medizinisches Studium gab. Dies war in Prag der Fall und so sollte auch Köhlers Kanzel für Vorberei- tungswissenschaften aufgelöst werden, womit er ohne Stelle gewesen wä- re.178 Aus diesem Grund hatte er sich offenbar an seinen Freund Wilhelm Haidinger in Wien gewandt.179 Dieser war damals Leiter der neu gegrün- deten Geologischen Reichsanstalt in Wien sowie Mitglied der Akademie der Wissenschaften und damit eine einflussreiche Persönlichkeit im Wiener Gelehrtenmilieu. Haidinger hatte daraufhin im November 1849 beim Sekti- onsrat im Unterrichtsministerium Marian Koller180 vorgesprochen, der sich wiederum bei Thun für Köhler einsetzen wollte. Anfang Juni 1850 konnte Haidinger schließlich Köhler zu dessen Entscheidung nach Innsbruck zu ge- hen gratulieren.181 In der Zwischenzeit war Fuchs im März 1850 von Inns- 175 Vgl. dazu und grundsätzlich zu Pichler ausführlich in Kapitel 5.14. 176 Als Vorbereitungswissenschaften bezeichnete man eine grundlegende Einleitung für Stu- denten der Medizin, bzw. für Studenten eines medizinisch-chirurgischen Studiums. Das Fach sollte den Studenten mit den grundlegenden Inhalten des medizinischen Studiums vertraut machen. Das Fach umfasste unter anderem eine Einführung in die Anatomie, Physiologie, Pathologie, Arzneimittelkunde und Instrumentenlehre. 177 Vgl. Herbert H. eggLmaier, Das medizinisch-chirurgische Studium in Graz. Ein Beispiel für den Wandel staatlicher Zielvorstellungen im Bildungs- und Medizinalwesen, Graz 1980, S. 449–450. 178 Vgl. dazu in Majestätsvortrag, Wien 14.06.1850, MCU Allg. Sig. 5, Fasz. 1015 (Ktn. 1073), Österreichisches Staatsarchiv, Allgemeines Verwaltungsarchiv. 179 Haidinger an Köhler, Wien 05.11.1849, 5245, Wienbibliothek, Handschriftenabteilung. 180 Marian Koller (Feistritz 1792–1866 Wien), 1824–1830 Prof. der Naturgeschichte, 1825– 1839 Prof. der Physik am Lyzeum in Kremsmünster, 1830–1847 Direktor der Sternwarte in Kremsmünster, 1843–1847 Direktor des Gymnasiums, 1847–1849 Präses der phil. Fa- kultät der Universität Wien, 1849–1851 Sektionsrat im Ministerium für Kultus und Un- terricht (Referat Realschulen, polytechnische, nautische und astronomische Institute), 1851–1866 Ministerialrat. 181 Haidinger an Köhler, Maidling bei Wien 04.06.1850, 5246, Wienbibliothek, Handschriften- abteilung.
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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860 Aufbruch in eine neue Zeit
Titel
Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860
Untertitel
Aufbruch in eine neue Zeit
Autor
Christof Aichner
Verlag
Böhlau Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20847-1
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
512
Schlagwörter
University of Innsbruck, University Reforms, Thun-Hohenstein, Leo, Universität Innsbruck, Reform, Universitätspolitik, Thun-Hohenstein
Kategorien
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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860