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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860 - Aufbruch in eine neue Zeit
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8 DIE UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK INNSBRUCK IN DER REFORMÄRA418 Zingerle wurde zum ersten Professor der deutschen Philologie in Innsbruck ernannt. Das letzte Beispiel ist die Regelung der Nachfolge von Eduard Kögeler 1867. Damals konnte der Senat seinen Wunschkandidaten erfolgreich in Stellung bringen.89 Schon bei der Ausschreibung des Postens hatte er durch- setzen können, dass ein abgeschlossenes Universitätsstudium für diese Stelle vorauszusetzen sei.90 Die Statthalterei hatte dies erst nicht in die Ausschreibung aufnehmen wollen, weil es bis dahin nicht als Voraussetzung galt, wie der zuständige Beamte in der Statthalterei mit Verweis auf Eduard Kögeler notierte. Im Ministerium dagegen folgte man allerdings der Ansicht des Senats und bestätigte damit auch den Trend zur Akademisierung des Bibliothekarstandes.91 Hinsichtlich eigener wissenschaftlicher Leistungen des Bibliothekars beharrte der Senat auch in diesem Fall darauf, dass ein Bewerber solche vorzuweisen habe. Er lehnte daher auch das Gesuch des provisorischen Vorstandes Anton Foregg auf definitive Anstellung ab92, da dieser in seiner Bewerbung prononciert darauf hingewiesen hatte, dass ei- gene wissenschaftliche Leistungen des Bibliothekars weniger als Beweis für dessen Fähigkeiten, sondern vielmehr als Hinweis auf fehlgeleiteten Fleiß anzusehen seien. Am Rande kann man anmerken, dass Foregg dabei den bereits erwähnten Klassikern der Bibliothekswissenschaft des 19. Jahrhun- dert Schrettinger und Ebert folgte: Was Schriftstellerische Arbeiten anbelangt, so lehrt die Erfahrung, daß durch dieselben der Bibliothekar von der emsigen Bearbeitung und Verwaltung der Bibliothek gewöhnlich abgelenkt wird, daher nach dem dafürhalten der be- rühmtesten Bibliothekare, eines Ebert, Schrettinger u. a. ein Schriftsteller von Profession zum Bibliothekar verdorben ist.93 Martin Schrettingers in seinem Handbuch. Auch er vertrat die Ansicht, der Bibliothekar solle weder Fachgelehrter noch Schriftsteller sein. Zit. bei. Adolf HiLsenBeck, Martin Schret- tinger und die Aufstellung in der Kgl. Hof- und Staatsbibliothek München, in: Rupert Hacker (Hg.), Beiträge zur Geschichte der Bayerischen Staatsbibliothek, München 2000, S. 128–151, S. 147. Dies zeigt auch, dass auf Seite der Bibliothekare schon ein gewisses Selbstverständ- nis für die eigene Profession herrschte, das jedoch noch nicht klar definiert war. 89 Im Übrigen ist der Vorgang auch interessant für das folgende Kapitel hinsichtlich der Stel- lung der Bibliothek und der Mitsprache der Universität. 90 Siehe Geyer an die Statthalterei, Innsbruck 11.07.1867, Statthalterei Studien 14751 ad 2276/1867, Tiroler Landesarchiv. 91 Vgl. Erlass zur Nachbesetzung der Stelle Kögelers, Wien 10.08.1867, Statthalterei Studien 17341 ad 2276/1867, Tiroler Landesarchiv. 92 Siehe Stellungnahme des Senats, Innsbruck 16.10.1867, Statthalterei Studien 21681 ad 2276/1867, Tiroler Landesarchiv. 93 Foregg bittet um Bibliothekarstelle, Innsbruck 25.09.1867, Statthalterei Studien 20000 ad
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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860 Aufbruch in eine neue Zeit
Titel
Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860
Untertitel
Aufbruch in eine neue Zeit
Autor
Christof Aichner
Verlag
Böhlau Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20847-1
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
512
Schlagwörter
University of Innsbruck, University Reforms, Thun-Hohenstein, Leo, Universität Innsbruck, Reform, Universitätspolitik, Thun-Hohenstein
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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