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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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8.2 Umbrüche:TechnischeNeuerungen,Monopole, Kontingentierung,staatlicheVorgabenundAbhängigkeiten Die inÖsterreichschaffendenLehr-,Propaganda-undWochenschaufilmerzeugerwendensich in schwerster, wirtschaftlicher und gewerberechtlicher Bedrängnis an Sie, sehr geehrter Herr Bundesminister, umSie zubitten, IhreAufmerksamkeit diesemZweigederWirtschaft zuwid- menundihnvordemvollständigenRuinzubewahren.622 Mit diesemAppell anHandelsministerGuido Jakoncig begann 1932 eine vonöster- reichischenKurzfilmproduzenten gemeinsammit der „WienerAllgemeinenGewer- begenossenschaft“ initiierteAktion,die es zumZielhatte, dieExistenzderBranche mit staatlicherUnterstützungzusichern.DieLagediesesFilmzweigshatte sichauf- grundderDurchsetzung des Tonfilms prekär entwickelt. Der Großteil der Tonfilm- patente lag bei internationalen Holdings. Der Erwerb einer ausländischen Tonfilmapparatur schien den heimischen Kleinunternehmern unerschwinglich, mussten doch mindestens 60.000 Reichsmark dafür aufgebracht werden. Somit war es denHerstellernnurmöglich, bei der einzigenFirma, die inÖsterreichüber einTonfilmpatentverfügte,Gerätschaftenzu leihen. Dem vorausgegangen war ein jahrelanger Streit der österreichischen „Seleno- phonLicht-undTonbildgesellschaftm.b.H“ (kurz„Selenophon“)mitdemdeutschen Patentkonzern „Tobis-Klangfilm“. Letzterer hatte sich das Monopol für Tonfilmab- spielapparaturenundAufnahmegeräte auf demmitteleuropäischenMarkt gesichert. 1932 kames schließlich zu einer Einigung:Die „Selenophon“durfte zwarnurmaxi- mal drei bis vier Spielfilme auf ihren Anlagen herstellen, dafür konnte sie sich das Monopol für die Kurzfilmproduktion in Österreich sichern.623 Demgemäß hatte die „Selenophon“ Interessedaran, dieHerstellungunddenVertriebdieser Streifen auch staatlichzufördern.MitderVerpflichtungderheimischenKinos,bei jederVorführung österreichische Kurztonfilme zu spielen, war ein Ziel des Unternehmens erreicht.624 Sowohl dieWochenschau als auchdie Kultur- undPropagandafilme, die imAuftrag des Amtes fürWirtschaftspropaganda desHandelsministeriums entstanden,wurden mitdenTonapparaturender„Selenophon“erzeugt.625 DieMietkostenbeider„Selenophon“gestaltetensichdurchaushoch.Sowaren füreinenTonfilmwagenperachtstündigemArbeitstag1.200Schillingzuentrichten. 622 ÖStA,AdR,BMHV, 581c, Ktn. 3483,Grz. 95604–9/33,Gschz. 97128–9/L/33,Ggstd.: Lehr-, Pro- paganda- undWochenschaufilmerzeuger. Denkschrift betr. Belebungder heimischenKurztonfilm- Industrie, 22. April 1933 sowie ebd. Grz. 92843–9/32, Gschz. 105.324–9/L/32, Ggstd.:Wünsche der FilmerzeugerhinsichtlichFilmbeiratundFilmkontingentierung,21.Oktober 1932. 623 Heiß/Klimeš:KulturindustrieundPolitik,S.428. 624 VerordnungdesBMHV, 28.3.1934,BGBl.Nr. 206. SiehedazuauchdieAusführungen imKapi- tel„Kultur-undWerbefilm“. 625 Heiß/Klimeš:KulturindustrieundPolitik,S.429. 140 8 DieWerbefilmproduzenten:Etablierung,Organisation,Einflusssphären
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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