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Unser Vaterland - Steiermark und Kärnten
Seite - 189 -
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^lagenfurt und Umgebung. Geschichte Kärntens spielt das aus dem Vcnetianischen stammende Edelhaus der Moro (aus Ligosullo in Carnien) eine hervorstechende Rolle; es hat vielmehr, wie Franz und Thomas im Gcwcrbewescn sich hervorthaten, Max R. v. Moro mit Crfolg historischen Studien obgelegen und ist auf Eduard R. v. Moro gewissermaßen die Blüte der einheimischen Landschaftsmaler« zurückzuführen. Nicht nur daß dieser den Sinn für die Landcsschönheitcn nnd deren künstlerische Wiedergabe weckte und die Talente unterstützte, er führte auch selber einen feinen und gewandten Pinfel, wie dies nntcr einer Menge von Veduten besonders die Bilder „Wö'rtherscc", „Roscnthal", „Ottmanach", „Koralpc-Rundschau", „Blauer Tumpf" und „Großglockncr" zeigen. Endlich sind noch Bcrtha Moro, Freiin v. Zois, und Karolinc u. Raincr-Moro als vorzügliche Malerinnen zu nennen. An zweihundert kärntische Burgruinen und Burgen sind durch Max R. v. Moro's Auftrag seit dem Jahre 1856 von M. Pernhart aufgenommen worden. Verlassen wir nunmehr dies Schloß, wie sehr auch „geschaffen für die schönsten Träume dieser hcimlichstillc Ort" und werfen unsern wählenden Vlick auf das rcichgefeldcrte Schachbrett, das vnr uns liegt zwischen den Wassern Glanfurt, Gurk, Glan und Wörthcrsee nnd herwärts der Hochlinien Christophberg, Magdalcns-, Ulrichs- und Freuden- berg. Das ist wol der weitcstgczogcne Kreis der Umgebungen von Klagcnfurt; ein trefflicher Saatboden nicht nur, sondern auch, namentlich westwärts, die Quelle der Dünste, welche Klagcnfurt gleich Laibach zur Ncbelstadt machen. Das wcidmannsdorfer „Moos", zum Torfstich noch zu wenig ausgenützt, hat im Jahre 1540 durch den Brand, welcher von Pfingsten bis December währte, im Jahre 1541 durch die Ausbrut schwarzer Kröten, deren acht mit einer Hand zu fangen waren, im Jahre 1815 mit einem Nebel, der die Gassen in die peinlichste Blokadc versetzte, für die Stadt ängstigende Abwechselung bereitet. Von Wcidmannsdorf hinüber gen Scldcnhcim, dann fort nach Ehrenhausen, herüber nach St. Peter und Ebenthal, die Sattnitzhühcn und Hollenburg erstreckte sich der Ring für das Fest der Burgfried-Bercitung, welches in den Stadt-Chroniken geschildert nnd durch Wurfmünzcn dem Andenken der Enkel erhalten ist. In östlicher Richtung dnrch die völkermarkter Vorstadt und außerhalb derselben von der Rcichsstraße rechts abzweigend, das Dorf St. Peter links lassend, gelangen wir durch eine herrliche Linden-Allee nach Ebcnthal. Die Süd-Dekoration bildet ein dichtbewaldctcr, meist rasch abfallender, da und dort mit Nicsenplatcanr, bedeckter Nagelfluh- Zlig, der fast von Vcldcn bis zur Skarbinwand reichend, den Traulauf begleitet und mit seinen Einrissen, Hochdörfern, Fclsvursprüngcn, mit seinen Steingeschicbcn, seinen Käfern und Pflanzen den Wandrer anlockt. Die Sattnitz, bis an 316 Meter hoch, gilt als der botanische Garten der llagcnfurtcr Studenten, zumal der alte Wulfen hiehcr Alpen - blumcn der fernsten Standorte verpflanzt haben soll. Schloß Ebcnthal, am Ausgange der prächtigen, bis vor das Hauptstadt-Weichbild reichenden Linden-Allee mit wahren Riescnstämmen, ist ein anmutrcichcr Landsitz des Grafen Go«s, im neuitalicnischcn Geschmacke erbaut, am Rande eines wolgchcgtcn Gartens und Parkes mit Irrgängen, Fontaincn, Urnen in dem Ticffinnc der Wertherzcit. Hier wohnte laut Thorübcrschrift 1567 der Erzherzog Karl mit Gemalin, weilten 1830 Kaiser Franz und Karoline und lohnt den Iagdfrcund manch eine Partie auf reichliches Niederwild, den Landschafter die Wasscrfallschlucht, der fesselnde Ausblick von der Höhe des Predigtstuhls; wie denn auch der Kunst- wallfahrcr die Stichsammlnng des Hauses (Kranach, A. Dürer, die sirtinischen Prachtstiche, die Arbeiten nach Rafacl, Tizian, Vcrnct ?c.) in warmer Erinnerung behält. Flußab nntcr den Felscnwändcn der Sattnitz lagert das Dorf Gurnitz, überragt von der alten Probstpfarre gleichen Namens, das stille Heim des menschenfreundlichen, im josephini- schcn Geiste philosophierenden Weltmannes Abbe Mitsch. Das Gut besaßen 1564 die Gera, alsdann die Khcvcn- hiller und Goss. Der Probstenkogl mit seiner herrlichen Aussicht — die wildromantische Fclscnschlucht, bewachsen mit Alpenrosen, nnd das Bergdorf Radsbcrg können nicht übersehen werden; westlich der Pfarrkirche erhebt sich das zerfallene Mauerwerk des Bcrgschlosses Grifenvelhcs, eines Baues mindestens aus dem 12. Jahrhunderte und salz- burgcr Lehen, welche dem Victringcr-Stifte hie und da vordringlich geworden sein mag; die Ritter wurden daher zu Palästina-Zügen vermocht und deren einer fiel im Frcmdland. Das Schloß Gnrcnz nahmen sie zu ihrem Besitz und scheint ihr Schild mit dem Silbergreifc lange Zeit angesehen und gefürchtet gewesen zu sein. Ietzo crzälcn
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Unser Vaterland Steiermark und Kärnten
Titel
Unser Vaterland
Untertitel
Steiermark und Kärnten
Autoren
Peter.K. Rosegger
Fritz Pichler
A. von Rauschenfels
Verlag
Gebrüder Kröner
Ort
Stuttgart
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
28.1 x 42.23 cm
Seiten
344
Schlagwörter
Wandern
Kategorien
Geographie, Land und Leute
Geschichte Vor 1918
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