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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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Im Jahr 1924 trat er alsMitarbeiter in die „Industriafilm (Benda undNovak)“ ein, wo er erstmals Erfahrungen imBereich der Industrie-undWerbefilmproduk- tion sammelte. Zwei Jahre späterwar erMitbegründer desUnternehmens „Astor- Pamela-Film“, das er bis zu dessen Löschung im Jahr 1928 leitete.852 Die Produktionsfirmazählte imSpeziellenAktualitätenundWerbefilmezu ihremRep- ertoire, zudemnahmsieeineReihesowjetischerProduktionen in ihrenVerleih.853 Bisheute inErinnerunggeblieben istRossakallerdingsaufgrundeinespolitischen Propagandafilms, den er im Auftrag der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Öster- reichskonzipiertundgedrehthatte.DASTAGEBUCHDESMR.PIM (A1930)kamalsWahl- werbefilm anlässlich der Nationalratswahlen 1930 zum Einsatz. Der Plot kreist um einen amerikanischen Zeitungsherausgeber, einen konservativen Kapitalisten, der Schritt für Schritt vondenLeistungender Sozialdemokratie überzeugtwirdund letzt- lich euphorisch in seine Heimat telegrafiert: „Rote StadtverwaltungWien beste der Welt!“854 1931 lösteFrankRossakeinenneuenGewerbescheinzur„Herstellungkinematogra- phischer Propagandafilme mit Ausschluss der Aufnahmen von Laufbildern einzelner Personen oder Personengruppen“.855 Diese eigentümlicheUmschreibungweist darauf- hin, dass Rossaknichtmehr politische Filme, sondern vielmehr Industrie- undWerbe- filme imFokushatte. Bis 1933 entstand eineReihe anReklamefilmen,wobei vor allem Tourismusaufnahmen insZentrumrückten. Immerwieder aberwurdeRossakvonwirt- schaftlichenProblemeneingeholt,wasseineBranchenvertreteraufdenPlanrief.Berich- teten imDezember 1927 die Fachblätter noch euphorisch über einen groß angelegten Wintersportfilm,derunterderkünstlerischenLeitungFrankRossaksundHansLudwigs imEntstehenbegriffenwar,856 sowarnteman imMärz 1929 eindringlich vor betrügeri- schen Machenschaften seitens Rossaks. Er und sein Aufnahmeleiter Stanislaus D. Proszewski hätten– so dieMeldung–unter derVorgabe, einenHeimatfilm zudre- hen, bei unterschiedlichstenStellenundÄmternGelder lukriert. Seither seien sie aller- dings von der Bildfläche verschwunden.857 Proszewski bezog über die Presse zu den VorwürfenStellungunderklärte, in seinerFunktionalsAufnahmeleitermit finanziellen Angelegenheitennichtszuschaffenzuhaben.Rossaksetzte sichzwischenzeitlich indie Tschechoslowakeiab.858 1936wurdeüberdieFachpresseneuerlichvorRossakgewarnt, FilmkulturderErstenRepublik,Wien2007,S. 133–135.MeinFilm,„ÜberRuinenzuneuemLeben“, Nr. 379, 13.9.1946. 852 ÖStA,AdR, ZivilaktenNS-Zeit, Bundesministeriumfür Inneres/Gauakten,Akt„FranzRossak“, Nr. 181973. 853 Tode,FranzRossak,S. 138 f. 854 ZuErfolgundVerbreitungdesFilmssiehe:Ebd.,S. 142–147. 855WKO,ArchivWien,Gewerbearchiv,Gewerbeschein„FranzRossak“,Nr. 13315, 11. Juli 1931. 856 Österreichische Film-Zeitung, „Ein österreichischer Heimat- und Hochgebirgsfilm“, Nr. 52, 24.Dezember1927,S. 24 f. 857 ÖsterreichischeFilm-Zeitung,„Warnung!“,Nr. 11,9.März1929,S. 19. 858 Tode,FranzRossak,S. 141. 200 8 DieWerbefilmproduzenten:Etablierung,Organisation,Einflusssphären
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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