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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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7 Der„richtige“Ort fürden„richtigen“Film: Aufführungsrahmenund-praktiken 7.1 KinotheaterundReklamefilm:KritischeStimmenund „Lösungsansätze“ AufSchrittundTrittbegegnetderMenschheutzutagederWerbungin irgendeinerForm,daheim beimEmpfangder Post oder beimZeitunglesen, auf der städtischenoder ländlichen Straße, in derTramoderEisenbahn,warumalsonicht auch imTheaterundKino? Istdochhierwiekaum anderswo die Möglichkeit gegeben, den Interessenten in einemAugenblick zu packen, wo er nicht von anderenEindrücken abgelenktwird unddie ihmpräsentierteWerbung zurKenntnis nehmenmuß,obernunwillodernicht.507 Die Stellungnahme des österreichischen Werbefilmproduzenten Hans Ludwig Böhm imFachblattReklame-PresseausdemJahr 1936versteht sich–wieauchder Rest desArtikels–alsAufruf, denwerbendenFilmund seineVorteile zuprotegie- ren. Im Sinne des Auftrags dieses informativen Berichts blieben die Probleme, welche die Aufführung von Reklamefilmen in Lichtspieltheatern schwierig gestalteten, unausgesprochen. In den 1920er-Jahren bis in die frühen 1930er-Jahre hatten die Kinobesitzer wenig Interesse an der Einbindung werbender Filme in ihren Spielplan, was sich direkt an derenmitunter gepflogenen Vorführpraktiken zeigte, kritische Berichte in den Blättern des werbenden und kaufmännischen FachsnachsichzogundSkeptikeraufdenPlanrief. Für die Kinobetreiber war das Hauptprogramm – vornehmlich unterhaltende Spielfilme – die Attraktion jedes Lichtspielabends. Das Publikum wollte „seine Stars“ auf der Leinwand sehen. Es verlangte nachDramen, Komödien oder Aben- teuern, an denen es für einige Stunden imDunkeln fiktiv teilnehmen konnte. Die Werbefilme im Vorprogrammwaren den Zuschauern – den Berichten der Presse zufolge– großteils lästig, da die Kinobesucherwegen des Amüsements und nicht zu Werbezwecken das Lichtspieltheater zu besuchen pflegten. „Geschmacklose oder gar augenfällig hervorstechende Reklame“ schädigte unter Umständen „das RenommeederFilmbühne“.508 Um dieWerbeeinschaltungenmöglichst kurz zu halten, den Spielplan nicht unnötig in die Länge zu ziehen und das Publikum in seiner Erwartungshaltung nicht zu stören, tendierten die Kinobetreiber bisweilen dazu, dieWerbeeinschal- tungen (ob Lichtdias oder Filme) schneller als bei einer ordnungsgemäßen Vor- führung durchlaufen zu lassen. Die Reklamebotschaft konnte demgemäß nicht 507 Reklame-Presse,„FilmwerbungundWerbefilm“,Nr. 2,September1936,S. 2. 508 DerFilmbote,„DerKinematograph imWerbedienst“,Nr. 24, 12. Juni 1920,S. 16. OpenAccess.©2019KarinMoser,publiziert vonDeGruyter. DiesesWerk ist lizenziertunterder CreativeCommonsAttribution4.0Lizenz. https://doi.org/10.1515/9783110622300-007
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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