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An den Ossiacher-, Afritzer- und Faacker-See.
raum und Lustgarten und Wildgchcge richtete der kärntische Landeshauptmann mit äußerstem Kostenaufwande ein,
wenngleich schwerlich mit dem gcläutertstcn Kunstsinne nach dem Muster der Spitalcr-Burg. Immerhin mußte dem
Zierdenamcn Rechnung getragen sein. Das hier herrschende Geschlecht versah die höchsten Aemter, und seine
Namcnsträgcr sind allermaßen gekannt. Die großartige Veste war aber kaum hundert Jahre an diesen Namen
gebunden. Schon 1632 wurde sie wieder des Kaisers. Denn Johann Khcvenhüllcr, nicht geneigt zur Rückkehr in
die gewaltsam wieder aufgerichtete Papstkirche sich zwingen zu lassen, hielt an seinem Lose der Verbannung ans dem
engeren Heimatlandc fest; in Gustav Adolph den zeitweiligen Schützer deutschen Rechtes erkennend, gieng er für den-
selben in den Tod. Auf den erwähnten SchwedewObristlieutenant zurück führt sich die Sage von den Schätzen, vergraben
in den Verließen Landskrons. Bis in die neueste Zeit ist das zerklüftete, 1878 durch Dr. v. Vest restaurierte Bergschloß
mit Geforst ein Eigen der Dietrichstcin geblieben, und unter friedlicheren Zeitgeschicken würde es vielleicht mit erneuten
Zinnen geprangt haben, hätte sein romantischer Verehrer von 1812, Engen Beanharnais, es thatsächlich gekauft.
Bis Töbring in der „Gegend", nächst der lieblichen Sommerweile St. Andrea, mag vielleicht in Urmenschcn-
zeitcn der Seeboden gereicht haben; von da rücken die dunkelnden Berge vertraulicher zusammen und machen fort-
dauernd mehr und mehr Geheimniß. In schöner waldgrüner Bucht erscheint Treffen, das Dorf mit Neuschloß und
Burgruine. Nicht jedes kärntische Dorf hält so rein, möchte man in ausspürender Laune ausrufen. Manch eine
Zeichnenmappe ward schon von schöner Hand erschlossen unter dem Laubbaldachin des Schloßgartens, nnd welche
Augen schwelgerisch ausgeblickt aus den zwei Stockwerken des mit Rococo-Möbelwerk stattlich ausgerüsteten renaissant-
gebauten Schlosses der Grafen von Goös — nur einer der Landcssänger inag's besungen haben. Als noch der
Herrensitz auf der Höhe beliebt war, gehörte das Baucrnheim Trebina dem salzburger Erzbischofe (vor 890). Nach
dem agluier Patriarchen geboten hier die Sternbcrger, die Parvenus von Auffcnstcin, deren Gütcrvcrkoppclungen es
fast den modernsten Actiengesellschaften gleichthaten, und nach ihnen die Träger des Landesmarschüllamtec-, die
Liechtensteiner. In der Wende des fünfzehnten Iahrhundcrtcs an die Keutschnchcr „verkümmert", war das Neuschloß
zur Zeit der habsburgischen Interims-Hofhaltung zu Villach im Jahr 1552 ein Besitz jener Wasserleonburgerin,
Unser Vaterland
Steiermark und Kärnten
- Titel
- Unser Vaterland
- Untertitel
- Steiermark und Kärnten
- Autoren
- Peter.K. Rosegger
- Fritz Pichler
- A. von Rauschenfels
- Verlag
- Gebrüder Kröner
- Ort
- Stuttgart
- Datum
- 1877
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 28.1 x 42.23 cm
- Seiten
- 344
- Schlagwörter
- Wandern
- Kategorien
- Geographie, Land und Leute
- Geschichte Vor 1918