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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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entsprechendwahrgenommenwerden. Zudembliebder SaalwährendderWerbe- vorführungen, die vor Beginn des Hauptprogramms und in den Pausen erfolgte, oftmals halb oder ganz erleuchtet.509 Die vonWerbefilmproduzentenwiederholt beschworene, konzentrierte Aufmerksamkeit der Zuschauer im abgedunkelten Raumwarsonatürlichnichtgewährleistet. Der Umstand, wonach derWerbeteil oftmals lange vor Beginn des Hauptpro- gramms (etwa 10 Minuten früher) und zwischen zwei Vorstellungen lief, führte dazu, dass immer nur ein geringer Teil der Kinobesucher die Reklame tatsächlich sah. Die Präsentation desWerbeblocks nach derWochenschauwurde schließlich vorgeschlagen,umdie sichereAnwesenheitdesgesamtenPublikumszusichern.510 Kritikermerkten zusätzlichan,dassdie volleAuslastungderSäle auchnicht gege- ben sei. AusDeutschlandmeldeteman 1935, dass im Jahresdurchschnitt nur etwa 30Prozent des Platzangebots in den Lichtbildtheaternwirklich genutztwurden.511 VergleichszahlenausÖsterreichwarennichtzuermitteln. BeanstandetwurdedesWeiterenauchdie fehlendeodermangelhaftemusikali- scheBegleitungderReklamebilder.DerEinsatzvonSchallplattenmitKlängenund/ oderSprechtextwar inderStummfilmzeitbereitsdurchausüblich.Beimgesproche- nenWortmachte imSpeziellenderSynchronismusvonBildundTonProbleme.Als „unpassend“ und „peinlich“ empfundene Dialoge wurden ebenso von den Fach- blättern der Kaufmannschaft bekrittelt und als „primitiv“ abgelehntwie Schlager, die von „süßlich-wabbliger Stimme“ sowie „albernerMelodie und Text“ bestimmt waren.512 AufgrundalldieservorgebrachtenMängel standenvorallemdieReklamebüros im Kreuzfeuer der Kritik,513 die hinsichtlich Buchung und Vorführung derWerbe- filmemit den KinobetreibernVerträge abschlossen und die ordnungsgemäßeDar- bietung der Werbebilder gewährleisten und kontrollieren sollten. Seitens der Werbefilmproduzenten und der Lichtspielunternehmer verstärkte sich im Verlauf der 1930er-JahrederUnmutgegenüberdenReklamepächtern.Letzterenwurdeeine völlig unstringente Geschäftsgebarung vorgeworfen. Klare preisliche Vereinbarun- gen blieben aus, ein permanentesUnterbieten hatte Dumpingpreise sowie dieUn- terverpachtungeinzelnerVorführungenzurFolge. Zudemwürdensie „die erteilten 509 Österreichische Reklame, „Kino-Reklame“, Nr. 7, Jänner 1928, S. 23.Verkaufspraxis, „Was zur Kinoreklamegesagtwerdenmuß“,Nr. 7,April 1930,S.405 f. 510 Verkaufspraxis,„WaszurKinoreklamegesagtwerdenmuß“,Nr. 7,April 1930,S.405. 511 Verkaufspraxis,„Streu-undTreffmöglichkeiten inderKinowerbung“,Nr.8,Mai 1935,S.484. 512 Verkaufspraxis, „Was zur Kinoreklame gesagt werdenmuß“, Nr. 7, April 1930, S. 406 sowie ebd.,„ÜberdieakustischeAusgestaltungderKino-Reklame“,Nr. 10, Juli 1934,S.601–603. 513 Auf kritische Stimmenbezüglich der VorführungderWerbefilme in Kinotheatern folgtenmit- unter klare Stellungnahmen seitens der Reklamepächter. Siehe:Verkaufspraxis, „Was zur Kinore- klameaußerdemgesagtwerdenmuß!“,Nr. 11,August 1930,S.665–669. 7.1 KinotheaterundReklamefilm 121
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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