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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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Filmprogramm an. Eine lustige, nicht weiter deklarierte Zusatzunterhaltung ver- sprachman der Frauenwelt zu ihrem speziellen Kinovor- bzw. -nachmittag.424 Die österreichischen Persil-Reisevertreter nahmen den Reklamefilm, welcher der Unter- nehmenswerbung „neue Impulse geben sollte“, fix in ihr Repertoire auf. Bei eigens eingerichtetenWaschberatungsstellen in Groß- und Provinzstädten setzteman den FilmzurErgänzungderPraxisvorführungenein. ImOktober1935öffnete inWiendas Persil-Werbehaus seine Pforten. In der Folge besuchten pro Tag andie 400 bis 500 HausfraueneinenWaschvortragmitanschließendemTonfilm,wobeiderStreifentäg- lichdreiMal zumEinsatz kam.425Wie viele potenzielle KundinnenundKundendie österreichischeVersion tatsächlich sahen, lässt sichüber dieQuellen letztlich nicht eruieren. Die deutsche Fassung vonWÄSCHE-WASCHEN-WOHLERGEHEN sahen bis 1938 andie 30MillionenMenschen.426Der Persil-Werbefilm fandauchabseits desUnter- richtssein„lernwilliges“Publikum. DiesesBeispiel,aberauchanderebelegen,dassdieVerbindungvonSchul-und Werbefilmnicht ohneFriktionenblieb.Die inhaltlichenSchwerpunkteund formel- len Konzeptionen ließen sich nicht wirklich vereinbaren. Der Filmproduzent Karl Köfinger hatte bereits bei den Sitzungen der „Arbeitsgemeinschaft für technisches Lichtbild- und Filmwesen“ wiederholt auf diesen Umstand hingewiesen: Werbe- filmehätten ebenauch zuunterhalten. Arbeitsvorgängemüssten imSinnedesRe- klameauftrages geschönt, Betriebemitunter in ihrer Dimension größer dargestellt werden,als esderRealität entspräche.All dies lehnten jedochdieVertreterderBil- dungseinrichtungen vehement ab. Zu Recht wies Köfinger darauf hin, dass man den Unternehmen diesbezüglich keine Vorschriften machen könne.427 Vielmehr würdeesSinnmachen, eigenevonbehördlicher Seite initiierteund finanzierteUn- terrichtsfilme inAuftrag zugeben.Köfingerundderunter seinemVorsitz stehende Kurzfilmherstellerverband forcierten schließlich auch (unter anderemmit Hinweis auf die entsprechendenAktionen imDeutschenReich) die Produktion österreichi- scher Schulfilme.428 Diese Bestrebungen, die sichmit denWünschen vieler Lehrer 424 ProgrammheftzuWÄSCHE-WASCHEN-WOHLERGEHEN(A1934),PrivatsammlungHerbertWilfinger. 425 HenkelArchiv:Blätter vomHause.Hauszeitschrift derFirmaHenkelCieA.G.Düsseldorf,„Persil inDeutsch-Österreich“,Nr. 1, 1934,S. 55–56sowieebd.,„Persil inÖsterreich“,Nr. 1, 1935,S.62und „EröffnungdesPersil-Werbehauses“,Nr.4, 1936,S. 144. 426 Goergen, In filmoveritas,S.359. 427 ÖStA, AVA, BMU, Volksbildung: Film, 1932, Ktn. 489, Fasz. 473, Gschz. 8713-II/10b, 1932, Ggstd.:Protokollder 1.VollsitzungderArbeitsgemeinschaft für technischesLichtbild-undFilmwe- sen, 1.April 1932. 428 ÖStA, AVA, BMU, Volksbildung: Film, 1931, Ktn. 488, Fasz. 472, Gschz. 9076-II/10b, 1931, Ggstd.: Ing. Karl Köfinger. Anerbieten zur Herstellung von Lehrfilmen, 12. März 1931 sowie ebd., 1936,Ktn. 496,Fasz. 477,Gschz. 4878-II/10b, 1936,Ggstd.: SchreibenVerbandderKurzfilmherstel- leranBMU,Schmalfilme imUnterricht, 5.Februar 1936. 102 6 Belehren– informieren–werben
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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