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Das Metnitzthal.
Ai>3 den Ruinen am f)ctcr>berg.
wurf ist nach dem Landcsmuseum
gebracht worden. Der südliche
Trakt des mit dem keutschachcr
Rübcnwappcn gekennzeichneten
Schlosses enthält den pyramid- Vrinmen in Friescich. siartio vo»i Oirgilienberg.
förmigen Ofen, genannt die Gold-
schmelz, Goldküche, der Münz-
schlag, von dem wir noch sprechen.
Eine abgestufte Zimmcrwandung
leitet zu der nördlicher belegenen
Burg Lavant, davor lagert die zwcithorige „Hauptmannschaft". Von drüben ragt der Thurm des Geicrsbergs, fünf-
unddreißig Meter hoch, nächst dem Huf steht der Bergfried, ein mächtiges Werk des zwölften Jahrhunderts, welchem
die Anncnkapclle erst nach vier Jahrhunderten gefolgt ist. Von der Lavantburg herabgehcnd erreicht man linkwärts
nach dem Westgehäng fort den „roten Thurm" mit dem Nonnensturz und schließlich den Virgilicnberg mit der
Kirchruine am äußersten Südhügel, mit dem Hcidenthürl beim alten Heidentcmpel, über welchen die Schrift auf dem
Pusthansc spricht.
Um 1050 mindestens gehen schon die ersten Vestigungen an und sie traten alsbald handgreiflich in Gebrauch,
wie die Stadtmauer des Grzbischofes Gebhard. Die ersten Großbauten liegen also in der besten romanischen Stilzcit,
die meisten Reconstructionen in der, für unsere Gegenden noch ganz guten, Renaissance unter Erzbischof Lconhard
von Keutschach. Alt und malerisch sind die hiesigen Kirchbauten. Die kollegial- und Stadtpfarrkirche St. Bartho-
lomäus, die Stadtpfarre-Filiale Höllein, die Seminarkirche znm heiligen Blut; ursprünglich den Dominikanern zu-
getheilt zwischen 1217 — 1246, und später den Cisterzienserinnen, alsdann die Kirche der Deutschordensritter in der
St. Vcitervorstadt; sie möchte wol vor 1230 zurückgehen. Sehenswert sind die neununddrcißig eisenblechernen neben
dem Hauptaltarc hangenden Wappenschilde von den Ordens-Comthuren, sowie zwei Türkenfahnen.
Jünger ist die Dominikanerkirchc, nach 1251 in der diesen Mönchen beliebten auffälligen Haltung errichtet:
dreischiffigcs Langhaus, das Mittelschiff erhöht, Chor einschiffig, Flachdecke; gleichwol gilt dieses als erstes Stift des
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Unser Vaterland
Steiermark und Kärnten
- Titel
- Unser Vaterland
- Untertitel
- Steiermark und Kärnten
- Autoren
- Peter.K. Rosegger
- Fritz Pichler
- A. von Rauschenfels
- Verlag
- Gebrüder Kröner
- Ort
- Stuttgart
- Datum
- 1877
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 28.1 x 42.23 cm
- Seiten
- 344
- Schlagwörter
- Wandern
- Kategorien
- Geographie, Land und Leute
- Geschichte Vor 1918