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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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mieren und belehren. Uneinig waren sich die Experten auch darin, ob der kurze, prägnanteund „einwenig primitive“FilmwerbenderArt erfolgreicher sei oder aber längere,dramatischgestalteteStreifenmehrEindruckhinterließen.351 Dementsprechendverschiedenartigwaren auchdiewerbendenFilmeder 1920er- und 1930er-Jahre. Genremischformen lassen sich bis in die 1930er-Jahre, vereinzelt sogarbis indie1960er-Jahre,nachweisen.Werbe-undIndustriefilmedieserZeithatten oftdieFunktionzuwerbenundzubelehren,oderauchzuwerbenundzuinformieren, wie zahlreiche vonkommunalenEinrichtungen inAuftrag gegebeneFilmebeweisen. ZugleichwirktenvieledieserProduktionenkulturfördernd, vermittelten regional- und kulturgeschichtlichesWissen,wodurchder„werbendeFilm“bisweilenKulturfilmcha- rakter hatte. Diese Filme verfolgten einenmehrfachen Zweck: Sie dienten als Lehr- und Werbefilme und belegen interne und externe Kommunikationsverläufe. In der Mitarbeiterschulungwurde die Belegschaft über Arbeitsprozesse informiert, per Film trainiert und unterwiesen, mit dem Ziel, die Produktion und die Arbeitsabläufe zu standardisieren. ZugleichwarenLehrfilmenicht seltenalsWerbeindustriefilmekonzi- piert,dieHandelspartnern(aberauchLaufkundschaft) imZugevonMessenundFach- tagungen alsWerkschau dienten und einemoderne und effiziente Produktionsweise sowie formschöneundhochwertigeWarenpräsentierten.Durchbrochenwurdendiese BilderoftmalsvonausführlichgestaltetenSequenzen,diesichderDarstellungsozialer Einrichtungen (ärztliche Versorgung, Kinderbetreuungsstätten, sanitäre Anlagen, Freizeiteinrichtungen)widmeten.DieUnternehmenskultur fügtesichsozueinemGan- zen,dieSorgeumunddieVerantwortung fürdieBelegschaft solltediesenochstärker an das Unternehmen binden. Und wiederum wurde derart auf mehreren Ebenen kommuniziert: verhaltenssteuernd und integrierend gegenüber der Belegschaft, ver- trauensfördernd und Integrität vermittelnd gegenüber potenzieller Handelspartnern undwerbendgegenübermöglichenneuenMitarbeitern.352 DievonderSchweizerFilmwissenschaftlerinYvonneZimmermannkonstatierte multiintentionale und multifunktionale Ausrichtung der (werbenden) Industrie-, Lehr- undKulturfilme353 lag auch imnicht geringen finanziellenAufwand, dendie Produktiondermeist technischsehrversiertenStreifenmit sichbrachte.NochMitte 351 DerFilmbote, „DerKinematograph imWerbefilm“,Nr. 24, 12. Juni 1920, S. 16–18.Verkaufspra- xis,„DerKinobesitzer sprichtüberdenWerbefilm“,Nr. 6,März 1933,S. 369 f. sowieebd.,„Fehlleis- tungen beim Werbefilm“, Nr. 3, Dezember 1933, S. 183 f. Contact, „Vortrag: Wie entsteht ein Werbefilm?“,Nr. 7/8, Juli/August 1935,S. 29 f.Österr.Reklame-Praxis,„ReklamealsBegleiterindes modernenMenschen“, September 1936, S. 22–23.Reklame-Presse, „FilmwerbungundWerbefilm“, Nr. 2,September1936,S. 2. 352 Vgl. dazu:Moser, Vergessen – verloren –wiederentdeckt, S. 234–235. Sowie: Moser, „Hygie- nisch -gesundheitsfördernd – schmackhaft“, http://www.medienimpulse.at/articles/view/641, (30.11.2014). 353 Zimmermann, Yvonne: „Was Hollywood für die Amerikaner, ist der Wirtschaftsfilm für die Schweiz“:AnmerkungenzumIndustriefilmalsGebrauchsfilm, in:Hediger,Vinzenz/Vonderau,Pat- rick:FilmischeMittel, industrielleZwecke.DasWerkdes Industriefilms,Berlin2007,S.65. 82 6 Belehren– informieren–werben
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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