Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Kunst und Kultur
Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Seite - 89 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 89 - in Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938

Bild der Seite - 89 -

Bild der Seite - 89 - in Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938

Text der Seite - 89 -

jederüberflüssigeArbeitsschritt durchdenEinsatz vonMaschinenoderdieAnpas- sung der vorhandenen Gerätschaften an den täglichen Arbeitsprozess vermieden wurde. Arbeitswissenschaftliche Studien lagen dieser Umstrukturierung zu- grunde.378 Die Reorganisation der Betriebseinheiten führte in einzelnen Abtei- lungen zu einer Produktivitätssteigerung von bis zu 25 Prozent, aber auch zu einerReduzierungdesPersonalstandsum35Prozent.379DaMeinl jedoch indie- sem Prozess auf das Engste mit den Gewerkschaften zusammenarbeitete, blie- ben Belegschaftsproteste aus. Vielmehr wurden dem Unternehmen von Vertretern der Arbeiterschaft und vom sozialdemokratischen Wiener Bürger- meisterKarl SeitzhöchstesLob fürdieKooperationmitdenMitarbeiterorganisa- tionen ausgesprochen.380 Dies war auch das Ergebnis einer umfassenden Informations- undWerbekampagne, die seitens der Firmaunternommenwurde. Nationaleund internationaleGrößenausPolitikundWirtschaftwurdenzueiner Besichtigung der Meinl-Werke eingeladen. In Fachzeitungen und im hauseige- nenBlatt berichtetmanüberdieneueneffizientenAnlagen,wobei umfassendes Bildmaterial zur Veranschaulichung diente.381 Der Generaldirektor der Julius Meinl A.G., Kurt Schechner, hielt umfangreiche Vorträge, in denen er unter an- deremdie Vorteile der Rationalisierungsmaßnahmen für die Arbeiterschaft und dieösterreichischeVolkswirtschaftunterstrich.382 ObwohldasgroßangelegteundpropagierteRationalisierungsprojektdesUnter- nehmens keine filmische Reflexion fand, blieb das Laufbild in den nachfolgenden Jahren nicht völlig aus der Lehr- undWerbestrategie der Firma ausgespart. Hatte man schonabMitte der 1920er-JahreWerbedias in denKinos eingesetzt,383 so ging man ab 1935 daran, gezielt per Lehr- undWerbefilm fürMeinl und seineWaren zu werben. Sowohl imZentralgebäudedesUnternehmens im 16.Wiener Gemeindebe- zirk als auch in den Betriebsräumlichkeiten in der Mariahilfer Straße 31 wurden LehrkurseundVorträgeabgehalten. InderenRahmen führteman–vornehmlich in 378 Meinls Monatsschrift, „Aus dem Forschungsinstitut Julius Meinl-Konzern“, Nr. 12, Dezember 1928,S. 14. 379 Kühschelm,Meinl,S.47.Lehrbaumer,Womitkannichdienen?,S.46. 380 Meinl-Archiv:Bericht:BesichtigungderMeinl-Zentralwerke,Wien, imDezember1928. 381 Kontakt, „Bilder vom Messestand der Julius Meinl A:G:auf der Wiener Herbstmesse 1930“, Nr. 10,Oktober 1930, S. 23 f.MeinlsMonatsschrift, „DurchdieMeinl-Betriebe. II. Fortsetzung“und „AusderPralinéfabrik“,Nr. 10,Oktober 1928,S.8 f. sowieebd.,„DurchdieMeinl-Betriebe IV.Fort- setzung“,Nr. 12,Dezember1928,S. 14. 382 Schechner, Menschenbehandlung, S. 1–22. Meinl-Archiv: Bericht: Besichtigung der Meinl- Zentralwerke, Wien, im Dezember 1928. Vgl. auch: Meinl, Julius jun.: Vorträge gehalten an der Hochschule fürWelthandel,Wien1937,S.56–62. 383 Lehrbaumer,Womitkannichdienen?,S. 186. 6.2 Werks-, Lehr-undWerbefilm 89
zurück zum  Buch Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938"
Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Der österreichische Werbefilm