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In seinerFunktionalsObmanndesKurzfilmhersteller-Verbandesoblages ihm,
dieAufträge staatlicher Stellen auf die organisiertenVerbandsmitglieder zu vertei-
len.740 InseinemNachrufwurde insbesondersauf seineDienste fürebendieseSpe-
zialzunft hingewiesen: „[. . .] er arbeitete Richtpreise aus, die sehr zur Gesundung
desKurzfilmgewerbesbeitrugen, er trat gegenalleAuswüchseundEntartungen im
geschäftlichenVerkehrwirksam in Erscheinung, bekämpfte das üppigwuchernde
Pfuschertum und trachtete durch Arbeitsbeschaffung den Mitgliedern praktische
Dienste zu leistenund suchte denösterreichischenUnterrichtsfilm zuorganisieren
[. . .]“741 Karl Köfinger verstarb am 7. April 1938 infolge einer Krebserkrankung.
Nachdemsein imFamilienbetrieb tätiger SohnWalter im Juni 1938 einer schweren
Lungenschädigungerlag,musstedieFirmaaufgelöstwerden.742
Karl Köfinger zählte zu den produktivsten Kurzfilmproduzenten der Zwischen-
kriegszeit.Bislangkonntenihm137Filmtitel zugewiesenwerden,davonzählensechs
Arbeiten zumGenreAktualität, 67Streifen sindalsKulturfilmezu identifizieren.Die
restlichen 64 Titel sind als Werbefilme zu werten.743 Letztere weisen eine Laufzeit
voneinbis 37Minuten (bzw.von30bis 1.060Meter) auf.DieseLängenunterschiede
erklären sich in vielerlei Hinsicht: Köfinger fand vor allem in staatlichen Betrieben
Abb.6:KarlKöfingersFirmeninsert,das invariierter FormindieVorspanntextederFilme
eingegliedertwurde.
740 Navratil,DasWerk,S. 22.
741 Filmberichte,„IngenieurKarlKöfinger tot“,April 1938,S. 79.
742 Navratil,DasWerk,S. 26.
743 ErhobenwurdendieFilmtitel über zeitgenössischeZeitschriften sowieüberAktenvermerke in
den Unterlagen des Unterrichts- und Handelsministeriums sowie der Wirtschaftskammer Wien.
Sieheauch„FilmografienKurzfilmhersteller“. ZudemsinddreiFilme,dieauch indenBereich„Kul-
turfilm“ fallen, nachgewiesen alsWerbefilmederÖsterreichischenTabakregie beiMesseveranstal-
tungen gelaufen. Siehe: Fachliche Mitteilungen der Österreichischen Tabakregie, „Die Beteiligung
der Österreichischen Tabakregie an Messen und Ausstellungen“, Heft 2, Juli 1931, S. 3–5. Sowie
ebd.,„DieWienerFrühjahrsmesse1931“,Heft 1,April 1931,S. 19.
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Der österreichische Werbefilm
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
- Titel
- Der österreichische Werbefilm
- Untertitel
- Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
- Autor
- Karin Moser
- Verlag
- De Gruyter Open Ltd
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-062230-0
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 316
- Schlagwörter
- Culture of memory, media history, advertising
- Kategorie
- Kunst und Kultur