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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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der 1920er-JahrewarenesvorallemkapitalkräftigeFirmen,dieaufdiesesexklusive Werbemittel setzten.354 Mit der wachsenden Verbreitung des kostengünstigeren Schmalfilmsund imZugeder langsamenZunahmeankurzenWerbefilmen imVer- lauf der 1930er-Jahre leisteten sich mitunter auch Einzelhändler und Dienstlei- tungsbetriebedieseFormderReklame.355 Die oftmals vielschichtige und detaillierte Präsentation von Arbeitsprozessen, Unternehmensphilosophie und Produktwerbung führte zwangsläufig zu gewissen Längen, die sich auf 10 bis 30Meter (ca. 40 Sekundenbis 1Minute) oder auchauf 150bis 350Meter (ca. 5,5bis 13Minuten)belaufenkonnten. 15Minutenbis zueiner Stunde waren durchaus üblich. Doch selbst kurze, rein produkt- und dienstleis- tungsbezogeneReklamefilmewiesennicht selten eineLaufzeit vondrei bis vierMi- nuten auf.356 Prinzipiell unterschied man in den Fachblättern zwei Kategorien: Einerseits den von seiner Laufzeit länger angelegten und vornehmlich beiMessen, Matineen, Ausstellungen und Vereinen gezeigten werbenden Industrie-, Werk-, Lehr-, Bildungs- bzw. Kulturfilm. Andererseits den kurzen für das Kino geeigneten sketchartigen Reklamefilm, der oftmals als unterhaltsamer Trickfilm angelegt war.357BeidekamenparallelzumEinsatz. 6.2 Werks-, Lehr-undWerbefilm BloßeAbbildungen industriellerUnternehmungenmachensehroftdenEindruck,alshabeder Illustrator verschönt, geschmeichelt. Das nach derWirklichkeit aufgenommene belebte und bewegliche Filmbild wirkt immer glaubhaft und wahr, niemals reklamehaft, weil der Be- schauer alles gleichsam miterlebt. Auch die Darstellung und Herstellungsweise von Fabri- katen, der Verkaufs- und Versendungsräume im belebten Filmbilde wirkt werbend. Der Zuschauer empfängt den Eindruck von der Größe der Unternehmungen, der Begehrtheit der Fabrikate,underschließtunwillkürlichdarausauf ihreVorzüglichkeit.358 Mit Beginnder 1920er-Jahregabendiverseösterreichische IndustrielleWerksfilme in Auftrag, die den Produktionsprozess ihrer Produkte anschaulich verdeutlichen soll- ten und aufgrund ihrer oft erklärend-pädagogisch angelegten Machart sowohl für interne Schulungen herangezogen werden konnten, als auch den Kunden und 354 Reklame-Praxis (Stuttgart-Cannstatt), „Werbefilm“, Nr. 3, November 1925, S. 79. Westbrock, Der Werbefilm, S. 41. Hediger, Vinzenz/Vonderau, Patrick, „Einleitung“, in: Hediger,Vinzenz/Vonderau, Patrick:FilmischeMittel, industrielleZwecke.DasWerkdesIndustriefilms,Berlin2007,S.11. 355 Vgl.Eckardt,Boehner-Film,S.70 f. 356 Moser, Vergessen– verloren–wiederentdeckt, S. 234–235.Moser, „Hygienisch -gesundheitsf ördernd–schmackhaft“,http://www.medienimpulse.at/articles/view/641 (30.11.2014). 357 Contact, „Österreichische Filmwerbung“, Nr. 5/6, Mai/Juni 1936, S. 21 sowie ebd., „Werbung durchdenFilm“,Nr. 12,Dezember1933,S.16–20.Fleischmann,WieerhöheichdenUmsatz,S.95 f. 358 NeueKino-Rundschau,„DieWirtschaftspropagandadurchdenFilm“,Nr. 206, 1921,S. 7. 6.2 Werks-, Lehr-undWerbefilm 83
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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