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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860 - Aufbruch in eine neue Zeit
Seite - 436 -
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9 SCHLUSS436 denke nur an das Huldigungsgedicht an Thun, das die Studenten im Rah- men eines Besuchs des Ministers dargebracht hatten. Ansonsten lässt sich aber über die Wahrnehmung der Reform durch die Studenten wenig sagen, diese waren vielfach meist Verhandlungsobjekte bei den anvisierten Ver- änderungen. Zeugnisse für die politische Einstellung der Studenten gibt es besonders für die Phase der Revolution, und diese deuten bereits die auf- kommende deutschnationale Stimmung der folgenden Jahrzehnte an. Mit Beginn des Neoabsolutismus werden diese seltener und erst mit der Grün- dung erster Studentenverbindungen nach dem Ende der Ära Thun lassen sich wieder tragfähigere Urteile zur politischen Einstellung der Studenten bilden. Von Gruppen außerhalb der Universität finden sich wenig Aussagen zur Wahrnehmung der Reformen. Einzig in der Debatte um die mögliche Auf- lassung der Universität 1848/49 bzw. im Vorfeld der Eröffnung der theologi- schen Fakultät lassen sich mehrfach Stellungnahmen ausmachen, in denen die Rolle der Universität artikuliert wird. Bezeichnenderweise erscheinen die Universität und die Studenten dabei einerseits als Wirtschaftsfaktor, an- dererseits wird häufig betont, dass durch die Universität in Tirol auch die Möglichkeit bestünde, die Studenten im Lande und damit in einem sicheren Umfeld zu erziehen. Die Implementation der ersten Reformschritte in Innsbruck zeigt au- ßerdem, wie sehr die Wünsche der Reformer sich von der Realität an der Universität unterschieden. Das offenbart namentlich die geringe Anzahl an Studenten, denn in den ersten Jahren wurden die Studien an der philoso- phischen Fakultät auf Grund von mangelnden Berufsaussichten großteils gemieden. Auch der quantitative Ausbau bei den Lehrstühlen vollzog sich nur zögerlich, obschon gerade im Revolutionsjahr große Aufbruchsstimmung innerhalb der Universität herrschte und zahlreiche Personen sich dafür in- teressierten, sich zu habilitieren bzw. einen Lehrauftrag zu erhalten. Außer- dem mangelte es nicht an Klagen über den schlechten Zustand der Biblio- thek oder die mangelhafte Ausstattung von Sammlungen und Laboratorien während der gesamten 1850er-Jahre, was als Hemmnis für eine erfolgreiche Umsetzung der Reformen identifiziert wurde. Zumal mit den Reformen auch eine Verwissenschaftlichung, das heißt auch eine stärkere Aufforderung zur Forschung an den Universitäten verbunden war, wurden diese Probleme von den Professoren als Hindernis für die Erreichung dieses Ziels gedeutet. Gerade anhand der Bibliothek, deren Rolle im Kapitel 8 untersucht wurde, lässt sich die Entwicklung der Universität zu einer Stätte der Lehre und Forschung in Ansätzen erkennen. Nun stand nicht mehr hauptsächlich die Weitergabe kanonischen Wissens im Vordergrund, stattdessen wurde die Hervorbringung von neuem Wissen betont. Zur Aufgabe der Bibliothek
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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860 Aufbruch in eine neue Zeit
Titel
Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860
Untertitel
Aufbruch in eine neue Zeit
Autor
Christof Aichner
Verlag
Böhlau Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20847-1
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
512
Schlagwörter
University of Innsbruck, University Reforms, Thun-Hohenstein, Leo, Universität Innsbruck, Reform, Universitätspolitik, Thun-Hohenstein
Kategorien
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