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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860 - Aufbruch in eine neue Zeit
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9 SCHLUSS 439 2.3., ausführlich erörtert. Festzuhalten bleibt, dass es eine Orientierung an den preußischen Universitäten gab. Sowohl der erste Unterrichtsminister Franz Sommaruga als auch Franz Exner hatten dies explizit hervorgehoben – beide hatten allerdings auch auf die Respektierung österreichischer Eigen- heiten gepocht. In den Quellen wird meist allgemein von deutschen Univer- sitäten gesprochen. Bewusst wurde in der Arbeit nicht von einem deutschen ‚Modell‘ gesprochen, denn eine solche Vorstellung von einem einheitlichen ‚deutschen Modell‘ oder eben eines ‚Humboldt’schen Modells‘ existierte zu der Zeit nicht. Dennoch wurden einige Merkmale herausgearbeitet, die von Zeitgenossen als typisch für die deutschen Universitäten galten. Besonders wurde dabei die akademische Freiheit betont. Wie Mitchell Ash zuletzt noch einmal deutlich gemacht hat, bedeutete die Orientierung an Preußen beson- ders auch die Übernahme der Ordinarienuniversität. Allerdings betont er auch, dass gerade im Hinblick auf die Etablierung des Forschungsimpera- tivs an den Universitäten eher eine parallele und wechselseitig beeinflusste Entwicklung stattfand, als „eine Übernahme bzw. eine Imitation des einen (noch kaum ausgeformten) ‚Systems‘ durch das andere“29. Darüber hinaus finden sich – das zeigen auch die Vorschläge der Inns- brucker Professoren bei der Implementation der Reformen – Anklänge an die Bildungsideale des Neuhumanismus und der Romantik. Dazu zählt be- sonders die Förderung der antiken Sprachen im Gymnasium. Zentral war auch die Übernahme der Seminare als Ausbildungsstätten für Lehrer.30 In Innsbruck wurden die ersten Seminare erst nach der Ära Thun eingerichtet, zunächst ein Seminar für klassische Philologen31, dann auch eines für His- toriker. Allerdings hatte Julius Ficker, der die Seminaridee an seiner Hei- matuniversität in Bonn kennengelernt hatte, bereits in den 1850er-Jahren spezielle Übungen für angehende Gymnasiallehrer angeboten. Neben die- sem positiven Wissenstransfer zeigt sich deutlich in der Politik Thuns, dass die preußischen Universitäten gleichzeitig auch zur Abgrenzung verwendet wurden. Einerseits sollte Österreich nämlich ein qualitativ gleichwertiges Universitätssystem wie Preußen erhalten und damit in Wettbewerb mit diesem treten und ein katholisches Gegengewicht etablieren. Andererseits 29 asH, Wurde ein „deutsches Universitätsmodell“ nach Österreich importiert? Offene For- schungsfragen und Thesen. 30 Vgl. dazu auch bei Walter HöfLecHner, Bemerkungen zu Charakter und Funktion des Seminars im Studium der Geschichte, vornehmlich am Beispiel der Universität Graz, in: Herwig Ebner/Ingeborg Wiesflecker-Friedhuber (Hgg.), Forschungen zur Geschichte des Alpen-Adria-Raumes. Festgabe für em.o.Univ.-Prof. Dr. Othmar Pickl zum 70. Geburtstag, Graz 1997, S. 227–240. 31 mutH, Die Begründung des heutigen Instituts für Klassische Philologie der Universität Innsbruck im Jahre 1860.
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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860 Aufbruch in eine neue Zeit
Titel
Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860
Untertitel
Aufbruch in eine neue Zeit
Autor
Christof Aichner
Verlag
Böhlau Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20847-1
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
512
Schlagwörter
University of Innsbruck, University Reforms, Thun-Hohenstein, Leo, Universität Innsbruck, Reform, Universitätspolitik, Thun-Hohenstein
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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