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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860 - Aufbruch in eine neue Zeit
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9 SCHLUSS Die Ministerschaft Thuns endete im Oktober 1860. Der Minister war nicht be- reit gewesen, den neuen Verfassungskurs des Kaisers mitzutragen und wurde daher demissioniert. Wie andere Universitäten auch1, sandte die Innsbrucker Professorenschaft anlässlich des Rücktritts eine Dankadresse2 an den ehema- ligen Minister. Darin sprachen die Professoren dem Minister sowohl ihre An- erkennung für dessen Leistungen aus, den „sie als Vertreter der Wissenschaft ihm schuldig sind“3, als auch ihre Hoffnung, dass die von Thun geschaffenen Einrichtungen Bestand haben würden. Die Professoren rühmten Thun in ih- rem Schreiben als den Schöpfer eines geistigen Erwachens in der Monarchie, das letztlich auch für einen „Aufschwung des staatlichen Lebens“4 gesorgt hatte. Mehrfach wird auf dieses geistige Erwachen verwiesen und damit neu- erlich eine klare Zäsur zum Vormärz gezogen – ähnlich wie es die Studenten bereits in ihren Liedern für Thun im Jahre 1854 getan hatten.5 Gleichzeitig ist bemerkenswert, dass die Professoren eine Verbindung zwischen den Refor- men der Universitäten und einer allgemeinen Reform des Staates ziehen und somit Thuns eigene Ansicht bzw. dessen Reformanspruch widerspiegeln, nur eine Reform des geistigen Lebens könne eine Reform des Staates ermöglichen. Von Bedeutung ist außerdem der neuerliche Verweis auf die besondere Rolle der Universität „an den Grenzmarken des großen Vaterlandes und nahe der Berührungslinie Deutscher und Italienischer Zunge“6. Abgesehen vom Inhalt dieser Dankadresse ist auch die Art des Zustan- dekommens des Schreibens von Bedeutung. Die Wiener Zeitung hatte zwar angegeben, dass die Adresse „von sämmtlichen Professoren und Würdenträ- gern sowohl der theologischen als der juridischen und philosophischen Fa- kultät“7 unterzeichnet worden sei, was allerdings nicht den Tatsachen ent- sprach. Denn wir erfahren aus einem Brief von Adolf Pichler, dass nicht alle Professoren das Dankschreiben unterzeichnet hatten: 1 Vgl. dazu die über 30 Dankadressen von Universitäten, Gymnasien und Privatpersonen im Nachlass Leo Thun-Hohenstein, A3 XXI D623 und D623a, Staatliches Gebietsarchiv Leitmeritz, Zweigstelle Tetschen-Bodenbach. 2 Die Dankadresse der Innsbrucker Universität ist abgedruckt in der Wiener Zeitung 277 (25.11.1860), S. 4682. Die Innsbrucker Dankadresse fehlt allerdings im Nachlass von Leo Thun. Die Adresse ist im Anhang der Dissertation abgedruckt. 3 Ebenda. 4 Ebenda. 5 Vgl. dazu Kapitel 4.2.2. 6 Wiener Zeitung 277 (25.11.1860), S. 4682. 7 Ebenda.
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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860 Aufbruch in eine neue Zeit
Titel
Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860
Untertitel
Aufbruch in eine neue Zeit
Autor
Christof Aichner
Verlag
Böhlau Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20847-1
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
512
Schlagwörter
University of Innsbruck, University Reforms, Thun-Hohenstein, Leo, Universität Innsbruck, Reform, Universitätspolitik, Thun-Hohenstein
Kategorien
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