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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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Katholischen Aktion, dem Gewerkschaftsbund und dem Volksbildungsreferat des Wiener Bürgermeisters fungierte, zeigten durchausWirkung. Die Landesbehörden, Kinobesitzer, Schulen und Erzieher orientierten sich an den Filmbewertungen. Der gezielteBesuchvonKulturfilmenwurdesonachhaltig forciert. UmdiepositiveWahrnehmungbesondersgelungener„ständestaatlicher“Kurz- filme zu unterstreichen, verlieh die Filmbegutachtungsstelle desUnterrichtsminis- teriumszudementsprechendePrädikate.DieseQualitätsbewertungsollte„kulturell wertvollen“ und „künstlerisch anerkennenswerten“ Produktionen sowie „Lehrfil- men“ finanzielle Vorteile verschaffen. Die Auszeichnung „kulturell wertvoll“ be- wirkte,dassderFilmindenBundesländernBurgenland,Kärnten,Niederösterreich, Salzburg gänzlich von der Lustbarkeitssteuer befreit war, in den übrigen Ländern konntenErmäßigungen erfolgen. Das Prädikat „kulturell anerkennenswert“ veran- lassteeinzelneGemeinden,dieLustbarkeitssteuer fürdenFilmzusenken.472 Für vieleUnternehmenwarendie inAussicht gestellten Steuererleichterungen unddiedamiteinhergehendenleichterenVertriebsmöglichkeiten,dieeineoffizielle Qualitätsbestätigung eines Filmsmit sich brachten, Anlass genug, umhauseigene Industrie(werbe)filme das Begutachtungsverfahren durchlaufen zu lassen. Die heimische Industriewar außerdemüber umfassendeProduktionssubventionenbe- reits anden staatlich initiiertenKulturfilmenbeteiligt.473 Diese unterstanden aller- dings der Aufsicht des Handelsministeriums, das sicherstellenwollte, dass in den Filmen „reklamemäßigwirkendeMomente“ausblieben.Die vom „Ständestaat“be- auftragtenKurzfilmehatten„derWirtschafts-bzw.Branchenpropaganda,vonallge- meinen Gesichtspunkten aus betrachtet“, zu dienen.474 Mit dem Problem, „werbende Inhalte“ zu vermitteln, waren schließlich auch jene Firmenfilme kon- frontiert, die auf einePrädikatsverleihunghofften. ImSpeziellenwurde internatio- nalen Unternehmen der „Werbemittel-Charakter“ ihrer Filme vorgeworfen, was einer Qualitätsbescheinigung imWege stand.475 Bei den internen Beratungen der Kommission diskutierte man jedoch offen über die in den Streifen präsentierten 472 Der gute Film, „Förderungsmöglichkeiten für gute Filme“, Nr. 219/212, 10.Oktober 1937, S. 25. Ballhausen, Thomas/Caneppele, Paolo: Die Filmzensur in der österreichischen Presse bis 1938. EineAuswahlhistorischerQuellentexte,Wien2005,S. 242.Moser,Demokratie,S.310. 473 Vgl. u.a. : ÖStA, AdR, BMHV, 581c, Ktn. 3649, Grz. 103971-WPA/35, Ggstd.: Kunstseidenfilm, Subvention ErsteÖsterreichischeGlanzstoff-FabrikA.G. St. Pölten, Juli 1935 sowie ebd., Ktn. 3711, Gschz. 100560-WPA/37, Grz. 92307-WPA/37, Ggstd.: Subvention Brauereiverband, Mai 1937 und ebd. Ktn. 3711, Gschz. 105442-WPA/37, Grz. 92307-WPA/37, Ggstd.: Kulturfilmprogramm 1937, August 1937. 474 ÖStA,AdR,BMHV,581c,Ktn.3591,Gschz.93419-WPA/37,Grz.93419-WPA/35,Ggstd.:Subven- tionierungvonIndustrie-Propagandafilmen, Jänner1935. 475 ÖStA,AVA,BMU,Volksbildung:Film, 1936,Ktn.497,Fasz. 477,Gschz. 11257-VB, 1936,Ggstd.: Filmbegutachtung: „Gespeicherte Sonnenenergie“, Film des Pharmaunternehmens Vedepha, April 1936. 6.4 Kultur-undWerbefilm 111
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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