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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860 - Aufbruch in eine neue Zeit
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9 SCHLUSS444 der Jesuiten von der Fakultät verlangten, um die Freiheit von Lehre und Forschung sicherstellen zu können.47 Während 15 Jahre zuvor die Eröff- nung der Fakultät und die Übertragung an die Jesuiten von vielen Profes- soren freudig begrüßt bzw. allgemein der katholische Charakter der Univer- sität evoziert worden war, sah man in der theologischen Fakultät nun die Gefahr, „die ganze Universität als eine confessionelle Anstalt zu stigmatisie- ren“48. Die Jesuiten überstanden diesen Angriff, lediglich das Vorrecht des Ordens zur eigenmächtigen Besetzung der Professuren wurde vom Ministe- rium gekippt.49 Dass sich die Unzufriedenheit bei zahlreichen Professoren damit nicht ge- legt hatte, zeigen noch mehrere Episoden. Eine davon war die Absage der Feier zum 200-Jahr-Jubiläum der Universität. Im Vorfeld der Feierlichkeiten war nämlich ein Streit darüber entbrannt, ob eine Festmesse Teil des offizi- ellen Festprogramms sein sollte. Die Frage entzweite sowohl Professoren als auch Studentenschaft dermaßen, dass das Fest letzten Endes abgesagt wur- de.50 Das wohl bekannteste Ereignis in diesem Zusammenhang war die Af- färe um Ludwig Wahrmund, dessen öffentliches Eintreten für die freie Wis- senschaft einen monarchieweiten Skandal erzeugte. Die Universität stand damals mehrheitlich auf der Seite Wahrmunds, offen angefeindet wurde er jedoch vom katholischen Klerus und katholischen Studentenverbindungen.51 Dies verdeutlicht, wie sehr sich die Diskurse um den katholischen Charakter der Universität und jene zur Glaubenseinheit in Tirol, die in den 1850er-Jah- ren noch parallel geführt wurden und sich gegenseitig stimulierten, nun von- einander entfernt hatten bzw. von einer neuerlichen Skepsis gegenüber der Universität von Seiten der breiten Bevölkerung abgelöst worden war. Der Schwerpunkt der Arbeit lag auf der Untersuchung der Personalpoli- tik Thuns an der Universität Innsbruck im Kapitel 5. Den Ausgangspunkt bildete dabei die These Hans Lentzes, dass die Personalpolitik ein zentra- les Instrumentarium Thuns zur Implementation der Reformen war, mit de- 47 oBerkofLer, Die Petition der drei weltlichen Fakultäten um Aufhebung der Jesuitenfakul- tät von Jahr 1873. 48 Aus der Petition der drei weltlichen Fakultäten, abgedruckt bei: oBerkofLer, Die Petition der drei weltlichen Fakultäten um Aufhebung der Jesuitenfakultät von Jahr 1873, S. 91. 49 Die SJ besitzt indes bis heute ein Mitspracherecht bei der Berufung von Professoren an die theologische Fakultät. 50 Vgl. BöscHe, Zwischen Kaiser Franz Joseph I. und Schönerer, S. 59–60. 51 Vgl. zum Skandal Hermann J. W. kuPrian, „Machen Sie diesem Skandal ein Ende. Ihre Rektoren sind eine nette Gesellschaft“, in: Michael Gehler/Hubert Sickinger (Hgg.), Politi- sche Affären und Skandale in Österreich. Von Mayerling bis Waldheim, Innsbruck, Wien, Bozen 2007, S. 99–127; BöscHe, Zwischen Kaiser Franz Joseph I. und Schönerer, S. 135– 154; surman, Habsburg Universities 1848–1918, S. 346–350.
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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860 Aufbruch in eine neue Zeit
Titel
Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860
Untertitel
Aufbruch in eine neue Zeit
Autor
Christof Aichner
Verlag
Böhlau Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20847-1
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
512
Schlagwörter
University of Innsbruck, University Reforms, Thun-Hohenstein, Leo, Universität Innsbruck, Reform, Universitätspolitik, Thun-Hohenstein
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860