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Unser Vaterland - Steiermark und Kärnten
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Steicrmark, Eiu paar Dachbretter fliegen in der Luft, von der Wandbank kollern die Melkzubcr, das kleine Haus auf der Bcrgcshöh' stöhnt in Todesangst. Blitz, Donner, Wasserstürzc und Hagel nmbransen die Hütte. „Wie bin ich froh, daß Leut' da sind," sagt die Schwaigcrin, „zu todt fürchten müßt' sich eins allein!" „Zwei Wetter sind znsammcn gekommen," meint der Alte, „und jetzt raufen sie miteinander. — Die zwei Ritter haben es anch so gemacht. — Jetzt, wie der Kncnring die Jungfrau schier gehabt, wie schon die vornehme Hochzeit ist gewesen im Perncggcr G'schluß — ist auf einmal auch der Wulf da. Du, Kueiniug! sagt er, du bist ein Wicht und nur Zwei sind für Eine um halben Theil zu viel, Einer von uns muß sterben. Kuenring, wo willst mit mir den Iweikampf halten? — In meinein Hochzcitc>haus nicht. Lieber da oben auf dem hohen Berg. — Ja, weil er eine Her hat gewnßt, die hier oben in einer Felsenhöhle hat gewohnt und auf die er hat vertraut. — lind der Ttubcnbcrger nimmt sein Schwert, das bei Ehristi Grab das Hcidcnblut hat vergossen, nnd da oben auf hohem Fels, wo der Berg jäh abgeht nach allen Seiten, thäten sie gegen cinandcrrcnncn. — Das Herz mitten durchstochen, ist der Kuenring hingefallen zur Erden. Der Stubcnbcrgcr hat sein Schwert genommen uud gesagt: Du meines Vaters Schwert hast für den Heiland gestritten und den ehrvergessenen Mann besiegt, dn hast einen schönen Lauf gethan, dn sollst ruhen in der Erden auf diesem hohen Berg. Tu wirst nimmer verrosten uud dereinstmal, wenn die wilden Zeiten kommen, wird dich ein Edelmann finden und mit dir den Feind vertreiben. — So hat der Stubcnberger gesagt, hat sein Schwert vergraben. Alte Leut aber haben erzählt, er hätte nicht gesagt ein „Edelmann", sondern ein „Bettelmann" sollt' das Schwert finden. — Jetzt, Bettcllcnt' sind schon viel da heroben gewesen — keiner hat's troffen. — Leicht, daß ich dazukomm'." Wie aus der Pfeife hat der Alte die Geschichte gesogen, nnd als jene verloschen, ist diese verstummt. — Das Gewitter hat sich auf das stete Bemühen der Schwaigcrin mit dein Kreuz vcrtobt und die Wultenfetzen zerrissen wie der Vorhang des Tempels von unten bis oben. In wundersamer Plastik steht die Schwabengruppc da, aber anf mehreren Höhen des Murthales liegt die wciße Hülle des Hagels. „Wie ich mein Kreuz nicht zur Hand hab," meint die Schwaigen», „so fährt das grob Wetter auf uns los!" „Dirn!" sagt der alte Halter, „das Kreuz mag gut sciu, aber dem Stubenbcrgcr sein Schwert wär' mir noch lieber." Wir rüsten nns zum Aufbruch; da ruft der Halter: „ Ihr geht gleich so davon und fragt nicht wic's nuc-gangen isti Gehcirathet hat er sie nachher, der Wulf die Agnes." Mit dicfcr schönen Befriedigung kehren wir nach Brück zurück.
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Unser Vaterland Steiermark und Kärnten
Titel
Unser Vaterland
Untertitel
Steiermark und Kärnten
Autoren
Peter.K. Rosegger
Fritz Pichler
A. von Rauschenfels
Verlag
Gebrüder Kröner
Ort
Stuttgart
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
28.1 x 42.23 cm
Seiten
344
Schlagwörter
Wandern
Kategorien
Geographie, Land und Leute
Geschichte Vor 1918
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