Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geographie, Land und Leute
Unser Vaterland - Steiermark und Kärnten
Seite - 208 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 208 - in Unser Vaterland - Steiermark und Kärnten

Bild der Seite - 208 -

Bild der Seite - 208 - in Unser Vaterland - Steiermark und Kärnten

Text der Seite - 208 -

208 harnten. ein Wchruf, sie umschlingt ihn und stürzt sich sammt ihm ins Flammengrab. Nächst der Fridclos-Eiche aber hält man noch im Kirchlein den Schlangen-Iahrtag. Der ihn stiftete, wohnte oben auf dem breiten flußbcwachenden Hügel uon Glaneck. Ein Reinprecht Glanecker fiel im heimlichen Zwcikampfc beim Fclscnschlussc Griffen. Den Todter von rücklings hat der Sterbende verschwiegen; der Thurm auf der Karlsbcrgcr-Höh' sagt uns nur, die Wittwe "Nizza machte Hochzeit mit dem Auffcnsteiner Kunrad. Jetzt, nach dem Bcsitzwcchscl der Ernau, Sccnuß, Aschau, später der Klinzcr, arbeitet unter dein Neuschlosse mit dem stcingcfügtcn Reckthurm der pochende Eisenhammer und nächst den viclumpflanzten Wirtschaftsgebäuden mit dem einladenden Frontispize saust die Locomotivc hinaus zur Station Feldkirchcn. Indem wir zu Glancck noch eines hier geborenen, um Kärntcn hochverdienten Mannes gedenken, Ioh. Prcttncrs, des Chemikers, Physikers, Meteorologen, durch seine Höhenmessungen, seine Vorträge, durch die erste Holzessig-Anwendung bei der Blciwciß-Darstellung im Großen weithin bekannt — verfolgen wir die obersten Gänge der Glan und des ihrem Banne ergebenen, forcllcnbcrühmtcn Ticbelbachcs. Das Thal thut sich wieder in sanftgcstuftcr Runde auf und lockt durch weithinanstcigcnde Gefilde nnd Gehöfte bis an das Gezcilc der Waldkuppcn den freien schweifenden Blick. Unter dem Kirchcnsccptcr Bambcrgs hat all dies üppige Feld vor tausend Jahren nicht schlechte Tage gesehen; das alte Feldchirichun, erst 1759 von der bamberger Herrschaft an den Staat übergegangen, hat so alle Marktflecken des Landes überflügelt an Menschcnzal, Vctrirbskraft, Neubau und stattlichem Ansehen, daß man's schier mit dem Ehrenworte Städtchen ansprechen möchte. Bis Wcitensfcld und Mctnitz hinauf, nach Tamswcg, Gmünd und Millstatt ist ja im weiten Umkreise lein Markt, der sich mit ihm messen könnte. Ob es nun zur Zeit, wann die Flachsgclnndc dem Lcnzhimmclblau zur Wette blühen, uder zu Bartlmcc nnd am Krcuztag auf dem Marktplatze mit dem Scnscngcrassel, oder im Winter, den Monden des Mummen- schanzes und der lautschallcndcn, auch maskierten Schlittfahrtcn in und nm Fcldkirchcn am lustigsten zugehe, für diese Preisfrage wollen wir leinen Preis aussetzen. Könnte sie doch noch der Minnesänger von Liechtenstein lösen, dessen Vcnusfahrt von Villach weg hier durch nach St. Veit und Fricsach gegangen ist (1227). Wahrhaft freundlich und als ein rechtes Augcnhold gelegen ist das Lodron'schc Ncuschloß Himmclbcrg inmitten des würzigen nnd kcrnhaftcn Baumwuchscs der zusainmcnstrebcnden Bcrgrippcn. Aber das vermorschte Hcimwcscn des früher genannten Troubadours, dessen Gesänge noch des glücklichen Finders harrend irgendwo in den Lüften klingen, das ist nur ein grobes Etcingcröll um gar klägliches Gewand auf bachumflusscner Mittelhöh. Wie es dermalen ist, hätte das öde Gcschlucht kaum dem bußfertigsten Einsiedet behagen können. Der Spanheimcrhof, das wissen wir aber, liebte hier seine Kurzweil nnd wenn er gleich seine Mondscheingärten und Schwanenschiffe sich nicht aufs Dach zaubern konnte, so ließ er doch hie nnd da gegenüber dem ersten Großmeister Walther von der Vogelweidc eine lustige Parodie aufkommen von dem Wandersmann „der da spazieren liegt". So 'n irdischer Kauz, vom 8iru ßS83,llß6 v?lt 61'kli.nt, wie der Liechtensteiner zugesteht, muß eben von niininkldsre äsr mnotsL rieil Q6r 23,cti6U8 gewesen sein. Daß er „nnhöfisch" gewesen, mag den deutschen Mann wol nicht von Trost gebracht haben. Bei einem Haar wäre das himmclbcrgcr Luginwald um 1279 salzburgisch worden. Das Vasallcnhaus des Namens stellte wackere Kämpfer gegen die Türken von 1446—1537 und der Letzte erlag dem osmanischen Eisen bei Essek. Daß die Khcvenhillcr zngriffcn, wo es ein Schönes und Theures galt, versteht sich von selbst; aber seit 1688 nennen sich die Grafen Lodron hier die Herren. Auf die Pürsch zu geh'n, sind wir hier an der richtigen Stelle. Ob wir nun in die Gnesau übertreten, nnd den Pux oder den mattcnreichcn, 2137 Meter hohen Wöllanernock erklimmen oder die änßcre und innere Tenchen mit dem Grilzgraben bis zur Görlitzcn und herwärts gen Arriach abstreifen, in einigen Wegstunden Höhe wird es uns an Reh und Edelhirsch und schillerndem Federwild nicht fehlen. Frisch hinan mit frohem Waidmannsruf! Nebst dem Auerhahn sind das Birkhuhn, die Hasel-, Schnee- und Etcinhühner in den kärntnerischen Bergen gar wol zu Hause, auch haben sie im Unterlande wegen des günstigeren Gütcrgchegcs ein freundliches Fortkommen. In den Zwcigthälcrn des Eisenhut, auf der Kaningcr- nnd Grundalm, in der Reichcnau treibt namentlich der
zurück zum  Buch Unser Vaterland - Steiermark und Kärnten"
Unser Vaterland Steiermark und Kärnten
Titel
Unser Vaterland
Untertitel
Steiermark und Kärnten
Autoren
Peter.K. Rosegger
Fritz Pichler
A. von Rauschenfels
Verlag
Gebrüder Kröner
Ort
Stuttgart
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
28.1 x 42.23 cm
Seiten
344
Schlagwörter
Wandern
Kategorien
Geographie, Land und Leute
Geschichte Vor 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Unser Vaterland