Seite - 145 - in Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Bild der Seite - 145 -
Text der Seite - 145 -
komplett.643 Im Verlauf eines Jahres zählte der Kurzfilmherstellerverband jedoch
eineVielzahl anMitgliedern,wobei sich etwamitRobertReich, FriedrichKatzund
MichaelMaibaumauch jüdischeKollegen imGremiumfanden.644EineVereinigung
mit der reichsdeutschen „Partnergesellschaft“ auf internationaler Ebenewar somit
ausgeschlossen.
DieStatutendesVerbandesgebenAufschlussüberZweck,ZielrichtungunddieOp-
tionderMitgliedschaft.EinigeausgewählteBestimmungensollendiesvermitteln:645
Punkt II: „Der Verein hat den Zweck, die gemeinsamen Interessen der österreichischenHer-
stellervonKurzfilmenwahrzunehmenundihrewirtschaftlicheEntwicklungzufördern.“
Punkt III:„DerVereinbeabsichtigt zudiesemZwecke:
a) gemeinsame Beratungen und Beschlussfassungen über alle gegenständlichen
Fragen;
b) Vorsprache bei Behörden, Korporationen usw., fachliche Begutachtungen und
dergleichen.“
Punkt IV: „MitglieddesVerbandes derKurzfilmhersteller könnenalle physischenund juristi-
schenPersonensein,die imGebietedesBundesstaatesÖsterreichaufGrundeiner selbständi-
genGewerbeberechtigungzurFilmherstellungberechtigt sind.“
Punkt V: „Die Aufnahme derMitglieder erfolgt durch den Vorstand“ [...] „Die Aufnahmewird
durchdenVorstandmiteinfacherStimmenmehrheitgeschlossen;beiStimmengleichheitentschei-
det die Stimme des Obmannes. Eine Ablehnung der Aufnahme erfolgt ohne Angabe von
Gründen.“
Ein besonderes Interesse zeigten die Kurzfilmhersteller daran, bei internationalen
Konferenzen sowie in entscheidenden Gremien der österreichischen Filmbranche
vertreten zu sein.DerVerband trat durchaus selbstbewusst auf: Sowolltemanmit
Abgesandten bei der „Internationalen Filmkonferenz“ zugegen sein. Gegen eine
eigenmächtige Bestellung des Filmschaffenden Josef Lebzelter („Selenophon“) als
Vertreter der österreichischen Kulturfilminteressen seitens Ministerialrat Eugen
643WStLA,MA104, Zl. K 388, „SchreibenVerbandderKurzfilmhersteller anMagistratWien, Be-
sonderes Stadtamt II/3. Betreff: Konstituierung des Kurzfilmherstellerverbandes am 29. Juli 1935“,
7.August 1935.
644 Als Verbandsmitglieder scheinen außer der Gründungsgruppeweiterhin auf: A. Ambor, Hans
Brückner, Wilhelm Damaschka,WilhelmHipssich, Friedrich Katz, R. Lechner, Bruno Lötsch, Fritz
Ludwig, Michael Maibaum, „Österreichische Lichtbildstelle“, „Österreichische Tonfilm-Gesellschaft
m.b.H.“, KarlReder,RobertReich,FranzKarlPopp,„SelenophonLicht-undTonbildGesellschaftm.
b.H.“, „Vaterländische Tonfilmges. m.b.H.“, Max Zehenthofer. Siehe dazu: ÖStA, AdR, Auswärtige
Angelegenheiten (AAng.), Abteilung (Abt.), 14, Handelspolitik, Film- und Kinowesen, 1934–1936,
Ktn. 265,Grz. 101563/36, Ggstd.: Filmwesen inÖsterreich, Anfragen, 28. April 1936.Reklame-Presse,
„VerbandderKurzfilmhersteller.Mitglieder-Verzeichnis“,Nr.2,September1936,S.7.
645 Siehe die gesamte Auflistung der Statuten: ÖStA, AdR, BMHV, 581c, Ktn. 3591, Grz.
103819–9/35,„SchreibenKurzfilmherstellerverbandanAmtfürWirtschaftspropagandaimHandels-
ministerium,AnkündigungGründungsversammlungundBekanntgabederStatuten“, 24. Juni 1935.
8.3 VerbandderKurzfilmhersteller 145
zurück zum
Buch Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938"
Der österreichische Werbefilm
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
- Titel
- Der österreichische Werbefilm
- Untertitel
- Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
- Autor
- Karin Moser
- Verlag
- De Gruyter Open Ltd
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-062230-0
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 316
- Schlagwörter
- Culture of memory, media history, advertising
- Kategorie
- Kunst und Kultur