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Unser Vaterland - Steiermark und Kärnten
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Völkermarkt und Umgebung. 225 Das schwarze 3chloß. Es ist eben die Hauptchausscc von Klagcnfurt nach Vülkcrmarkt, welche letztere der unten in der Thalflächc lustig dahindampfende Vahnzug in gar weiter Ausweichung vermeidet. Aber welch' ein wundersames Vcluedere von diesen Straßenlinien aus! Das Strombogcn-Geleucht, die herrlichen Fcldnngcn, die Waldinseln dazwischen, blitzende Kirch- thurmspitzen, die weißlichen Dorfflcckcn und hinter allem lebensvollen Gebilde der scharfe Rahinen der Waldbcrgc und die zu unendlicher Sicht gen West und Ost verlaufenden Karawankcn-Schlußwände! Wollen wir in der Richtung gegen die sonnige Hauptstadt-Ebene uns hinwenden? Drüben winkt uns das helle freundliche Tainach, das alte Turdine, der ältesten Pfarren eine, früher Sitz des Erzpriesters von Unterkärnten, um 1259 des kirchenrechtsgclehrten Propstes Ulrich von Karlsberg, auch eines Ritters Chuonrat Tynachcr, den der Sänger von Liechtenstein gekannt hat; bei Gut Pakein das kleine Lind, dessen Baucrnsohn, Fr. X. Luschin, erst mnsenflüchtig, dann mit Knechtarbeit curicrt, Erzbischof von Görz geworden; dort Thon, wo einst die Römerstraßc ins Zolfeld vorbeigezogen, weiter oben Poggcrsdorf, dessen neueste Nundcrthatstclle wir Mitlebcnde noch als simplen langweiligen Wald gekannt haben. Wieder gegen die Ruhestatt zurück, haben wir unter der Großwirtschaft des Krcuzerhofcs, wo bei Peitschengcknall ein Becher Weins immer vom Guten ist, das Schloß Höhenbergen, welches durch die „auf spanisch" versuchten Umbauten des Fürsten Franz von Rosenberg, des madrider Gesandten bei König Karl I I I . das Auge beschäftiget. Jenseits der großen Drauwindung mit Inselaugcn starrt auf übergrüntem Gefels das mauermächtige „schwarze Schloß", trotz seiner fünfhundert Jahre bewohnt, und zwar comfortabel bewohnt, die Zimmer und Altane und Gärten, wie man leicht errät, kostbare Edelsteinfassungen um eine unvergleichliche Fernsicht. Die rauchige Schwärze, welche den Restauratoren alter Adelspaläste in den Hauptgassen der Großstädte so vielfach mißlungen, hüllt den als Veste und Wirtschaftsitz der Auffenstciner errichteten Ufer-Zierbau in eine Art edlen Rostes, der ihm an Wertschätzung nichts nahm, als in den dreißiger Jahren das hohe Dräu-Gut als Preis einer öffentlichen Verloosung gesetzt wurde. Aber, als wär's die Wiener-Gemeinde, dem alten Besitzer selber gab Fortuna das Beste in die freudig bewegte Hand zurück. Die abgelegene, von recht zahmen Hügclhöhen fast umschlossene, mit einigen Neubauten beginnende Stadt Volkermarkt hat ihre Häuser, etwa zweihundert an der Zal, ziemlich regellos hingcwürfelt. Gegenüber den beiden niedlichen Vorstädten hat sich der Ausschnitt des Hauptplatzcs mit den Brunnen fast ins Uebergroße gehalten, das läßt an gemeinen Tagen des Jahres schier das Gefühl von Leere aufkommen, nicht viel besser oben in der reinen, netten Glanstadt. Anders aber des Wochenmarkttags, oder zum Ruperti- und Nikolaimarkt, wo hierein rühriges 57'
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Unser Vaterland Steiermark und Kärnten
Titel
Unser Vaterland
Untertitel
Steiermark und Kärnten
Autoren
Peter.K. Rosegger
Fritz Pichler
A. von Rauschenfels
Verlag
Gebrüder Kröner
Ort
Stuttgart
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
28.1 x 42.23 cm
Seiten
344
Schlagwörter
Wandern
Kategorien
Geographie, Land und Leute
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