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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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nachmittags vorführenwollten. BerufstätigenFrauen, diemanmit derKampagne aucherreichenwollte,wärees sounmöglichgewesen,dieVorführungenzubesu- chen. InkleinerenOrten fehle es zudemoft aneinerLichtspielstätte. EinenAnrei- seweg zu einer Reklamevorstellung vonmehr als 10 bis 15 Minuten könneman den Frauen aber genauso wenig zumuten wie zusätzliche Fahrtkosten. Mitunter gäbe es ineinemOrt zwar einProvinzkino, dochoftmalsohneodermit einer sehr schlechten Tonanlage. Um die eigenen Werbefilme nun aber in bester Qualität undmöglichst flächendeckend vorführen zu können, wärenWanderkinoeinrich- tungen eine absolute Notwendigkeit. Umfassende Investitionen wurden hierfür bereits getätigt. Die Errichtung von Lehr-und Ausstellungsräumen käme direkt derösterreichischenWirtschaft zuguteundschaffe zudemArbeitsplätze.DasGlei- che gelte für denWanderkino- und Ausstellungsbetrieb. Auch habe die „Persil- Gesellschaft“mit einemKostenaufwandvon300.000SchillingeinengroßenWer- befilm (WÄSCHE-WASCHEN-WOHLERGEHEN) in Österreich mit heimischem Personal hergestellt und auch damit die alpenländische (Film-)Wirtschaft direkt unter- stützt. EinAblehnen derWanderkinolizenz hätte denVerlust zahlreicher Investi- tionen undArbeitsplätze zur Folge undwürde die Firma in ihremökonomischen Fortkommenbehindern.595UnterstütztwurdePersil in dieser Frage auchvonden österreichischen Kurzfilmherstellern, die sich ebenfalls Aufträge erhofften und somit in der Erteilung einerWanderkonzession für dasUnternehmen auch einen Gewinn für die heimische Filmwirtschaft erkennen wollten.596 Der Magistrat schloss sichderArgumentationder „Persil-Gesellschaft“undderKurzfilmherstel- ler an und erteilte angesichts der „wirtschaftlichen Bedeutung und des Rufs der Firma“ sowie imHinblick„aufdieSchaffungneuerArbeitsplätze“einenpositiven Bescheid.597 Der Kampf umdie ökonomische Existenzwar innerhalb der Filmbranche nicht nur auf dieKinobetreiber beschränkt.AuchdieProduzentenvonWerbe-,Kultur-und Bildungsfilmen reagierten auf den wirtschaftlichen Druck der Zwischenkriegszeit undsetztenZeichen,umihrePositionzusichernundzufestigen. 595WStLA,MA104,Zl.K186,„KonzessionsansuchenPersil“,April/Mai 1935. 596 ÖStA,AdR,BMHV,581c,Grz. 100525-WPA/35,Zl. 110231,„SchreibenVerbandderKurzfilmher- stelleranHandelsministeriumbezüglichHenkel&VoithWien,29.Oktober 1935. 597WStLA,MA104,Zl.K186,„KonzessionsansuchenPersil“,April/Mai 1935. 7.2 „Non-theatricalexhibition“ 135
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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