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Unser Vaterland - Steiermark und Kärnten
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2^2 harnten. geworden, dann ein Eeidentüchl mit blauen Wollstrümpfen, was auch variirt wird, und endlich fehlt auch eiu „Aufsii>dch" nicht, ein „Büschen" von Blumen und Schweinsborsten. Die laute Lcnzfeier wird zurückgeführt auf ein Burgfräulein, welches zu Zeiten eines „großen Sterbens" ganz allem übrig geblieben und der Freier dreie vorfand, lauter schmucke Bürgcrsöhnc. Nun die Wal ihr schwer geworden, versprach sie jenem ihre Hand zu reichen, der im Weitlauf Sieger bleibe. Wir ziehen erwartungsvoll zu Gurk ein, dem Markte von etwa achtzig Häusern mit vierhundert Einwohnern. Die Kathedrale von Gurt glänzt nicht nur als der ausgezeichnetste älteste Kunstbau vun Kärnten, sondern als eines der wichtigsten Denkmäler in der kirchlichen Kunstgeschichte überhaupt. Die Magic des räumlichen Ei» druckcs — um Kuglers Worte zu gebrauchen — ist in solcher Art ohne Gleichen. Otte zeichnet mit wenigen Strichen den Dom als einen Wcißmarnwr-Bau um oder nach 1209, eine einfache Pfeilen basilika mit einer hundcrtsäuligen Krhpta nach Art der viclsäuligcn Moscheen, einem mit italienischem Reichtumc gegliederten Marmor- portale und mit einer davor- liegenden, von einem Tonnen- gewölbe bedeckten Vorhalle, über welcher sich ein Nonnenchor be- findet, der durch zwei aufeinander- folgende Kuppeln gebildet wird. Das unterirdische Wunder im Ostbau bestrickt und begeistert durch die waldstammartigc Fülle des Säulcn-Aufschusses, durch die Wir- knng der kleinen starken Vicrseit- pfeiler mit den leichteren Säulchen, »äiumllichcs Würfeltapitälwerk von Krypta in Gink, den reinsten Linien. Mustern wir das Innere genauer durch, so müsseu wir vor den sechs Hulz- tafcln, in coloricrtcm Echnitzwerk Scenen ans der Hemma-Lcgcnde darstellend, bcschanlich anhalten; sie stainmcn aus der Zeit nm 1465. Die ähnlichen Sujets wieder- holt Fromillers Pinsel auf den vier Wandbildern der Hauptschiffsseitcn unter den Ucberwölbungen des Langhauses vun 1591. Von Raphael Donner ist die zierrat- reiche Kanzel, sowie das große Metallguß-Kunstwerk der Kreuz- abnahme in der Tchiffsmittc beim Altar-Anfgange in der klagcnfnrtcr Bischofskapcllc nachgebildet von ^,oh. Propst. Der Hochaltar, aus der Stilart schlagend, baut sich über siebenzehn Meter hoch auf und behandelt Mariens Vertlärnng dnrch eine Beigabc von über hundert Gestalten, worunter die Stifter Kaiser Heinrich II . mit Kuuigund, Leopold von Oestreich, steigen wir nach einer der beiden massiven Steinstiegen unweit des Kreuzaltares hinab in die Unterkirchc, so umfängt uns die dämmerige Krypta in der Ausdehnnng von zwciundsiebeiizig Quadratschuhen, der größten Grufthnllc Deutschlands im spcicrer Domc und jenen Frankreichs in St. Gilles, St. Eutropc zu Samtes und Montmajur zu Arles an die Seite zu stellen. Außer dem Serpentin-Hohlstein, auf dem die gabenausthcilcudc Hcmma zu sitzen pflegte, findet fich hier die marmorne Gebeinseista der Stifterin, Gräfin Hcmma, als Altar mit der Darstellung der abscheidenden Hcmma aus- gearbeitet vun Antonio Corradini aus Este. Die Sacristci bewahrt der Gräfin Ring und das Halsgeschmcid mit dem Rauchtupas. Gräfin Ima oder Hcmma war eine Verwandte des Königs Heinrich II., Tochter des Grafen Engelbert und der Pfalzgräfin Tula, seit 909 Gemalin dec- Markgrafen in der unteren Kärnter-Mark Wilhelm, auch Grafen im Gurtthal lind friesacher Eomitatc. Der Hausherr gicng auf fromme Reisen, in denselben endend; die Söhne Wil- helm nnd der urkundlich nicht genannte Hartwig erlagen der Gewalt der fricsachcr Bergknappen in den Aufstanden
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Unser Vaterland Steiermark und Kärnten
Titel
Unser Vaterland
Untertitel
Steiermark und Kärnten
Autoren
Peter.K. Rosegger
Fritz Pichler
A. von Rauschenfels
Verlag
Gebrüder Kröner
Ort
Stuttgart
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
28.1 x 42.23 cm
Seiten
344
Schlagwörter
Wandern
Kategorien
Geographie, Land und Leute
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