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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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das ein sittliches Fehlverhalten einzig bei der sich „gesellschaftlich nicht konform“ verhaltendenFrauverortet.ZudemwirdderNamederDarstellerinderKokettennicht angeführt,wohingegendieanderenSchauspieler imVorspannmitRollenzuordnung klar ausgewiesenwerden.344Die „Andere“bleibt in ihrer realenund fiktionalenPrä- senzausgespart. Parallel zu KLEIDER MACHEN LEUTEwurde von der FHS der Reklamestreifen DIE ENTSTEHUNG EINES MODELLKLEIDES ZUR WIENER HERBSTMODE 1920 (A 1920)345 produ- ziert.HierwirddieFertigungdesKleides zumzentralenGegenstandderHandlung. Wiederumsolleingutbürgerliches,diesmalallerdingsaugenscheinlichglückliches, Ehepaar beraten und die Zweisamkeit gesichert werden. Gemeinsambesuchtman einenModesalonundwirdpersönlichberaten.DieOffenheit derGeschäftsführerin leitet direkt zur Produktpräsentation über: „Entschuldigen, gnädige Frau, meine Aufrichtigkeit,aberSiesindunvorteilhaftgekleidet.EinschickesModellwürde Ihre Erscheinung ganz anders zur Geltung bringen. Hier sehen Sie einige der neuesten Entwürfe.“ Skizzenwerden begutachtet, Kleider vonModellen vorgeführt. Das Be- mühen umdie Kundschaft, die Betonung der Einzigartigkeit jeder Frau und jedes gefertigten Kleides („Ich rate Ihnen, sich ein ganz neuesModell entwerfen zu las- sen, das Ihrer Eigenart in jeder Hinsicht angepasst ist“) betonen die Exklusivität undQualität der gefertigtenWare.Die einzelnenArbeitsschritte rückennun inden Fokus (Skizzierung der Modelle, Stoffauswahl, Maßschneiderei), die Abnahme er- folgt durch die Leiterin des Salons. Die Güte des Endproduktswird neuerlich ver- deutlicht. Die „Verbesserung“ der Ausgangssituation wird im privaten Rahmen demonstriert. Vorsichtig bestaunt das jungePaar das neueKostüm.DieGattin legt das neue Gewand an. „Kleider machen Leute“ verkündet der Zwischentitel und stellt damit eineunmittelbareVerbindungzumparallel erzeugtenundzurgleichen Zeit in Kinos undMesseeinrichtungen gezeigten gleich betitelten Filmher. Die Be- wunderungdesGemahlsgilt seinerAngetrauten,manführtdasneueKleidaus. KLEIDER MACHEN LEUTE UND DIE ENTSTEHUNG EINES MODELLKLEIDES ZUR WIENER HERBSTMODE 1920warben unter Betonung unterschiedlicher Akzente für die Bran- chenvertreterderWienerModellgesellschaft–einmalaufbetontemotionalerEbene inFormeineskokettenSchwanks,dasandereMalmit eineraufvorallemrationale, aber auchauf kundennaheQualitätsparameter ausgerichtetenProzesspräsentation (vonderSkizzebiszurAuslieferungbzw.Anwendung). Der finanziellmessbareErfolgderFilmproduktionenderFHSgestaltetesichsehr unterschiedlich.Während im Jahr 1920 etwa UnterhaltungsfilmewieMUZ UND IHRE VEREHRER(A1920)undSEFFLÄSSTSICHNICHTBEGRABEN(A1920)beiHerstellungskosten 344 DerVorspannweist aus: Er–LeopoldNiernberger. Seine Frau–Marta Ritzi. DerenBruder– HansNiernberger. 345 Der Film liegt einzig als Nitronegativ vor, wodurch die visuelle Gestaltung nur sehr einge- schränktnachvollziehbar ist. 80 6 Belehren– informieren–werben
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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