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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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„zulässige Anzahl gleichzeitig anwesender Zuseher wäre in angemessenemMaße zubeschränkenwieauchdieMeterlängedervorzuführendenSchmalfilme“.592 Oftmals gabdasMagistrat denVertreternderKinounternehmen recht undver- weigerte die Ausstellung einer Vorführkonzession. Ein schlagkräftiger Grund für eine Zurückweisung des Gesuchs war die Aufführung von Filmen, die nicht aus- schließlich der Bewerbung von Produkten oder Dienstleistungen dienten, sondern vielmehrKulturfilm-, Sportfilm-, Landschaftsfilm-, Spielfilm- oderAktualitätencha- rakter aufwiesen.593 Davon betroffen war etwa auch die Firma „Julius Maggi Gesellschaftm.b.H.“,dieneben ihrenklassischenWerbestreifenauchdenReisefilm VONWIEN BIS BREGENZ zur Vorführung brachte. DemUnternehmenwurde die Prä- sentation dieses Films „zumSchutz der Lichtspielbetreiber“untersagt. DieWerbe- leitervon„Maggi“ reagiertenpromptundersetztendenReisefilmdurchDiapositive mit demgleichen Inhalt. DasReklamekonzept, das auf derDarbietung vonWerbe- filmenundeinemVortrag (Letzterer nun ebenmitHilfe vonLichtbildern) basierte, blieberhalten.DieKinobetreiberwarenmitdieserLösungzufrieden.594 Anders verlief eineAuseinandersetzung rundumdieBeantragungeinerWan- derkinokonzession seitensderFirma „Persil-GesellschaftHenkel&Voithm.b.H.“. Gegen deren Bewilligung erhoben die Kinounternehmer aus „Konkurrenzgrün- den“Einspruch.DasUnternehmensetzte sichgegendiesenProtest zurWehrund brachte zahlreiche Argumente vor, die für die positive Beurteilung des eigenen Gesuchs sprachen. Vorerst erklärte die „Persil-Gesellschaft“, mit ihren kostenlo- sen Werbe- und Waschvorführungen in keinerlei Wettstreit mit dem regulären Kinoprogrammzustehen.Man„entziehe“ somit„einemHaushaltniemalsden für dieUnterhaltungmöglichenBetrag“.VielmehrhättedieFirmamit ihrenPräsenta- tionen inbäuerlichenKreisenoft erstmalsderen InteresseamTonfilmgeweckt. In der Folge wären viele Persilabend-Besucher zu Kinobesuchern avanciert. Über lange Zeit habe dasUnternehmen zudemseine Filme ausschließlich inKinos zur Aufführunggebracht.AlleinderEinsatzdesFilmsWÄSCHE-WASCHEN-WOHLERGEHEN hätte den österreichischen Lichtspielbetreibern 175.173,60 Schilling an Kinomie- ten eingebracht. Es habe sich jedoch als notwendig erwiesen, eigeneVorführein- richtungen zu nutzen, da die Kinobetreiber abendfüllendeWerbefilmemeist nur 592WStLA,MA 104, Zl. K 673, „Hoffmann&Co., Konzessionsansuchen, 44 Standorte“, 25. März 1936.Vgl.weiters:Ebd., Zl.K 1215,„KonzessionsansuchenHeleneKletzka,bislangVertreiberinvon kosmetischenProdukten“, 22. Oktober 1936. Ebd., Zl. K 1870, „Konzessionsansuchender Konsum- genossenschaftWienundUmgebung“, 10.September1937. 593 Siehe z.B.:WStLA,MA104, Zl. K 555, „Konzessionsansuchen für Schmalfilmvorführungen im Direktionsgebäudeder städtischenGaswerke“, 22.November 1935.Ebd., Zl.K452,„Konzessionsan- suchenKodak“, 2.Oktober 1935.Ebd.,Zl.K673,„Hoffmann&Co.,Konzessionsansuchen,44Stand- orte“, 25.März1936. 594WStLA,MA 104, Zl. K 1710, „KonzessionsansuchenMaggi“, 18. November 1929. Sowie unter demgleichlautendenBetreff:Ebd.,Zl.K1806,3. Jänner 1930. 134 7 Der„richtige“Ort fürden„richtigen“Film
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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