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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Seite - 148 -
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Filmkammer aufzunehmen. Ein Verbleib dieser Gruppierung im Fachverband der „Photographen-Innung“wäredurchausangebracht. Der Umstand, dass die Kurzfilmhersteller auch Lehr- und Kulturfilme er- zeugten, machte es allerdings sehr wohl notwendig, diese Produzentengruppe in den Berufsstand „Freie Berufe“ des Berufskreises „Film“ einzugliedern.654 Schließlich kam es auch mit den Kurzfilmherstellern zu einer Einigung. Diese waren bereit, einer Eingliederung in den Berufsstand „Freie Berufe“ zuzustim- men, wenn alle ihnen bisher zugestandenen Rechte gewahrt blieben, die Ver- bandsorganisation wirtschaftlich nicht schlechter gestellt werde und man von den Spielfilmproduzenten getrennt einen eigenen Fachverband bilden könne. Alle Organisationen der Filmbranche sowie sämtliche Produktionsfirmen waren mit diesen Bedingungen einverstanden.655 Einer Filmkammer bzw. einem „Filmring“ stand somit nichts mehr im Wege, ein Gesetzesentwurf wurde aus- gearbeitet, eine Verwirklichung des Vorhabens fand allerdings bis zum „An- schluss“ nicht mehr statt.656 Einengagiertes gemeinsamesAuftretenverfolgtendieWerbefilmerauchgegenüber potenziellenKonkurrenten.Dabei gingmangezielt gegenstaatlicheUnternehmen,aus- ländischebzw.neueAnbieter vor.Aufoffizieller Seite erkanntendieKurzfilmproduzen- ten speziell in der „Österreichischen Lichtbildstelle“ einen unliebsamenMitbewerber. Der staatliche Betrieb wurde rein privatwirtschaftlich geführt657 und stellte vermehrt Werbe-undIndustriefilmeher,diesichals„rentabler“als„dieErzeugungvonWochen- schauen und Kurzkulturfilmen“ erwiesen.658 Die Reklamefilmhersteller wollten eine Bevorzugungder„ÖsterreichischenLichtbildstelle“beiderVergabestaatlicherAuftrags- produktionen erkennen,was seitens der offiziellenBehördenbestrittenwurde.659Auch der „Österreichische Lichtbild- und Filmdienst des Bundesministeriums fürUnterricht“ hattebegonnen,vereinzeltFilmezudrehenbzw.Filmkopienzu– imVergleichmitdem üblichenMarktpreis – niedrigen Kosten herzustellen. Die Kurzfilmproduzenten erklär- ten, sich „durch die staatliche Konkurrenz geschädigt zu fühlen“ und forderten, die FilmproduktionstätigkeitdengewerblichenProfiszuüberlassen.Letzterewärenauchim 654 Ebd. 655 Mitder„Selenophon“undder„Tobis-SaschaFilmindustrieAG“wurdegleichfalls einÜberein- kommengefunden.Ebd. 656 Loacker,Anschluss,S.37. 657 ÖStA, AdR, BMHV, 581c, Ktn. 3591, Grz. 103631-WPA/35, Gschz. 107750-WPA/35, Ggstd.: Ver- band der Kurzfilmhersteller; Beschwerde wegen Beeinträchtigung durch staatliche Stellen, April bisOktober1935. 658 ÖStA,AVA,BMU,Unterricht-Allgemein (1848–1940),Volksbildung:Film, 1936,Ktn.498,Fasz. 478,Gschz.32969-VB,Ggstd.:Österr.Lichtbildstelle.Kuratoriumssitzung,Oktober 1936. 659 ÖStA, AdR, BMHV, 581c, Ktn. 3591, Grz. 103631-WPA/35, Gschz. 107750-WPA/35, Ggstd.: Ver- band der Kurzfilmhersteller; Beschwerde wegen Beeinträchtigung durch staatliche Stellen, April bisOktober1935. 148 8 DieWerbefilmproduzenten:Etablierung,Organisation,Einflusssphären
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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