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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860 - Aufbruch in eine neue Zeit
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9 SCHLUSS 431 nen, die als katholische ausgeschrieen; wo der Professor vor seinen Schülern behaupten darf: ‚Die Genesis ist eine herrliche Dichtung.‘ – ‚Die Bischöfe ha- ben nicht die nöthige Bildung um den bonitzschen Organisations-Entwurf zu würdigen.‘ u.a. wo es nichts als Umtriebe, Parteilichkeit und Schwindeleien gibt, die man nicht ertragen kann. [...] Die Thunsche Wirtschaft wäre nicht so weit gegangen, wenn man seinem Heilswerke recht entgegengetreten wäre. Millionen sind vergeudet worden, um Professoren anzustellen und Institute einzuführen, die die katholische Kirche untergraben.13 Auch für die weitere Zukunft erhoffte sich Kopetzky keine Besserung, denn: Thun ist wohl fort, aber seine Maschinisten treibens wie ehedem. Wir habens weit gebracht. Jener absolute Ministerialismus, genährt durch den Servilis- mus elender Creaturen im heidnischen Opferdienst der Eitelkeit und hohlen Ehre, jene schöpferischen Halbgötter und imaginären Heilande der Cultur und des Fortschrittes u.s.f. haben Österreich an den Rand des Verderbens gebracht.14 Der Brief von Pichler, besonders aber die schonungslosen Worte von Ko- petzky verdeutlichen somit die Bruchlinien, die trotz des erkennbaren Auf- schwungs der Universität während der Ära Thun aufgerissen waren. Die Briefe zeigen gleichzeitig, dass Kritik an den Reformen und an Thun von verschiedenen Seiten kam. Je nach Standpunkt richtete sich die Kritik da- bei meist auf verschiedene Teilaspekte von Thuns politischer Arbeit. So ver- urteilten etwa liberale Zeitgenossen Thuns Nähe zur katholischen Kirche, umgekehrt wurde Thuns Politik von katholischen Gruppen15 als zu liberal betrachtet. An erster Stelle müssen dabei Anhänger einer kirchlich-romanti- schen Restauration im Sinne Anton Günthers um den Wiener Prediger und Publizisten Sebastian Brunner genannt werden, die mit der Wiener Kirchen- zeitung ein weitreichendes Sprachrohr besaßen und mehrfach gegen ‚an- ti-katholische‘ Maßnahmen der Reformen Thuns protestierten.16 Aber auch 13 Kopetzky an Rauscher, Innsbruck 30.12.1860, Bischofsakten Rauscher, 1860, Diözesanar- chiv Wien. 14 Ebenda. 15 Vgl. zur Entwicklung der verschiedenen katholischen Gruppen/Milieus in Österreich scHeidgen, Der deutsche Katholizismus in der Revolution von 1848/49; weiss, Bolzanisten und Güntherianer in Wien 1848–1851. 16 Ein markantes Beispiel ist die Polemik um die Wahl von Hermann Bonitz zum Rektor der Wiener Universität bzw. die Auseinandersetzung um Franz Ungers Vorlesungen. Vgl. dazu bei Sander gLiBoff, Evolution, Revolution, and Reforms in Vienna: Franz Unger’s Ideas on Descent and Their Post-1848 Reception, in: Journal of the History of Biology 31,2 (1998), S. 179–209, hier S. 196–207; weiss, Bolzanisten und Güntherianer in Wien 1848–1851.
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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860 Aufbruch in eine neue Zeit
Titel
Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860
Untertitel
Aufbruch in eine neue Zeit
Autor
Christof Aichner
Verlag
Böhlau Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20847-1
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
512
Schlagwörter
University of Innsbruck, University Reforms, Thun-Hohenstein, Leo, Universität Innsbruck, Reform, Universitätspolitik, Thun-Hohenstein
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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