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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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französischen Außenministerium übernommen, das schon 1927 „Aufnahmen aus allenmöglichenGegendenFrankreichs imZentrumWiens“ auf offener Straßeprä- sentierte.583 InWienbrachteman touristischmotivierte FilmeamHeldenplatz, auf der rechten Seite des Äußeren Burgtors, dar.584 1934 ließman sich diesbezüglich miteinerWanderkinoausrüstungaufeinemKinderspielplatz inderstädtischenGar- tenanlageVI (MariahilferGürtel)nieder.585 Mobile Kinoeinrichtungen hatten mit den 1920er-Jahren auch in Österreich immer größere Verbreitung gefunden. Für viele Menschen bot diese neue techni- sche Errungenschaft zudem die Möglichkeit, sich den Lebensunterhalt zu verdie- nen. Kriegsinvalide suchten ebenso um eine Konzession zur Vorführung von Werbefilmen anwie etwa auch alleinstehendeFrauen, denen es an einer Erwerbs- möglichkeit im erlernten Berufmangelte.586 Gleichfalls suchten Unternehmer, die sowohlReklamestreifenherstelltenals auchpräsentierten, umdauerhafteVorführ- genehmigungenan(soetwaFriedrichKatzundHansLudwigBöhm).587FürdasZei- gen der Filme wurden die Konzessionsinhaber von den Auftraggebern (den Produktproduzentenbzw.Dienstleistungsanbietern) bezahlt. Nicht selten brachten sie beim Konzessionsgesuch vor, ausschließlich österreichische Waren bewerben zuwollen,womiteinpositiverEntscheid forciertwurde.588 Zu sehenwaren die Streifen in Durchhäusern, in Litfaßsäulen, in Geschäfts- lokalen, in Auslagen oder in mobilen Reklamefahrzeugen. Letztere wurden oft- mals speziell konstruiert sowie deren Einsatz mit Lage- und Projektionsskizzen detailliert beschrieben.589 ImHerbst 1935 richteteman in der Kärntner Straße 23 sogar ein eigenes „Propaganda-Schau-Lokal“ ein, das Industrie, Gewerbe und 583 ÖsterreichischeFilm-Zeitung,„DasFreilicht-Kino inWien“,Nr.4, 22. Jänner1927,S.9. 584WStLA, MA 104, Zl. K 3102, „Österreichische Kulturfilmstelle, Vorführung von Stadt- und Landschaftsbildern aus dem österreichischen Bundesgebiet auf dem Heldenplatz“, ohne Tag/ Datum,1932. 585WStLA,MA104, Zl. K 1301, „ÖsterreichischeKulturfilmstelle,VorführungvonFilmenzurFör- derungderVolkswirtschaft unddes Fremdenverkehrs auf demKinderspielplatz inder städtischen GartenanlageVI.“, 29.Mai 1934. 586WStLA, MA 104, Zl. K 1701, „Konzessionsansuchen, Kriegsinvalide“, 26. Mai 1937. Ebd., Zl. K 828, „KonzessionsansuchenLudwigMüller, Kriegsleiden“, 3.März 1928. Ebd., Zl. K 851, Konzes- sionsansuchenMarieDenerling,Modistin,VorführungvonFilmen inDurchhäusern“, 21. Juni 1928. Ebd.,Zl.K1215,„KonzessionsansuchenHeleneKletzka,bislangVertreiberinvonkosmetischenPro- dukten“, 22. Oktober 1936. Ebd., Zl. K 1421, „KonzessionsansuchenNorbert Lausch zur ständigen gewerbsmäßigenVorführungvonWerbe-undPropagandafilmen“, 23. Jänner1937. 587WStLA,MA 104, Zl. K 4007, „KonzessionsansuchenHans Ludwig Böhm“, 12. Juli 1934. Ebd., Zl.K694,„KonzessionsansuchenDr.FriedrichKatz“, 31. Jänner1936. 588 Vgl. u.a.:WStLA,MA 104, Zl. K 449, „HoffmannHermann, Konzessionsansuchen“, 19. Okto- ber 1935. 589WStLA, MA 104, Zl. K 926, „Kotzian Anton, Konzession zur Vorführung von Reklamefilmen mittelseinesautomobilenProjektionswagens“, 11.Mai 1928. 132 7 Der„richtige“Ort fürden„richtigen“Film
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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