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Unser Vaterland - Steiermark und Kärnten
Seite - 168 -
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168 harnten. Bauern, sie hätten fast den Magyaren und den Sackmann ebenso gern oben gewußt auf dein gebietenden Felscnsitz. Im Jahr 1666, nach einer Einkehr der nach Wien fahrenden Kaiserin Margarctha, erscheint die Burg (auch zu Valoasors Zeit) noch stattlich und wulbedacht; seither aber hilft jedes Jahr das Schloßgethürm zerbröckeln. Die Geschichte des Hauses lebt fort durch Karlmann Tangls Griffel. Auch Margarethe, die Maultasch, ist dagewesen, wie sollte sie fehlen, die romantische Männin? Dort aber an den Borden der aus malerifchcr Schlucht ansgcbrochcnen Licscr winkt uns das weiße Häuscrrund des Marktes Spital, des Vorortes am Straßenzugc gen Gmünd-Salzburg, mit dem Hintergründe des straßenbcschlängcltcn Patriaribcrgcs. Von cincin schlichten Hospitium in der Nähe der Röüierstadt Tcuruia ist es wol vor dem elften Jahrhunderte ein Kirchcnort geworden, welchen die Ortcnburgcr nm des gntcn Verhältnisses zn Salz- burg willen mit Priester- und Tpittelstiftungcn versahen. Aber erst nach dem Hcrabsteigeu der herrschenden Macht von den Vcrgwarten, nach dem Ab- gänge der Ortcnburgcr mag sich das hiesige Gemeinwesen etwas eigenartiger ausgebildet haben. Gabriel Salainanka, des Erz- herzogs Ferdinand Schatzmeister, vieler Schlösser und Herrschaften Besitzer in Oestreich wie am Rhein, erhielt 1524 gegen eine Gcldlicferung die Grafschaft Ortcnburg und wagte trotz seines Ausländcrtums in das Ständcwcsen unliebsam einzu- greifen. Graf Ferdinand, der zweite Grafschaftsbefitzcr, begann und volleudcte um 1549 den Burgbau zu Spital. Die Grafen- pfalz aber, im Brande von 1797 Spital: 2tiege im 2chloß des Fürsten siorzia. gerettet, ist ein wahres Juwel unter den Bnrgcn des Kaiscr- staatcs, sie ist gleichsam das östreichische Heidelberger-Schloß uud wurde in Betreff des Viereckthurmes auch dem Schlosse von Stuttgart verglichen. Anf die Endwcstflanke des stadt- artigen Marktes hingestellt, mit der lachenden Gartcnfronte gegen die Wunder des Oberlands hinaufschaucnd, läßt sie minder von den Rundbogenfcnstcrn des Acußcrcn — am wenigsten durch die Krönung des Portales — jenes überraschendcInnere ahnen, auf welche wol das Pilaster- Zicrwerk des Einganges ein fein- fühliges Auge vorbereitet. Das bestrickende Gewebe venetianischcr Frührenaissancc waltet in der Aufthürmung der Arkaden und Bogengänge des Palasthofcs un- gefähr wie im Brunncnhufc des gräzer Ständehauses oder noch besser des Handclsgerichtshauses der Herrengasse in Wien. Das letztgenannte war eben auch 1546 gebaut und 1692 an die Fürsten Porzia übergegangen, wie das mit Spital dreißig Jahre früher geschehen. Man hatte bei dem Flcchtwerk der Portalsäulen sich an die Anfänge dieser Art mit Alberti's Bau von San Francesco zu Rimini erinnert; die trefflichen Balustraden-Verschlingungen, die Medaillons, Büsten, die allegorischen Figuren und antiken Helden und Geräte auf allen Schlußsteinfüllungen und Gesimfcn, der reichhaltige Wechsel heiterer Einfälle läßt auf das gebildete Kunstbedürfniß ^ 1a Scamuzzi fchlicßcn. In den zalreichen aussichtprunkcnden Gemächern setzt sich der zarte Geschmack in den Marmor-Schnitzwerken der Thürwangen fort, wie dcun auch ein steinernes Lichthäuschen mit heraldischer Beigabe an der Treppe die Blicke des Kenners auf sich zieht. Die Kapelle enthält ein altdeutsches Tafelbild mit Goldgrund, zweitheilig, fünfzehntes Jahrhundert; das Kaiferzimmcr jenes Baldachinbctt, dessen Barokkicrung die schwere Vergolderlüge drückt, mit dem Granatapfel-Defsin, welche Zierden alle zum Empfange des Kaisers Karl V., des flüchtigen, aus dem Inventar der früheren königlichen Reisemarschälle hervorgeholt wurden sind. Der Saal mit dem Schauerbilde der letzten ihres Stammes, der Gräfin Katharina von
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Unser Vaterland Steiermark und Kärnten
Titel
Unser Vaterland
Untertitel
Steiermark und Kärnten
Autoren
Peter.K. Rosegger
Fritz Pichler
A. von Rauschenfels
Verlag
Gebrüder Kröner
Ort
Stuttgart
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
28.1 x 42.23 cm
Seiten
344
Schlagwörter
Wandern
Kategorien
Geographie, Land und Leute
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