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Unser Vaterland - Steiermark und Kärnten
Seite - 138 -
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harnten. Die Lage nun Spital anf einem gegen die Dran sanft abfallenden Plateau ist in jeder Hinsicht ungewöhnlich günstig; besonders anziehend sind die sich darbietenden Landschaften thalauf nnd thalab, die nun dem Guldeck, dein nühncrsbcrg, der Millstättcr-Alpc, der Krcutzcck- und Stellkopfgruppe, sodann aber vorzüglich von der langgedehnten Perspeetivc der nwllthaler Berge gebildet werden. Das Aeserthal, Malta und pöllathal. üächst Spital fallt die von der salzburgischcn Grenze kommende Lieser in die Dran nnd wenn wir längs der erstereil hinanf wandern, betreten wir Lieserhufen und jenes Trebesing, wo Paul Razga I>i'.'^ als Pfarrer wirkte, derselbe, welcher ein eifriger Schulfördcrer und Menschenfreund, durch naynan'c- Blnt-Urtheil erreicht, im Jahre 1849 zu Presburg hingerichtet wurde. Vor dem freundlichen, reizend gelegenen Städtchen Gmünd, an der Straße nach Salzburg, stehen wir am Eingänge in's Maltathal, das seiner zalreichen, prachtvollen Wasserfalle wegm in neuerer Zeit ein vielgesuchtrs Ziel der Tuuristeu gewurdeu ist. In der That hat das Maltathal, eigentlich der Malta- und Gößgrabeu, Wasserfälle in so reicher Fülle und Größe auszuweisen lman zält deren neun- undzwanzig) wie sein nördlicher Nachbar, Gastein; denn es gehört anch noch zur Wasserfallstrecke der Alpen, vum Krimler-dauern bic- znm Hafnereck, in »velcher nicht nur die Seitenhöhen Staubfäden herabsenden, sondern auch der Hauptbach über seine Thalstufen in majestätischen Fällen herabwugt. Fast jede von diesen Easeaden, die sich natürlich im Frühjahre bei schmelzendem Schnee am imposantesten zeigen, hat ihre malerischen Eigentümlichkeiten: nnter allen nennnndzwanzig dürften jedoch der Fallbach, der obere und untere Gößbachfall, der Schaum- und Ritteralmfall, der Maltafa» bei der „hohen Brücke", der Huchalmbachfall, in Sonderheit aber der Maltafall beim „Planen 3nmpf" hervorzuheben sein. Die wasserreiche Malta stürzt in der Richtnng ihres Lanfes etwa zwanzig Meter tief in einen Felsenkessel, worin die gesammelte Wasserflnt unmittelbar nach dem Falle eine bläuliche Färbung annimmt, daher die Benennnng „Blauer Tnmpf". — Die oberste Ttnfc des Maltathales heißt da^ „Elend" nnd ist von mächtigen ^ivnfeldern umschlossen, welche vum Hafnereck, über die Kaltewand, den Kulm, das Teschlerkar, die Elendscharte, den Ankogel, das Gruß-Elendkeec- nnd den Hochalpenspitz halbkreisförmig sich herumlageru. Keiner dieser begletscherten Huchknlme ist unter 2')0() Meter huch. Alc- König der Elendgletscher-Gruppe stellt sich das Säuleck dar, aber auch der Ankogel weist imponierende Formen, die ihn unter den Häuptern dieses Gebirgszugcs auszeichnen. Das Maltathal ist nächst der Pasterze die interessanteste Hochtour, die man in Kärnten machen kann. — Wo die breitflntende Malta in die Lieser mündet, an der Gabelung zweier weit znrückgrcifender Grcnzthäler, liegt das Städtchen Gmünd. Durch seine wcitgefurmte Echlußkrone, einen Schmuck, den der Stadtbau der »eueren Residenz wiederholt, durch den Stadt- thurm, durch die zierliche Anfahrt zum graustcinichten Brückenbugen, vur allem aber durch die Grußartigkeit des Gebirgshintcrgrundcs macht das Städtchen den Eindruck des Vornehme», während die älteren Theile desselben, vom Zahne der Zeit zernagt, immer noch einen, wenn auch nicht vornehmen, so doch malerischen Anblick gewähren. Das neue Grafen- schloß, auf einer um fast sechshundert Fuß höheren Stelle gebaut als die spitaler Mustcr-Schloßbautc, verkündet der nordisch rauheren Gegend in seiner Fa^adc wie in den hohen Sälen nnd Gemächern die Reize italischen Stiles. In seinen Hallen waltet ein Edelgeschlecht aus den Gaucu der Adigc, welches seit dem Begründer der hiesigen Primugenitur, Paris Grafen Lodron, für Kärnten in Bezug auf Staatsverwaltung, Kunst nnd Industrie Denkwürdiges geleistet. Das weitläufige Obcrschloß ist älter. Das Hauptthor der Burg erinnert mit dem Bilde in der Mauer, Stcinkugcln und Würfclfeldern, an den abenteuerlichen, ungenannten Kricgsmann, der, im Spiele gewinnend, Burg nnd Ansehn errang nnd auf Fortunens Rechnung wieder verlor. Der uralte Fclsensitz kam wol in der Karolingerzeit in den Besitz des Kirchcnfürstcn von Salzburg. Damals klang hier die slavische Sprache, ausgenommen vielleicht das etwa
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Unser Vaterland Steiermark und Kärnten
Titel
Unser Vaterland
Untertitel
Steiermark und Kärnten
Autoren
Peter.K. Rosegger
Fritz Pichler
A. von Rauschenfels
Verlag
Gebrüder Kröner
Ort
Stuttgart
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
28.1 x 42.23 cm
Seiten
344
Schlagwörter
Wandern
Kategorien
Geographie, Land und Leute
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