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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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Zusätzlich kamen noch Lizenzgebühren proMeter zum Tragen, die auch für jede weitere Filmkopie abzugeltenwaren. Als besonders problematisch empfanden die Werbefilmproduzenten, dass die „Selenophon“ das ausschließliche Herstellungs- recht fürReklamefilmevertraglichaneineprivateFirma,nämlichandasUnterneh- men von Robert Reich, weitergegeben hatte.626 Damit wäre ein Submonopol eingerichtetworden,dadieBeschwerde führendenKurzfilmherstellernurmit einer Bewilligung der Firma „Robert Reich & Co“ und gegen Leistung einer hohen Ab- standssummeFilmeproduzierenkonnten.627Somit lägeeinklarerWettbewerbsvor- teilgegenüberdenrestlichenReklamefilmproduzentenvor. DiestaatlichenStellenreagiertenunmittelbaraufdieseInterventionundveranlass- ten die „Selenophon“, eine „möglichst gleichmäßige Beschäftigung aller in Betracht kommenderAufnahmeleiter“ zu gewährleisten.628 Garantiertwurde ein besseresAus- kommenderHersteller schließlichmit der Regierungsverordnung zur obligatorischen VorführungvonKurzfilmen im Jahr 1934.DenGrundstein fürdieRichtlinie legtendie Branchenvertreter bereitsmit ihren Aktivitäten in den Jahren zuvor. Sie wiesen etwa daraufhin,dassangesichtsdesstarkenRückgangsderheimischenKurzfilmproduktion Kultur- bzw. Lehr- und Industriefilme, die den österreichischen Tourismus beleben unddenGlauben indie alpenländischeWirtschaft festigenkönnten, ausblieben.Hin- gegendominierten in den „inländischenKinos ausländische Industrie- undHochleis- tungsfilme, die in dem Österreicher ein Minderwertigkeitsgefühl auslösen“.629 Eine Unterstützung der Kurzfilmer wäre demnach auch von staatspolitischem Interesse. Man empfahl der Regierung zudem, bewusst Einfluss auf den Inhalt und die Gestal- tungderartigerKurzfilme zunehmensowiedie österreichischenKinobetreiber zuver- pflichten, mindestens 15 Prozent ihres Programms mit heimischen Filmen zu bespielen.630 Der Erlass der Vorführverpflichtung für staatlich protegierte Kurzfilme sowie die Forcierung dieses Genresmachen den Erfolg der gezielten Lobbyingaktion klar ersichtlich.631Allerdingsbedeutetedas aucheinedaraus resultierendeAbhängig- keitvonstaatlichenAufträgen. 626 Ebd. 627 DieVerfasser des SchreibenswarenGustavMayer, Rudolf Lechner,WilhelmHipssich, Lothar Rübelt,KarlKöfinger,HansBrückner,BrunoLötschundEgonLahousen. 628 ÖStA,AdR,BMHV, 581c,Ktn. 3483,Grz. 95604–9/33,Gschz. 97128–9/L/33,Ggstd.: Lehr-, Pro- paganda- undWochenschaufilmerzeuger. Denkschrift betr. Belebungder heimischenKurztonfilm- Industrie, 22.April 1933. 629 ÖStA,AdR,BMHV, 581c,Ktn. 3483,Grz. 95604–9/33,Gschz. 97128–9/L/33,Ggstd.: Lehr-, Pro- paganda- undWochenschaufilmerzeuger. Denkschrift betr. Belebungder heimischenKurztonfilm- Industrie, 22.April 1933. 630 Ebd. 631 Hier trafensichdie Interessender„Selenophon“undderKurzfilmhersteller.Auchdie„Seleno- phon“ versuchte seit 1932, Beamte und Regierungsmitglieder von der Bedeutung einer spezifisch österreichischenKurztonfilmproduktionzuüberzeugen.Vgl.:Heiß/Klimeš:KulturindustrieundPo- litik,S.429. 8.2 Umbrüche 141
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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