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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860 - Aufbruch in eine neue Zeit
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8 DIE UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK INNSBRUCK IN DER REFORMÄRA416 für Universitäts- und Studienbibliotheken‘80 des Wiener Bibliothekars Fer- dinand Grassauer in der Folgezeit eine Generation von Bibliothekaren und Bibliotheken, ohne jedoch amtlichen Charakter zu besitzen.81 Außerdem hatte das Institut für Österreichische Geschichtsforschung in Wien in seinen Statuten den Auftrag, „die fachmännische Heranbildung von Bibliotheksbe- amten“ zu besorgen.82 Wichtig für das Selbstverständnis und Ausdruck der Ausbildung eines eigenen Berufsbildes war auch die Herausgabe der Zeit- schrift Mitteilungen des Österreichischen Vereines für Bibliothekswesen des Österreichischen Vereins für Bibliothekswesen seit 1897. Alles in allem ergeben sich damit zwei zentrale Tendenzen: zum einen ein zunehmender Akademisierungsgrad bei den Bibliotheksbeamten, das heißt nicht nur bei den leitenden Bibliothekaren, bei denen das schon vorher der Fall war, und zum anderen eine weitgehende Trennung der Berufe Wissen- schaftler/Professor und Bibliothekar.83 Diese Entwicklung hing zwar nicht ur- sächlich mit der Reform von Thun-Hohenstein zusammen – sie hatte bereits früher eingesetzt – erscheint jedoch als Ausdruck desselben Prozesses einer Professionalisierung und Spezialisierung im universitären Bereich. Dass in dieser Zeit unterschiedliche Vorstellungen von Anforderungen bzw. Tätigkei- ten eines Bibliothekars herrschten, verwundert daher nicht. 80 grassauer, Handbuch für österreichische Universitäts- und Studienbibliotheken sowie für Volks-, Mittel- und Bezirks-Lehrerbibliotheken. 81 Siehe Pongratz, Geschichte der Universitätsbibliothek Wien, S. 98–102. Grassauer selbst hatte an der Wiener Universitätsbibliothek bei dem vormaligen Innsbrucker Bibliothekar Friedrich Leithe sein Handwerk verfeinert. Leithe hatte noch in Innsbruck eine neue, für Wien und Innsbruck geltende, Bibliotheksordnung ausgearbeitet, die dann auch durch Grassauer verbreitet wurde. (In Leithes Privatexemplar von Grassauers Handbuch, das heute im regulären Bestand der UB Innsbruck ausleihbar ist, findet sich auch eine Wid- mung von Grassauer an seinen „hochgeehrten Herrn Chef“.) Vgl. auch Hugo aLker, Auf- stellung und Signaturen der Universitätsbibliothek Wien. Ein Beitrag zur Geschichte des Numerus currens, in: Zentralblatt für das Bibliothekswesen 68 (1954), S. 241–252, hier S. 251. 82 grassauer, Handbuch für österreichische Universitäts- und Studienbibliotheken sowie für Volks-, Mittel- und Bezirks-Lehrerbibliotheken, S. 44. Vgl. dazu auch LHotsky, Geschichte des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 1854–1954, S. 129–131, dort auch die neuen Statuten des IÖG. Im § 1.2. heißt es, „Eine weitere Aufgabe des Instituts ist es, die fachmännische Heranbildung von Beamten für Bibliotheken, Archive und Museen zu erzielen.“ Der Grund für diese erweiterte Zielsetzung war nicht bloß der, die Bibliothekar- sausbildung zu verbessern, sondern auch die bisweilen schlechten Berufsaussichten der Absolventen zu verbessern. 83 Vgl. JocHum, Kleine Bibliotheksgeschichte, S. 125, allerdings mit dem Unterschied zu den preußischen Verhältnissen, dass dort die Bibliotheken meist direkt den Universitäten un- terstanden und nicht, wie es in Österreich vielfach üblich war, die Bibliotheken und Uni- versitäten zwar eng gebunden, aber formal unabhängig voneinander waren.
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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860 Aufbruch in eine neue Zeit
Titel
Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860
Untertitel
Aufbruch in eine neue Zeit
Autor
Christof Aichner
Verlag
Böhlau Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20847-1
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
512
Schlagwörter
University of Innsbruck, University Reforms, Thun-Hohenstein, Leo, Universität Innsbruck, Reform, Universitätspolitik, Thun-Hohenstein
Kategorien
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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860