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Unser Vaterland - Steiermark und Kärnten
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Steicrmark. Ring ragen zahllose Schlote von Fabriken aller Art nach beiden reiten des breiten Thales bis an die Berge hin. Und an den Hügeln und auf den Höhen zwischen Busch und Wald prangen liebliche Landhäuser. — Graz zählt an viertausend Häuser und ncunzigtauscnd Bewohner. — Diese trockenen Angaben eingeprägt läuten wir im mittlerweile sonnig gewordenen Zimmer des Hotels dac- Frühstück herbei. Ein freundliches Stubenmädchen erscheint mit Kaffee, Rahm, süßer Butter und steirischcm Käse. Wir genießen mit Behagen, bestellen uns für Mittag ein Mahl, wobei die ubcrländische Forelle, der stcirische Knpann, das Grazcr Iwicbat, Tteinfeldcr-Bicr und Kleinuscheggcr Schaumwein nicht fehlen darf ^ dann treten wir den Spazicrgang durch die Stadt an. ,,Dic Stadt GrazamMurflussc," wollte jener Franzose den Seinen nach Hause schreiben nnd schrieb: ,,(^'68t la II, rivikrs äs >oas da- heim übersetzt wurde: „die Stadt der Gra- zien am Licbesflussc". Die Mur rinnt mitten durch die Stadt und zwei Ket- tenbrücken lind zwei Holzbrücken vermit- teln uns beide Theile. Durch die düstere aber sehr belebte Mur qasse gelangen wir zum fast dreieckigen, gut- Graz: Im Hofc gepflasterten Haupt- platze, >vo vor dem stattlichen Rathhause das schönste Denkmal der Stadt aufgerich tet ist — das Erz- her',og Johann-Denk- mal. Auf einem hohen Sockel steht die erzene Etatue des Gönners der Steier- mart; an den vier Ecken des Monu- mentes prangen die Allegorien der vier größtenFlüsseSteier- marks, Trau, Mur, Enns und Saue. Ein vierfacher Brunnen wird mit diesen: Mo- numente verbunden sein. — Wir könnten nun von der Mur- gasse gerade aus die steile, von Menschen wogende Sporgassc hinaufbiegen, mn die ^tndt kurz zu durchschneiden, oder wir könnten links zwischen Mur und Schlußbcrg die lange, malerische Sackstraßc hinan, um rasch den Schloßbcrg, der hier mit steilen Wänden niederstarrt, zu umringen; aber wir schlendern rechts die Herrengassc hinab, den Corso der Grazer, stets wimmelnd von Menschen und Wägen an den Spiegclwändcn der Auslagen vorüber. Die meisten Häuser sind hier, wie in der ganzen inneren Stadt zwei, drei und vier Stock hoch und mit steilen Giebeldächern, was der Stadt den altcrthümlichen Charakter gibt. Die Gassen sind in der innern Stadt eng, aber mit gutem Würfelpflaster versehen; die neuen Gassen der Vorstädte sind breit und theils vor den Häuseru mit Gärten eingerahmt. — All die Großen des Landes, an deren Schlössern und Landgütern wir auf unserer Wanderung vorübcrgekommen sind, besitzen in der Hauptstadt ihre Häuser und Palais, meist wohl mit anspruchslosem Acußcrn, bisweilen aber auch voll schwerer architektonischer Pracht, wie z. B. das Palais Attems, vielleicht der imposanteste Bau der Stadt, auffallend durch seinen monumentalen, ernsten Charakter. Bald gelangen wir in der Hcrrcngassc zu einem großen, altersgrauen Gebäude, dem Landhause, Versammlungsort der Stände, wo die steirischen Landtage abgehalten werden. Architektonisch
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Unser Vaterland Steiermark und Kärnten
Titel
Unser Vaterland
Untertitel
Steiermark und Kärnten
Autoren
Peter.K. Rosegger
Fritz Pichler
A. von Rauschenfels
Verlag
Gebrüder Kröner
Ort
Stuttgart
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
28.1 x 42.23 cm
Seiten
344
Schlagwörter
Wandern
Kategorien
Geographie, Land und Leute
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