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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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und der österreichischen Kaufmannschaft zur Aktion ‚Kauft österreichische Waren!’“zusammengeschlossen.484 Hierbeihandelt es sichnichtumeinspeziell österreichischesPhänomen.Staat- lich getragene, ökonomisch versierte Werbeaktivitäten häuften sich im und in FolgedesErstenWeltkriegs sowie imZugederWeltwirtschaftskrise. Sowohl inden VereinigtenStaatenalsauch inEuropagabesbereitsdiversedurchauserfolgreiche Vorbilder von „Buy national“-Kampagnen.485 Die Kriterien, die den Erfolg der auf volkswirtschaftliche und nicht etwa auf betriebswirtschaftliche Aspekte setzenden Werbeform garantieren sollten, wurden eingehend diskutiert: Weniger defensiv bzw.aggressivablehnendgegenüberderKonkurrenz, sondernvielmehrpositivver- bindlich und auf den persönlichenVorteil abzielendwären die im Zuge der Kam- pagne eingesetzten Reklamemittel zu gestalten. Leicht verständlich hätteman die Argumente vorzubringen. Zudembrauche die „Erziehung und Belehrung“ der Be- völkerung ihre Zeit, ein verfrühtes Abbrechen „des Feldzuges“ könne demzufolge nur kontraproduktiv sein.486 Bezogen auf Österreich hieß das, „der Bevölkerung vor Augen zu führen, dass dasWohlergehen jedes einzelnen abhängig ist von der Erstarkungder eigenenVolkswirtschaft, derenGrundfesten inderProduktiongele- gensind“.487 Umunter anderemdieseBotschaft zu vermitteln, gingmandaran, vielgestal- tigeAktivitätenzusetzen. Inseratewurdengeschalten, entsprechendeAufsätze in Tages-undFachzeitungenpubliziert.WerbeplakatederArbeitsgemeinschaftwur- den in Lokalen, Auslagen und in den Straßenbahnen ausgehängt. Ein „Haus- frauenbüchlein“ informierte über österreichische Bedarfsartikel, Vorträge und RadiosendungenunterstütztendieKampagne.ZurFindungeinesösterreichischen Warenzeichenswurdeeinkreativer, grafischerWettbewerbdurchgeführt, dieprä- mierte Bildmarke zierte fortan heimische Produkte.488 Auch der Filmwurde zur Propagierung der Aktion „Kauft österreichische Waren“ genutzt. Eine eigene Plattformbothierbei abMärz 1934derWochenschau-Abspann,derdieZuschauer 484 Kontakt,„KauftösterreichischeWaren!“,Nr.8, Juli/August 1930,S. 12. 485 Zu erwähnenwären vor allem die „Buy national“-Kampagnen der Schweiz, Großbritanniens undderUSA. Siehe auch:Kühschelm,Oliver/Eder, FranzX./Siegrist,Hannes: Einleitung. Konsum undNation, in: Kühschelm, Oliver/Eder, Franz X./Siegrist, Hannes: KonsumundNation. Zur Ge- schichte nationalisierender Inszenierungen in der Produktkommunikation, Bielefeld 2012, S. 14. Vgl.weiters:Kontakt,„Die letzteEntwicklungunddienächstenAufgabenderReklame.Mit beson- derer Berücksichtigung der Gemeinschafts- und behördlichen Reklame“, Nr. 1, Jänner 1931, S. 5 f. sowieebd.,„KollektivreklameinDeutschland“,Nr. 10,Februar1928,S. 15. 486 Kontakt, „Rationalisierung von Verkauf und Reklame“, Nr. 5/6, Mai/Juni 1929, S. 3 f. sowie ebd.,„Die letzteEntwicklungunddienächstenAufgabenderReklame.MitbesondererBerücksich- tigungderGemeinschafts-undbehördlichenReklame“,Nr. 1, Jänner1931,S. 5 f. 487 Kontakt,„KauftösterreichischeWaren!“,Nr.8, Juli/August 1930,S. 12. 488 Ebd., S. 13.ÖsterreichischeReklame,„DerWettbewerb fürdieAustria-Marke“,Nr. 8, 1931, S. 9 f.Gries,Produkte&Politik,S.78. 114 6 Belehren– informieren–werben
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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