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Unser Vaterland - Steiermark und Kärnten
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Das Görtschitzthal, Randgefilden des rostroten Rhododendron nachgehen oder der ergiebigen Wildhatz leben, in vielen Tagen gehst Du das eigenartig flache Hochland, die aussichtrciche grünschimmcrndc Vergwclt nicht ab. Unter den drei Scitthälcrn hintereinander ist jenes von Lölling das unterste, so daß der vom Hohcnwart abstreichende Löllingbcrg in der Mitte zwischen diesem Vorthäte und dem breiter angelegten Mosinzcrgrabcn bleibt. Dem an den Tag tretenden Bcrggcstcin sein vcrädertcs Gut zu nehmen, der Wässer Kraft in's Joch zu drängen und bis hoch hinauf dein alten Volke der Fichten und Lärchen einen jungen Nachwuchs mit erfahrener Hand an die Seite zu setzen, dafür hat seit fast fünfzig Jahren ein ganz unvergleichlicher Eifer sich angemeldet. Seit einem Jahrhunderte — welch ein verändertes Aussehen ward für den Gnomenort ge- wonnen! Die niedrigen Essen, die biederen alten Leder-Spitzbälgc und mit ihnen die geringen Er- zcugungszalcn sind ver- schwunden; nun arbeitet das gründlich erneute Eisen - schinclzwcrk mit drei Hoch- öfen sammt Windwärmer, zweien Ehlindcrgcbläscn, Gaskcssel, und wandert das Erz, seit der ersten Ucbcrtragung der Wind- flügcl vom Uhrwert auf die Bergmaschine, ohne Bcithun der Menschen- hand, von dem Halden - randc bis zur Hütte die 1900 Meter lang auf wagrcchten und schiefen Bahnen herbei. Man hat keine Ur- sache, an der Ausnützung Altrömischer Hochofen. des Erzberges wie des Knappcnbcrgcs mit den Ur- mitteln der vurrömischcn, der heidnischen Zeit zu zweifeln: doch waren selbst die Römer in der Bcrg- tcchnik recht hilflose Leute. Ein römischer Sklave soll in der Watschgrube das erste Eisen gefunden haben und dann die erste Ein- arbcit gefolgt sein in den Stollen „Sonne" nnd „Scharfenstein" nächst der obersten Erzbcrgkuppc. Ein römischer Hochofen wird hier gezeigt zur Freude des Alterthümlers, nicht ohne bedächtiges Kopf- schütteln des Fachmanns. Die Nägel zum Kreuze Christi waren, so steht es hier fest, aus Hüttcnbcrg. Bei Scmlach draußen hat man römische Relief- und Schriftstcinc und Thun- gcrätc, nächstan Münzen der zwei ersten Kaiscrjahrhnndcrtc gefunden; erst vierhundert Jahre nach dem Aufhören der latinischen Colonien im norischcn Lande meldet wieder eine bergrechtlichc Urkunde vou den Schätzen der hiesigen Eisenwurzc. Im Jahre 1653 hatte das Knavpcnvolk nicht üble Lust, in den beiden Glanstädtcn ein bischen Einlager zu pflegen und dcmonstrirte 1759 auf der Krcuztratten. Nach einzelnen Fortschritten bei Eonderbauten wie „Alt- glück", „Altwolf" bildete sich im Jahre 1775 die Union Christallnigg-Mahcrhofer-Scchcrau, deren Nachfolger, Freiherr Dickmann-Secherau, die ganze Reihenfolge wichtigster Neuerungen einführte. .Dem ersten, im Jahre 1822 errichteten Hochofen mit Chlinocrgebläse aus Mariazcll folgte 1839 die Vereinung von zwei kolossalen Hochöfen mit acht doppelbläsigen heißluftigen Ehlindern und seit den letzten zehn Jahren die Reihe von scharfsinnigen Konstruk- tionen, mit deren Aufzälung und Erklärung leicht etliche Blätter zu füllen wären. Erwähnen wir nur noch die
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Unser Vaterland Steiermark und Kärnten
Titel
Unser Vaterland
Untertitel
Steiermark und Kärnten
Autoren
Peter.K. Rosegger
Fritz Pichler
A. von Rauschenfels
Verlag
Gebrüder Kröner
Ort
Stuttgart
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
28.1 x 42.23 cm
Seiten
344
Schlagwörter
Wandern
Kategorien
Geographie, Land und Leute
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