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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Seite - 203 -
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Licht,SonneundWasserbraucht jederMensch“eingeblendetwird.NachderAufzäh- lung einiger Credits betreffend Aufnahmeleitung und Kamera steht die Anreise zur Badeanstalt im Zentrum. Eine Grafik verweist auf die direkte Umgebung des Neu- waldeggerBadsunddenbestenAnreisewegmitöffentlichenVerkehrsmitteln. Ein il- lustrativ angedeuteter Straßenbahnzug bewegt sich auf der Karte zur Endstation Neuwaldegg. Aus leichter Aufsicht (erhöhte Kameraposition)wird die Haltestelle in Realbildaufnahme in den Fokus genommen. Die Straßenbahnlinie 43 fährt ein, neben ihr ist ein Radfahrer zu sehen. Bei der Station verlassen zahlreichePersonen denZug.Damit endenaber bereits die bestenBilder dieses Films.Der anschließend eingeblendete Zwischentitel ist unsauber gesetzt. Auf einem etwas nach rechts ver- setzten weißen Hintergrund erscheint der Schriftzug „Besuchet das Neuwaldegger Bad!“. Auf der linkenSeite ist eineRealbildaufnahme zu erkennen, die aber keinen gezieltenEinblick auf dasGeschehenbietet. EswirdderEindruckerweckt, als hätte manaufüberschüssigemFilmmaterialeinenZwischentiteleingeklebt. InderFolgewerdenmöglichst vieleBereichedesNeuwaldeggerBadsabgefilmt, zumeist in totaler oder halbtotaler Einstellung, womit ein Überblick über die Anlageverschafftwird.DerEingangsbereich,Bassins,Liegewiesen,Spiel-undSport- plätzesowiedasRestaurantwerdenpräsentiert–SchwenksoderAufnahmenauser- höhter Position geben einen räumlichen Eindruck wieder und verweisen auf dieWeiträumigkeit desGeländes. Eingeblendete Zwischentitel versprechenmehrals zusehen ist.Der„heißeKampfumdenHandball“ ist ausderkurzen, totalenEinstel- lungnicht einmal zu erahnen– einzelneFigurenbewegen sich auf einemSpielfeld. Gleichfallsbietet dieAufnahmenachdemTitel„Schwimmenmussgelernt sein“nur einenBlick aus erheblicherEntfernung,der sichbewegendeMenschen imund rund umdasBeckenerkennenlässt.ZudemsinddieSzenerienzudunkelgefilmt. Montage, Schnitt und Inszenierung sind mitunter unsauber und nicht ganz logisch.Das imBadgelegeneRestaurantwird zweimal indenFokus gerückt,wobei dieUnterbrechungder erstenAufnahmedurch eine schlecht gedrehte Beckenszene unddiedarananschließendeneuerlicheundgleichartigeEinführungdesLokalsun- stimmigscheint.DieSzenerienaufderKegelbahnbeginnenmiteinerTotalenaufdie aufgestelltenKegeln. InderHalbtotalen folgenBildervonLeutenanderSpielanlage, eineDamehat,wiemanan ihrerBewegungsehenkann,offenbar soebeneineKugel geworfen, ein beleibter Mann wirft eine Kugel und bricht sofort in Jubel aus (er hüpft).EinZwischenschnittaufdieBahnist jedochidentmitdererstenEinstellung– keinKegel istandersdrapiert,keinerumgeworfen.DieAufnahmewirktkonstruiert. Immer wieder stören Personen in alltäglicher Straßenkleidung das Bild – sie stehen unmotiviert am Beckenrand, gehen durch das Bild, wobei völlig unbeant- wortetbleibt,welcheFunktionsie innehaben.Wie inderFrühzeitdesKinosblicken die Besucher des Bads gespannt in die Kamera, nicht selten dürften sie von den Gestaltern zuAktionenaufgefordertworden sein. Bei der Restaurantaufnahmeaus derAufsicht schauenalleGäste–wieaufAnweisung–gebanntund lächelndnach oben. Auch das „lustige Treiben“ hat stark arrangierten Charakter: Die Badenden 8.4 Werbefilmproduzenten imPorträt 203
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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