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Unser Vaterland - Steiermark und Kärnten
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harnten. !5lick auf R und „Harpfen" begrenzte Straße nach St. Jakob, dem Hauptpfarrdorfc, ein. — Strichen wir westwärts durch Wald und Auen, fo überraschte uns der Woruuzhof und Petschnitzen mit dem Faackcrsec. Nicht doch! Ein paar Worte sind wir doch den bidcrbcn und trcngcmuten Rittern von Rase schuldig geworden. Die Burg der im elften Jahr- hunderte Mächtigen ist wol in dem Waldgcbirg hinter St. Jakob, zwischen der Rosenbachcr - Schlucht und Lcsach auf der etwas vorspringenden Felshöhc zu suchen, über dein Nachwinket, da man von Pugrad (Unterdcrburg) fpricht. Ein kräftiges Lob spendet dem jüngcrn Rudolph von Ras der Minnesänger Ulrich gelegentlich des Turniers zu Friesach 1224 und bei Villach 1227. Nach 1302 scheint das Geschlecht im Ausgange. Hierauf vergab der Landes- fürst die Güter pflcgweisc und es folgten seit dem sechzehnten Jahrhunderte als Besitzer die von Perkhaim, Aichelburg, Ursim-Rusenbcrg. Das lauteste moderne Kricgsgctöse wühlte um das Dörflein St. Lamprccht, das Neuschloß, die Ortskirchc und insbesondere um die lange Brücke von Mitte August bis dahin September 1818, als die Franzosen von den Finkenstciner-Aucn und den Maria-Elendcr-Gräben hervorbrachen und um den wichtigen Flußübergang ein verzweifelter Wettkampf mit wechselndem Glücke sich entspann, um schließlich unter dem Brandgcwölk aus Kirche und Dorf und Hinwcgnahmc der Burgschanzcn mit der Vertreibung der vom Vicckönig geleiteten Franzosen zn schließen. Seit den Inuasionszeitcn von 1813 sind Brücke, Kirche und Schloß des Oeftercn freundlich erneuert worden und erhält sich Roscck als der begünstigte Lieblingsansitz des Fürstenhauses Liechtenstein, einer von den dreizehn Familien Oestreichs, welche zur Verwandtschaft Rubens' in Antwerpen zälen. Halten uns nicht die fröhlichen Gesänge an den Brcchclstuben (Flachsbrcchstättcn) nnd die Erzälungen von der Brcchelbraut mit den tollen Einfällen auf, so sind wir in einer Stunde zu St. Jakob. Von fernher winkt der Kirchhügcl, vor vierhundert Jahren das Augenmerk der thalaufstürincndcn Türken und Ungarn, deren Kral Matjas noch in der Erinnerung des Volkes lebt. Ein schönes Baucrnweib ward von hier fortgeschleppt nnd wußte trotz des Prasserlebens am goldenen Horn den Weg in die sluvcnischc Heimat glücklich wieder zu finden. Der stattliche Pfarrhof, von den ossiacher Benediktinern erbaut, mit einer Hauskapclle, enthält ein schönes Oelporträt von Papst Pius VI. und eines des Cardinals Salm. Während in dem fruchtrcichen Blachgefildc manch eine lustige Sitte, das Brentelsingcn, Faschingsbegraben mit Blochziehcn zu Hause ist und am Millfastenmittwoch der vermummte, alles zerschneidende „Sagmeistcr" als Kinderschreck umgeht,
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Unser Vaterland Steiermark und Kärnten
Titel
Unser Vaterland
Untertitel
Steiermark und Kärnten
Autoren
Peter.K. Rosegger
Fritz Pichler
A. von Rauschenfels
Verlag
Gebrüder Kröner
Ort
Stuttgart
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
28.1 x 42.23 cm
Seiten
344
Schlagwörter
Wandern
Kategorien
Geographie, Land und Leute
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