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harnten.
Uebcrruinpclung von Klagcnfurt. Bei einem Rccognoscicrungsgange sauste eine Kanonenkugel dicht neben dem
Helden aus Passcir uorbci.
Beim Vahnhofc in Benachbnrung der Kirche St. Lconhard stehen die letzten Höhen von Sachscnweg, und
dahinter erstreckt sich das Nordwcstthal, „wo jauchzend sich im Sprunge — vom Felsen hochgeschürzt — die Moll,
die cwigjungc, — zum Abgrund donnernd stürzt." Möllbruckcn entzaubert nächst der ßiscnbahn-Gittcrbrücke von
885 Fuß Lichtwcitc das überraschendste Panorama, das zwischen den gcschartetcn Kulmen des Hiihnersbcrgcs, dein
langen Triftcnrückcn der Millstättcralm und hüben nach den Wandschlüsscn des Staffbcrgs bis hinunter zum Dobratsch
gegeben ist, während aus dem Möllthal-Portalc heraus der kegelförmige Daniclsbcrg guckt, der Hintergrund gedeckt
von den schon bekannten Forstkulosscn. Das Wirtshaus neben den Spicßglanzgrubcn nnd der Blciweißfabrik zeigt
noch die Kugclspurcn aus dem Landsturm von 1809. Im Oktober brachen da die Obervcllachcr heraus mit vorarl-
bcrger Studenten, geführt vom Schützcnmajor Ioh. Türk unter Augschell, Halbfurtcr, Pfaundlcr; auch der ober-
vcllachcr Gcrichtsdicncr Zarcr war zum Hauptmannc avanciert uud führte einen schärferen Säbel als an gcwöhu-
f)aitie an der Viau in 5achsonburg.
lichen Amtstagcn. Das war ein Gewimmel um die Möllbrückc; Joche abtragen, Verhaue machen, Wiederherstellung,
Berenmmg der Sachscnforts, Ncreinung mit den Licscr- und Katschthalcrn, schließlich dennoch Rückgang über die
Moll, Waffenablieferung! Schicken wir einen friedlichen Gruß hinüber durchs Wöllathal nach Stall, wo unter den
Fclsgchängcn der Stcinwand seine Knabenjahrc verlebte der Dichter Hans Fcrchcr, genannt von Steinwand (ge-
boren 1830, 22. März). Im Aufschwungsjahre 1848 mit Lexer, Eggcr-Müllwald auf dem Gymnasium zu
Klagcnfurt, später auf deu Hochschulen zu Graz und Wien, seither an der „blauen Douau" uud vorwiegend in
Pcrchtoldsdorf eingebürgert, hat der mit gewaltigem Ausdrucke wirkfame Poet seinen ersten (um 1854 veröffentlichten)
Einzclgcdichtcn, wildschön und uugedämmt wie seine Möllhcimat, die Tragödie „Dankmar" (1867) folgen lassen,
nur eben eines von seinen vielen, in Handschrift abgeschlossenen Dramen (Drahomira, Heinrich IV., Sand) und 1874
das crzälendc Gedicht „Gräfin Scelenbrand". Des Poeten tiefe Empfindung, tüchtiges Talent, ernstes Streben, die
straft der Sprache, den Gedankenreichtum, die ergreifende Wirkung im Drama rühmend, schließt Hermann Kurz:
Wir dürfen noch Bedeutendes von ihm erwarten.
Das Lurnfeld, vier Stunden lang und an der schmalstcn Stelle eine halbe Stunde breit, mit den wald-
reichen Verghängcn umsäumt und ein Mustcrtcppich des erfreulichsten Fcldanbaus, ab und zu mit breitkronigen
Nußbäumcu bestellt, läßt das Auge schwer zur Ruhe kommen. Hier die lindcnbcschattcte Magdalenenkapellc mit den
sagenhaften Blutmuldcn, die eine Schlacht zwischen Franken und Slaven gefüllt hat, die sich wieder füllen werden,
wann unter dem dreimal erneuten Lindcngcäst der Slave, wie Philottct seiner Pfeile und Keulen wieder froh, die
Unser Vaterland
Steiermark und Kärnten
- Titel
- Unser Vaterland
- Untertitel
- Steiermark und Kärnten
- Autoren
- Peter.K. Rosegger
- Fritz Pichler
- A. von Rauschenfels
- Verlag
- Gebrüder Kröner
- Ort
- Stuttgart
- Datum
- 1877
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 28.1 x 42.23 cm
- Seiten
- 344
- Schlagwörter
- Wandern
- Kategorien
- Geographie, Land und Leute
- Geschichte Vor 1918