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Unser Vaterland - Steiermark und Kärnten
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harnten. sein vermoostes Einflußgebiet. Wol an sieben Müucnartcn Hinfliegen ab und zu die bnchtigen Niednfer, die Lach- mövc unikrcist das Gefchilf, und nicht selten schwebt die Sturmmövc über dem Brandungsgischt des ungeahnt bös- artigen Wcllgangs. Zuweilen nistet die rotfüßigc Mcerfchwalbe, auch die wcißgcflügcltc, in den Sandmuldcn der Flachufer, während der schwarzkchlige Sectaucher auf seinen Durchzügen vom höchsten Nord nur sehr vereinzelt zu Gaste kommt. Da schallt manchmal des Jägers Schuß aus dein winzigen Kahne, weithin das Bcrgcchu weckend. An der schmalstcn Secstclle gegenüber Sattcndorf und Emi-Cottage oder St. Urban, über welches von der Görlitzen herab, quer durch den See hinüber nach dem „Hohcnkcrl" und gen Veldcn znm Wörtherscc die Grenze zwischen Obcr- und Untcrkärnten gezogen ist, — liegt traumhaft versunken und in den Fluten sich wicdcrspiegelnd da5 alte Bcnc- diktincrstift Ossiach. Die drei Lachse des Stiftswappcns deuten auf eine angenehme Enthaltsamkeit für Tage, an welchen etwa das Wildwerk aus den gegenüberliegenden Hochalmen oder aus den Forsten des nach Kranzelhufcn hinaufführenden Taucrn nicht reichlich gcnng eingetroffen wäre. Hier wirkten die ersten Benediktiner in Kärnten; von Alt-Oetting kamen die Mönche daher und nahmen das trcffener Allodialgut, durch Kaiser Karlmann ihnen geschenkt, mit stiller Freude in Besitz. Sorgsam brachten sie das alte Pergamcn vom Jahr 878, als es die Flucht vor den Magyaren im Jahr 907 galt, in die kärntische Zufluchtsstätte mit, und dermal zeigt das steierische Landes- archiv zu Graz dies alte Schriftstück unter seinen Cimelien. Der Abt Wulfram, aus Altaich hcrübergcwandcrt, wird (vor dem Beginn der Urkundcnreihe mit 1188) für den ersten der bekannten Acbte (1060) gehalten. Etwa zwanzig Jahre später trat ein fremder stummer Büßer in die stillen Höfe und verrichtete niedere Kncchtsdicnstc bis auf sein Todtcnbctt. Da aber berief er die frommen Männer um fich, wies ihnen einen stralcndcn Siegelring mit könig- lichem Wappen und gab sich als der herrschende Piast Boleslaw II . von Polen zu erkennen, der, gebannt, den krakaucr Bischof Stanislaw am Altare erschlagen. Sein Grab zeigt man in der nordscitigcn Nische der Kirchen- Hauptmauer. Es besteht aus einem Kalkblock über der Höhlung, darin sich bis vor etwa vierzig Jahren eine metallene Kcttcnschlicße mit Eifennägeln und Beinwerl uorgefuudcn hat. Der Nischcnvcrschluß nach außen mit dem Rclicfstcin des gezäumten Pferdes und der Schriftfolge scheint jünger und auch das Schnitzbild dazn, sieben Ereignisse um das Königsbildniß anreihend, gilt als eine Wiederholung eines älteren Denkmals, von der Hand des einheimischen Plastikcrs Iobst. Ein Eiscnlauzcngittcr umfängt die Stätte, welche von der polnischen Emigration vielfach aufgesucht worden ist. Die böse Mähre weiß von dem vertauschten Königsringc. Abt Virgil Glcitzenbcrgcr schrieb eine Bolcslaide in sechs Gesängen. Seit den Reformations- und Türkcnzcitcn etwas erschüttert, durch Karls V. Macher Hofhaltung den Vcnctiancrn und Niederländern im besten Lichte präsentiert, mit dem Schlosse Weinberg bereichert, wurde das Stift 1784 aufgehoben, und dienten die Vauteu, vermöge des Heurcichthumcs der Tiebelgcfilde und der üppigen Hochalmmattcn, einem Staatsgcstütc. Der Kaiscrsaal im Commandantcnhause enthält die Fromillcr'schen Fresken, die Landcsfürstenreihe von Otto dem Fröhlichen bis Joseph I., die Hcrzogstuhlfcicr; Gemälde nach der Boleslawsagc zeigt die Kirchcnwand, einen rcttenswrrtcn Schnitzaltar die Nothclferkapelle. Aus dem Waldschattcn des Fußweges nach Hciligenstadt tretend, erreichen wir eine der cindrucksreichstcn Ruinen des Kärntcrlandcs, Landskron. Es ist eine gar wuchtige, zackenrciche Krone, welche dem Waldbcrg aufgefetzt ist, und man muß nur die malerischvcrtheilten Mauerricscn im Glühschcin des Abendrots weit hinaus bis in die Thale unter dem Mittagskogcl haben leuchtcu sehen, um an dem Prachtmale erinnerungsfroh zu hangen. Schon der ausgesuchte deutsche Name weist hin, daß die alte, jedenfalls slavische Bezeichnung der frühmittclaltcrigen Burg ganz verloren gegangen. Auch als ein ritterliches Geschenk seitens des Kaisers Max an die St. Georgcnritter von Millstatt (1496) will das Schloß nicht ins rechte Licht treten; wol durch einen Blitzstral in Brand gesetzt, droht die Burg uoch in des sechzehnten Jahrhunderts erster Hälfte ganz und gar zu verkommen. Und jetzt erst, seit Christoph von Khevenhillcr aus Kaifcr Ferdinand's Händen den Vergansitz übernommen, erhebt sich ein hallcnreicher, im jungen Kunstgcistc geschmückter Neubau (seit cirea 1550). Graben und Wall, Palas und Lugthurm, Prachtsaal uud Rüstkammer, die Hauslapelle, drin der evangelische Prediger Bernardin Steiner gewaltet, endlich auch Keller-
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Unser Vaterland Steiermark und Kärnten
Titel
Unser Vaterland
Untertitel
Steiermark und Kärnten
Autoren
Peter.K. Rosegger
Fritz Pichler
A. von Rauschenfels
Verlag
Gebrüder Kröner
Ort
Stuttgart
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
28.1 x 42.23 cm
Seiten
344
Schlagwörter
Wandern
Kategorien
Geographie, Land und Leute
Geschichte Vor 1918
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