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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860 - Aufbruch in eine neue Zeit
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8.4. DIE BIBLIOTHEK ALS WISSENSCHAFTLICHES INSTRUMENT 417 Dazu seien im Folgenden einige Beispiele aus Innsbruck angeführt, die diese Tendenzen veranschaulichen: Fast alle Bibliothekare bis zum Amtsan- tritt von Martin Scherer versahen ihren Dienst in der Bibliothek neben ihrer Tätigkeit als Professor an der Universität oder am Lyzeum. Scherer selbst war bis zu seinem Antritt Supplent der Lehrkanzel für Religionslehre, nach- dem die Lehrkanzel aber definitiv mit einem anderen Kandidaten besetzt worden war, versah er lediglich das Amt des Bibliotheksdirektors.84 Seine Nachfolger (bis auf den interimistischen Vorstand Zingerle) hatten allesamt eine Bibliothekarslaufbahn eingeschlagen und gelangten so in die leitende Stellung des Bibliothekars.85 Ähnliches zeigen die Verhandlungen zur definitiven Nachbesetzung der Stelle von Martin Scherer 1859. Julius Ficker vertrat damals die Ansicht, ein Universitätsbibliothekar solle ein Mann der Wissenschaft sein, und emp- fahl daher Ignaz Zingerle. Dieser hatte nach der Pensionierung von Scherer interimistisch die Leitung der Bibliothek übernommen.86 Als einen von meh- reren Gründen führt Ficker in seinem Gutachten an, dass Zingerle als Wis- senschaftler besonderen Nutzen aus der Tätigkeit ziehen könne und sowohl der Wissenschaft als auch der Bibliothek dienen würde.87 Im Ministerium folgte man dieser Ansicht nicht und ernannte den vormaligen Scriptor der Bibliothek des Ferdinandeums und der Universitätsbibliothek Eduard Köge- ler, der sich hauptsächlich durch bibliothekarische Leistungen und Sprach- kenntnisse auszeichnete und nicht durch wissenschaftliche Erfolge glänzte.88 84 Vgl. Scherer an Karl Ludwig, Innsbruck 01.06.1857, Statthalterei, Präsidium, 1625 ad 1129/1857, Tiroler Landesarchiv. 85 Vgl. dazu die biographischen Anmerkungen zu den einzelnen Bibliothekaren bei Hittmair, Geschichte der k.k. Universitätsbibliothek in Innsbruck. 86 Bei diesem Anlass wurde der Gymnasialdirektor Siebinger um ein Gutachten gebeten, ob Zingerle für den Posten geeignet sei. Dieser empfahl Zingerle deshalb, weil er ein Mann der Wissenschaft sei und zahlreiche Sprachen beherrsche, und zog ihn dem Scriptor der Bibliothek Hammerle vor. Gleichzeitig musste er jedoch eingestehen, dass sein Urteil mit Bedacht aufzunehmen sei, da er nicht wisse, welche genauen Ansprüche man an einen Bibliothekar stelle. Siehe Siebinger an das Präsidium, Innsbruck 10.06.1857, Statthalterei, Präsidium 1624 ad 1129/1857, Tiroler Landesarchiv. 87 Ficker an Statthalterei, Innsbruck 01.01.1859, Statthalterei Studien 660/1859 (einsortiert unter 4726/1858), Tiroler Landesarchiv. Ficker war hier wohl auch durch seine Zeit an der Bonner Universität geprägt, wo mit Friedrich Wilhelm Ritschel ein Professor zugleich Ober- bibliothekar war. Vgl. JocHum, Kleine Bibliotheksgeschichte, S. 124–125. In Deutschland fand die Trennung von Bibliothekarsposten und Lehramt erst ab den 1870er-Jahren und auch dann nur zaghaft statt. Vgl. dazu auch Anton kLette, Die Selbständigkeit des bibliothe- karischen Berufs. Mit Rücksicht auf die deutschen Universitätsbibliotheken, Leipzig 1871. 88 Scherer an die Statthalterei, Innsbruck 24.10.1851, Statthalterei Studien 9314 ad 3003/1851, Tiroler Landesarchiv; Thun an Karl Ludwig, Wien 16.05.1859, Statthalterei Studien 10279 ad 660/1859 (einsortiert bei 4276/1858), Tiroler Landesarchiv. Vgl. dazu auch die Ansichten
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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860 Aufbruch in eine neue Zeit
Titel
Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860
Untertitel
Aufbruch in eine neue Zeit
Autor
Christof Aichner
Verlag
Böhlau Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20847-1
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
512
Schlagwörter
University of Innsbruck, University Reforms, Thun-Hohenstein, Leo, Universität Innsbruck, Reform, Universitätspolitik, Thun-Hohenstein
Kategorien
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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860